News Bild Für einen Tag auf der Sonnenseite des Lebens - 428 Teilnehmer genossen den 40. Sonnenzug der Caritas nach Fulda/Gottesdienst im Dom und Flanieren im Schlosspark

Für einen Tag auf der Sonnenseite des Lebens - 428 Teilnehmer genossen den 40. Sonnenzug der Caritas nach Fulda/Gottesdienst im Dom und Flanieren im Schlosspark

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„Wir wären früher nie auf die Idee gekommen, selber beim Sonnenzug mitzufahren“, sagen Lina Lauerer (80) und Erna Bach (84) aus Laaber. Für den Sonnenzug hatten sie bisher immer eine kleine Spende übrig. In diesem Jahr haben sie sich entschlossen, einmal selber mitzufahren. „Es fehlt an nichts, wir sind begeistert“, sagen sie. Sie kommen sonst nicht mehr so oft wie früher außer Haus. Die Hüfte mache nicht mehr so mit, sagt Lina Lauerer. Früher waren beide aktiv in Frauenbund und Pfarrei.

428 Teilnehmer, darunter 48 Rollstuhlfahrer und 90 freiwillige Helfer von Caritas und Malteser Hilfsdienst haben am vergangenen Samstag miteinander die traditionelle Ausflugsfahrt der Caritas angetreten. Pünktlich um 6.27 Uhr fuhr der 40. Sonnenzug der Caritas vom Hauptbahnhof ab. Fahrtziel: die Barockstadt Fulda. Zuvor wurden die Sonnenzug-Gäste von Sylvia Stiersdorfer als Vertreterin des Landkreises und vom neuen Regensburger Bürgermeister Joachim Wolbergs verabschiedet.

„Mit dieser Aktion beweist die Caritas einmal mehr, dass es ihr besonders um die Menschen geht, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, sagte Wolbergs. Er versprach, im nächsten Jahr einmal selber mitzufahren. Von Generalvikar Michael Fuchs persönlich bekamen die Reisenden gute Wünsche und den Segen Gottes mit auf den Weg. Die Hanslberger Musikanten unter Leitung von Johann Kindl verwandelten den Bahnhof bereits zu den frühen Morgenstunden in ein stimmungsvolles Volksfest.

90 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Caritas und Malteser Hilfsdienst, darunter vier Ärzte, sorgten dafür, dass die Sonnenzügler professionell betreut und medizinisch versorgt waren. „Ich habe mich schon auf meine Rollstuhlfahrerin gefreut, aber leider konnte sie diesmal nicht dabei sein“, sagte Andreas Fischer von der Malteser Jugend. Zum sechsten Mal fährt der 21-Jährige bereits beim Sonnenzug mit. Freiwillig betont er, weil es einfach schön ist, bekannte Gesichter wieder zu treffen, sagt er. Unter der Woche arbeitet Andreas als Elektriker bei Krones. In seiner Freizeit engagiert er sich bei den Maltesern.

Auch für Karolina (16) ist die Aktion ein tolles Erlebnis. „Es kommt so viel von den älteren Menschen zurück. Wenn sie Freude haben, haben wir das auch“. Karolina ist seit kurzem auf ihrem Gymnasium als Schulsanitäterin tätig. Viele junge Malteser verbrachten diesen Tag mit den alten oder behinderten Menschen. Sie schoben Rollstühle oder halfen beim Toilettengang, immer mit einem Lächeln im Gesicht.

Nach der Ankunft in Fulda feierten die Ausflügler zusammen mit Diözesan-Caritasdirektor Monsignore Bernhard Piendl und Direktor Christian Braun eine feierliche Messe im Dom. „Beim Sonnenzug können wir einfach mal während der Fahrt in Gottes wunderbare Natur schauen. Wenn wir uns den Blick für das Schöne an der Schöpfung Gottes bewahren, geht uns angesichts der Fülle das Herz auf“, sagte Caritasdirektor Piendl in seiner Predigt.

Wenn wir heute füreinander einstehen, uns gegenseitig stützten und stärkten, einfach einander Freude bereiten, dann tun wir im Grunde nichts anderes als das, wozu Christus uns aufruft. Der Sonnenzug sei ein hervorragendes Beispiel dafür. Gott selber sei es, der uns aufgetragen hat, in diesem Sinne reiche Frucht zu bringen. Umso sinnvoller sei, am Grab des Heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen, Eucharistie zu feiern. Bonifatius habe reiche Frucht gebracht, indem er Gottes Wort verkündet, die Botschaft Jesu verbreitet und der Glaubensgemeinschaft der Christen verlässliche Strukturen gegeben hat. Auf ihn geht auch die Gründung des Bistums Regensburg zurück.

Seit 1971 gibt es den Sonnenzug, damals noch „Fahrt in den Frühling“ genannt. Von Anbeginn an stand die Idee der Begegnung im Mittelpunkt: Begegnung von Jungen und Alten, Behinderten und Nichtbehinderten, Gesunden und Kranken. „Wenn wir am Ende nur auf die gute Organisation oder Verpflegung stolz sein könnten, wäre die Idee am Ende“, sagte Brigitte Weißmann, zum ersten Mal Chef-Organisatorin des Sonnenzuges. Im Mittelpunkt stehen das Gemeinschaftserlebnis und die Möglichkeit, neue Kontakte und Freundschaften zu schließen.

In der Orangerie des Stadtschlosses gab es für die Teilnehmer Mittagessen und Kaffee und Kuchen. Der Schlosspark zeigte sich an diesem Tag bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Viele Sonnenzügler genossen die „grüne Oase“ inmitten der Stadt. Bereits seit den frühen Morgenstunden waren die Mitarbeiter des technischen Dienstes der Caritas damit beschäftigt, den Zug mit allem Notwendigen zu verladen: Wasser, Kaffee und Tee, 1060 Wiener Würstchen, 1100 Brezen und Semmeln, 450 Päckchen Aufschnitt a 125 Gramm, 500 Tafeln Schokolade, mehr als 100 Kisten mit Getränken sowie über 50 Rollstühle.

Am Nachmittag ehrte Caritasdirektor Piendl vier Personen, die vom ersten Sonnenzug an immer mit dabei waren: die ehemalige Regensburger Bürgermeisterin Hildegard Anke, der ehemalige leitende Medizinaldirektor Dr. Alwin Hechenrieder, der langjährige Organisator des Sonnenzuges Hermann Kerscher und Udo Wentzel, früher „technischer Direktor“ des Sonnenzuges und jetzt Einsatzleiter der Malteser. Alle vier bekamen als Zeichen des Dankes einen eigens von der Caritas beauftragten Bronze-Kunstguss des Künstlers Alfred Böschl aus Adlhausen. Er zeigt die Szene der Fußwaschung, zentrales Sinnbild für gelebte Nächstenliebe.

Der Musikverein Niesig aus Fulda erfreute die Teilnehmer mit einem Standkonzert im Schloss. Das inzwischen zum Inventar gehörende „Sonnenzug-Quintett“ sorgte ebenfalls für gute Laune und Stimmung im Schloss und im Zug. Die vier Musiker gingen traditionell von Waggon zu Waggon und erfüllten die Musikwünsche der Gäste. Genau auf die Minute geplant traf der Sonderzug am Abend wieder in Regensburg ein.

Organisiert wird der Sonnenzug alljährlich vom Diözesan-Caritasverband Regensburg. Zur Deckung der Kosten bittet die Caritas weiterhin um Spenden:
Konto 116 116 4 bei der LIGA Bank Regensburg (BLZ 750 903 00), Stichwort „Sonnenzug“.



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