News Bild Für Reichtum, das Wiederauffinden verlorener Sachen und gegen Gewitter: Die vielfältigen Patronate der hl. Anna

Für Reichtum, das Wiederauffinden verlorener Sachen und gegen Gewitter: Die vielfältigen Patronate der hl. Anna

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Bereits seit vergangenem Samstag findet in Sulzbach-Rosenberg das Annabergfest statt. Dieses umrankt jedes Jahr den Namenstag der heiligen Anna, und möchte ihr mit dem schon traditionellen Fest und den dazugehörigen Gottesdiensten Aufmerksamkeit schenken. Für viele Menschen hat Anna, die Mutter Mariens, eine besondere Bedeutung - viele rufen sie aus den unterschiedlichsten Gründen an.

Die hl. Anna ist eine interessante Frau mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Genau deshalb ist sie vielleicht auch für so viele Gläubige Seelsorgerin, Ansprechpartnerin, Beistand und übernimmt auf eine vertrauenswürdige Art eine Mutterrolle für uns alle. Welche Hürden musste die hl. Anna in ihrem eigenen Leben überwinden und woher rührt so manch regelrechter Anna-Kult eigentlich?

 

Die Bestimmung der hl. Anna

Anna und Joachim sind nach dem Protoevangelium des Jakobus aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts die Namen der Eltern Mariens und somit die Großeltern von Jesus. Im fünften und sechsten Jahrhundert haben sie vorwiegend in Marienlegenden Weiterverbreitung gefunden. Ihre Lebensgeschichte ist dem Vorbild von Hanna und ihrem Sohn Samuel aus dem Alten Testament (Samuel 1,1-2) nachgezeichnet: Nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe gebar Anna Maria. Die Verheißungen des Engels, welcher Anna zuvor öfter erschienen ist, sind Hinweis auf die besondere Erwählung Mariens von Anfang an. Demnach war Anna königlicher Abstammung, aus dem Geschlecht Davids. Besonders interessant sind die Parallelen bezüglich der göttlichen Bestimmung von Anna, als auch bei Maria: Sie beide wurden auserwählt und erhielten eine einzigartige Aufgabe: die Geburt eines Menschen, der einen göttlichen Plan ausführen soll.

Der Anna-Kult ist grenzenlos

Nachdem sie bis dato sporadisch im östlichen Christentum verehrt wurde, kam die Anna-Verehrung schließlich durch die Kreuzfahrer nach Europa, unter anderem wurde sie durch die Franziskaner weiterverbreitet. Die Verehrung erreichte ihren Höhepunkt, als 1481 Papst Sixtus IV. den Gedenktag der Anna in den römischen Kalender aufnahm; 1584 bestimmte Papst Gregor XIII. ihren Festtag. Annagürtel halfen gegen Unfruchtbarkeit von Frauen, Glocken wurden Anna geweiht, die neun Dienstage vor Ostern wurden als Annadienstage begangen. Im 19. Jahrhundert gab es im deutschen Sprachgebiet etwa 100 größere und kleinere Wallfahrtsstätten zu Ehren Annas. Nach 1945 erlebte die Annaverehrung in Westdeutschland einen Aufschwung durch die Schlesier. Das bürgerliche Familienideal des späten Mittelalters förderte noch einmal die Verehrung Annas und der sogenannten Heiligen Sippe, die Darstellungen der Anna selbdritt breiteten sich rasch aus.

 

Zahlreiche Patronate

Anna ist Schutzpatronin gegen Gewitter. Um den Annatag herum beginnen die sommerlichen Hundstage, die bis in den August hinein andauern; diese Jahreszeit wird durch den Aufgang des Hundssterns (des Sirius im Sternbild des großen Hundes) bestimmt und zeichnet sich durch große Hitze und die damit einhergehenden Gewitter aus. Außerdem ist sie Patronin von Florenz, Innsbruck, Neapel und der Bretagne, des Bistums Opole/Oppeln, der Diözese Gliwice /Gleiwitz; der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Ammen, Witwen, Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer, Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede; der Bergwerke. Sie wird angerufen: für eine glückliche Heirat, für Kindersegen und glückliche Geburt, für Reichtum und Wiederauffinden verlorener Sachen und Regen; gegen Gicht, Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter.

Die Kirche gedenkt der hl. Anna am 26. Juli.

 

Wir wünschen allen Annas einen gesegneten Namenstag!