News Bild Für den bäuerlichen Familienbetrieb in unserer Region - Bischof Gerhard Ludwig Müller besucht Milchwirtschaftsbetrieb in Sinzing

Für den bäuerlichen Familienbetrieb in unserer Region - Bischof Gerhard Ludwig Müller besucht Milchwirtschaftsbetrieb in Sinzing

Home / News

(pdr) Fast 4000 Betriebe verschwinden in den nächsten fünf Jahren von der Bildfläche. Rund 15.000 Menschen verlieren damit Arbeit, Lebensgrundlage und Perspektive. Die Rede ist von bäuerlichen Familienbetrieben in der Oberpfalz und in Niederbayern. Die Krise der traditionellen Landwirtschaft greift schleichend um sich. Die öffentliche Aufmerksamkeit nimmt das Höfesterben kaum wahr. Als Bischof Gerhard Ludwig Müller am Montag den Hof der Familie Gaßner in Bergmatting (Sinzing) besuchte, brachte die Hausherrin Elisabeth Gaßner ihr Anliegen schon in der Begrüßung auf den Punkt: „Ich heiße Sie im Namen aller Bauern der Region willkommen und bin Ihnen dankbar, dass Sie der bäuerlichen Landwirtschaft Ihre Wertschätzung zeigen.“

Der Niedergang bäuerlicher Familienbetriebe ist bei weitem nicht nur ein wirtschaftliches Problem. Er betrifft die Landschaft und ihren Charakter, die Dörfer und die gesamte Lebensweise. Den Besuch des Bischofs begleiten Matthias Rembold und Josef Schwaiger von der katholischen Landjugendbewegung sowie Pfarrer Holger Kruschina und Martin Schulze von der Katholischen Landvolkbewegung (KLB): „Wenn die landwirtschaftlichen Arbeitsplätze verschwinden, dann wandeln sich die Dörfer zu reinen Wohnorten. Nachbarschaften lösen sich auf und das gesellschaftliche Leben verarmt. Schulen, Kindergärten und öffentlichen Versorgungseinrichtungen müssen wir schließen. Menschen kehren ihren Dörfern den Rücken. Die Lebensqualität sinkt.“

Bischof Gerhard Ludwig besichtigte den Vorzeige-Hof der Familie Gaßner mit seinen Stallungen, der Kleintierzucht, den großen Silos und der Kälberaufzucht. Draußen zeigte das Thermometer fünf Grad Frost an. Man trifft sich in der guten Stube und freut sich über heißen Kaffee und duftigen Apfelkuchen. Was kann die Kirche für die Bauern in dieser Krise tun? Das ist die Frage, die im Raum steht.
Im Ergebnis wachsen drei Antworten:

Die bäuerlichen Verbände müssen einen Weg finden, zusammenzuarbeiten. „Es kann doch nicht sein, dass sich gerade in der größten Krise die Verbände der Bauern damit beschäftigen, gegeneinander zu arbeiten.“ Bischof Gerhard Ludwig ist sich mit den Landwirten und den Vertretern der Katholischen Landvolkbewegung einig: „Als Kirche müssen wir die Menschen zur gemeinsamen Anstrengung aufrufen. Hier und heute stehen Existenzen auf dem Spiel. Da muss man den Schulterschluss suchen.“
Die Kirche muss mit gutem Beispiel vorangehen und aufzeigen, wie Verbraucher die regionalen Landwirte unterstützen können. Dabei ist zu prüfen, wie kirchliche Einrichtungen mit ihren Einkaufsentscheidungen eine Landwirtschaft bestärken, die in der Region zu Hause ist, die nachhaltig arbeitet und immer auch die künftigen Generationen im Blick hat, die lange Transportwege vermeidet und die das Gesicht unserer Landschaft und unserer Natur prägt.

Die Kirche und ihre beiden Verbände, die Katholische Landjugendbewegung und die Katholische Landvolkbewegung, können das öffentliche Bewusstsein schärfen und allen Verbrauchern die Bedeutung einer ökologischen regionalen und sozialen Landwirtschaft mit all ihren Zusammenhängen darlegen. Bischof Gerhard Ludwig Müller: „Letztlich entscheidet jeder Einzelne mit seinem Einkauf darüber, welchen Stellenwert die Erzeugnisse unserer Region auf den Märkten haben.“