Der Diözesanpastoralrat tagte im Emmeramforum.

Diözesanpastoralrat tagt bei Frühjahrsvollversammlung

Glaube, Gemeinschaft und Verantwortung


Regensburg, 13. März 2026 

Bei der Frühjahrssitzung des Diözesanpastoralrats, die am 13. März 2026 stattfand, wurden die Hochschulseelsorge im Bistum Regensburg sowie pastorale Aspekte zur Begleitung Erwachsener auf dem Weg zur Taufe für das Bistum Regensburg behandelt. Außerdem wurde die Pfarrgemeinderatswahl 2026 analysiert.

Erstmals hat sich das Gremium im Emmeramforum in Regensburg getroffen. Deshalb stellte Dekan Roman Gerl auch das Konzept des Emmeramscafés vor, das von Ehrenamtlichen betrieben wird.

Die KHG: Gemeinschaft, Seelsorge und Austausch

Studentenpfarrer Dr. Martin Seiberl stellte die Hochschulpastoral im Bistum Regensburg vor. Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) solle der Kirche an den Regensburger Hochschulen ein Gesicht geben. Es solle ein Ort sein, an dem der christliche Glaube gelebt, geteilt und reflektiert werden könne. Nicht nur den Studierenden, sondern auch den Mitarbeitenden und den Lehrenden biete man Gottesdienst und Gebet, Begegnung und Gemeinschaft sowie Seelsorge und Unterstützung an. Man sei dabei an der Universität, an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) und an der Hochschule für kath. Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) tätig. Neben ihm gehörten noch zwei Pastoralreferenten und zwei FOCUS-Missionare zum Team. Viele Studierende würden sich beispielsweise als Ministranten, in der Schola, im Taizé-Team oder im Gemeinde-Chor beteiligen. Die traditionellen Sonntagabend-Gottesdienste feiere man seit einiger Zeit in der Dominikanerkirche, um näher in der Innenstadt zu sein. Die anschließenden Begegnungen in einer Gastwirtschaft ermöglichten einen ungezwungenen Austausch. Aber auch Seelsorge und Beratung gehöre zum Angebot und werde gut angenommen. Theresa Kern von den FOCUS-Missionaren berichtete von ihrer Arbeit in der KHG. FOCUS (Fellowship of Catholic University Students) sei eine amerikanische Initiative, die es seit einigen Jahren auch in Europa gebe. Im vergangenen Wintersemester habe man fünf Bibelgruppen gründen können. Man biete auch Glaubensbegleitung und Jüngerschaft an. Ziel sei es, Menschen zu gewinnen, aufzubauen und auzusenden. Es handle sich um eine freie Jüngerschaft, um sich im Alltag mit dem Glauben auseinanderzusetzen und diesen zu leben. Zukünftig solle aber der Schwerpunkt der FOCUS-Missionare wieder außerhalb Europas liegen.

Begleitung auf dem Weg zur Erwachsenentaufe

Pastoralreferentin Heidi Braun von der Fachstelle Gemeindekatechese im Bistum Regensburg berichtete von ihren Erfahrungen mit erwachsenen Taufbewerbern, Konvertiten und Wiederaufnahmen in die katholische Kirche. Motive für die Taufe von Erwachsenen seien oft die Suche nach Lebenssinn, biographische Anlässe oder auch eine Heimat zu finden. Zum Wiedereintritt motiviere oft, dass man wieder dazugehören wolle, dass der Austritt unüberlegt gewesen sei oder man die Kirche unterstützen wolle, weil diese einen Wert für die Gesellschaft habe. Die Zahl der Erwachsenentaufen hätten deutschlandweit mit Corona einen starken Einbruch erlebt, seien aber wieder im Anstieg. Für einen Zugang seien persönliche Begegnung, die Erfahrung von Gemeinschaft und spirituelle Erfahrungen wichtig. Nach einem Erstgespräch würde das Katechumenat anstehen, das verschiedene Stationen habe. Nach der Aufnahme/Wiederaufnahme seien Wegbegleitung, Gemeinschaft und Kontakt halten wichtig. Heidi Braun empfahl, präsent zu sein und den Glauben auch anzubieten. Man solle in den Pfarreien eine „Willkommenskultur“ mit niederschwelligen Angeboten entwickeln. Sie regte an, bei Austritten nach zwei bis drei Jahren nachzufragen und Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Sie wies außerdem darauf hin, dass Taufbewerber auch eine Außenwirkung hätten und auch den eigenen Glauben in Frage stellen würden. Die Anwesenden diskutierten noch verschiedene Aspekte zum Kirchenaustritt und wiesen darauf hin, wie wichtig es sei, mit den Ausgetretenen nach einer gewissen Zeit wieder in Kontakt zu treten.

5290 Personen übernehmen Verantwortung in Pfarrgemeinderat

Ein weiterer Themenpunkt der Sitzung war die Pfarrgemeinderatswahl, die am 1. März 2026 stattfand. Der Geschäftsführer der Diözesanen Räte, Manfred Fürnrohr, stellte die Zahlen vor. Knapp 885.000 Katholiken seien wahlberechtigt gewesen, 117.411 Wähler seien zu verzeichnen gewesen. Die Wahlbeteiligung habe bei 13,27% gelegen, was einen leichten Rückgang um 0,3%-Punkte bedeute. Da etliche Pfarreien keine allgemeine Briefwahl durchgeführt hätten, die erfahrungsgemäß zu einer höheren Wahlbeteiligung führe, sei das Ergebnis in Ordnung. Junge Leute seien nur wenig im Pfarrgemeinderat vertreten. Zukünftig müsse man vermitteln, dass eine hohe Wahlbeteiligung auch eine Wertschätzung der PGR-Arbeit bedeute und der Auftrag durch die Gemeinde im Vordergrund stehe. Die Wahl sei oft als Bestätigungswahl durchgeführt worden sei. Insgesamt seien 5290 Personen gewählt worden, die sich verpflichtet hätten, vier Jahre lang das Pfarrleben mitzugestalten.

Auch das Thema Pastorale Entwicklung mit der Bewertung der Pfarrheime wurde angesprochen. Generalvikar Dr. Roland Batz betonte, dass man neue Kriterien entwickeln müsse, um die Bewertung zu erleichtern.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellte in einem betrachtenden Impuls anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi das bekannte Kreuz von San Damiano vor. Viele Details im Bild würden oft nicht wahrgenommen. In diesem Bild sei ein Paradoxon zu finden: der Gekreuzigte sei gestorben, was die Wunde in der Seite zeige, aber er lebe auch, was die offenen Augen darstellten. Bischof Voderholzer ging noch auf weitere Details ein und betonte, dass in diesem Bild die ganze Heilsgeschichte zu finden sei. Als zweites Bild stellte er den Isenheimer Altar vor, der 1515 von Grünewald gemalt wurde. Es handle sich auch hier um ein hochtheologisches Glaubensbild. Dieses Bild sei aber nicht für eine Kathedrale, sondern für ein Krankenhaus gemalt worden, um die Kranken, die am „Antoniusbrand“ erkrankt waren, zu trösten. Jesus Christus lebe mit ihnen, da auch er auf dem Bild mit diesen Symptomen gemalt worden sei.

Text und Fotos: Manfred Fürnrohr
(jas)



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