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Zur Neuigkeit
Fritz Gerlich: Ausstellung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
Erbitterter Gegner der Nationalsozialisten
München, 22. April 2026
Der Lebensweg eines bekannten NS-Widerstandskämpfers wird bis zum 15. Mai in München gezeigt: Die Ausstellung „Fritz Gerlich. Erbitterter Gegner der Nationalsozialisten“ im Bayerischen Hauptstaatsarchiv zeichnet nach, wie es dazu kam, dass der Journalist und Publizist 1934 wegen seiner politischen Auffassungen durch die Nationalsozialisten ermordet wurde.
Vom Archivar zum Widerstandskämpfer
Fritz Gerlich kam 1883 in Stettin zur Welt, 1901 ging er zum Studium nach München. Er beendete seine Studien mit der Promotion und trat als Archivar in den bayerischen Staatsdienst ein.
Mit der Übernahme des Chefredakteurspostens der „Münchner Neuesten Nachrichten“ machte Gerlich 1920 einen Karrieresprung. In dieser Zeit sympathisierte er mit dem aufkommenden Nationalsozialismus, von dem er sich allerdings nach dem Hitler-Putsch abwandte. Ende der 1920er Jahre geriet Gerlich in eine psychische, geschäftliche und familiäre Krise, auch seine Frau trennte sich von ihm. Überarbeitet und erschöpft verfiel er dem Alkohol. Als die stigmatisierte Mystikerin aus Konnersreuth, Therese Neumann, zum Tagesthema der bayerischen Bevölkerung wurde, hielt Gerlich die Geschehnisse für einen Schwindel und wollte die Vorgänge durch einen Besuch widerlegen. Doch er kam verändert aus Konnersreuth zurück. 1931 ließ er sich auf den Namen Fritz Michael Gerlich katholisch taufen. Mit seiner Ehefrau gelang eine Versöhnung.
Bestärkt durch seine Freunde aus Konnersreuth kaufte und politisierte Fritz Gerlich 1930 die Wochenzeitung „Illustrierter Sonntag“. Mit Hilfe der Zeitung wollte er die Bevölkerung über die Gefahren des Kommunismus und des Nationalsozialismus aufklären und sie über das naturrechtliche Denken zum katholischen Glauben hinführen. Es war der verzweifelte Versuch, die Bevölkerung und die Politiker wachzurütteln. 1932 änderte er den Namen der Zeitung in „Der Gerade Weg. Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht“. Ein harter Kampf begann. Die Nationalsozialisten reagierten auf seine polemischen Artikel mit Drohungen, hinzu kamen finanzielle Schwierigkeiten. Trotz allem fand die Zeitung eine breite Leserschaft.
Als die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland an die Macht kamen, drängten Gerlichs Mitarbeiter ihn zur Flucht. Er lehnte ab. Am 9. März 1933 wurde die Redaktion des „Geraden Wegs“ von SA-Truppen gestürmt. Fritz Gerlich wurde schwer misshandelt, verletzt und in „Schutzhaft“ genommen. Über ein Jahr wurde er ohne Verfahren festgehalten, überwiegend im Polizeipräsidium in der Ettstraße. Zweimal wurde er schwer misshandelt.
In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 wurde Gerlich ins KZ Dachau gebracht. Der sogenannte Röhm-Putsch bot eine gute Gelegenheit, unliebsame Gegner zu beseitigen. In Dachau wurde Gerlich erschossen und seine Leiche später auf dem Münchner Ostfriedhof eingeäschert. 2017 wurde durch das Erzbistum München und Freising ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet.
Ausstellung ab jetzt geöffnet
„Fritz Gerlich. Erbitterter Gegner der Nationalsozialisten“ ist eine Ausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, bearbeitet von Julia Landmann. Die Exponate und Reproduktionen stammen aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, dem Staatsarchiv München, dem Stadtarchiv Rosenheim und vom St. Michaelsbund, Diözesanverband München und Freising e.V. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet.
Termin: 21. April bis 15. Mai 2026
Ort: Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30–18 Uhr, Freitag 8.30–13.30 Uhr (geschlossen am 1. und 14. Mai)
Eintritt frei
Allgemeine öffentliche Führungen: Donnerstag, 23.4., 30.4. und 7.5., jeweils um 13 Uhr
Text: Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
(kw)

Weitere Infos
Weitere Infos und Material: Fritz Gerlich - NS-Gegner, Publizist, Katholik




