orgelempore mit orgelpfeifen

Königin der Instrumente kehrt in die Georgskirche in Amberg zurück

Neues Buch zur Historie aufgelegt


Amberg, 23. April 2026

Rechtzeitig zur anstehenden Orgelweihe am 26. April 2026 mit Bischof Rudolf Voderholzer präsentiert der Förderverein Georgsorgel ein neues Buch als reich illustrierte Festschrift, über 600 Jahre Orgelschicksal, in welchen er das Meisterwerk, die neue Orgel der St. Georgs-Kirche in Amberg, mehrdimensional präsentiert.

Geschichte voller Spannung steckt im Bau der imposanten St. Georgs-Kirche in Amberg und ihrer Ausstattung, speziell der Orgel. Als die Reformation das Gotteshaus leergefegt hatte, entfernte man 1604 noch die gotische Schwalbennestorgel. Kurz darauf kamen zur Rekatholisierung Jesuiten und verwandelten den Raum in einen barocken Festsaal. Zur Krönung lieferte 1767 die Amberger Werkstätte Funtsch ein neues Instrument. Es erklang sechs Jahre, dann mussten die Jesuiten wieder fortziehen. Der prächtigen Kirche drohte der Dornröschenschlaf, der jungen Orgel blühte ein auf und Ab bis in die jüngste Zeit. 

Die Vorfreude auf die Buchvorstellung war bei den treibenden Kräften Peter K. Donhauser, StD i.R, sowie Dr. Markus Lommer, Hochschulseelsorger der OTH AM-WEN kaum zu übersehen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Stadtpfarrer und Regionaldekan Markus Brunner führte der 1. Vorsitzende des Fördervereins Georgsorgel, Johann Paulus die geladenen Gäste in das Buchprojekt ein. Bereits im Jahre 2012 sei ein Förderverein Georgsorgel geründet worden mit dem Ziel, die finanziellen Mittel für eine neue Orgel zu beschaffen. Die Mitglieder haben seither die finanzielle Basis gelegt. Dabei war es auch Aufgabe des Fördervereins, die Pfarrgemeinde von der Notwendigkeit und der Dimension der Investition zu überzeugen, was hervorragend gelungen sei. Bereits deutlich vor der erwarteten Zeitspange waren die notwendigen Eigenmittel vorhanden, sodass die Arbeiten für die neue Orgel mit der beauftragten Firma Klais aus Bonn bereits im Herbst 2024 aktiv angegangen werden konnten. 

Die treibende Kraft des Orgelneubaus Peter K. Donhauser führte die Abläufe in der Planung und Durchführung des Projekts aus. Ein Gutachter hatte dabei festgestellt, dass die vorhandene Orgel, trotz einer Restauration im Jahre 1998, in einem sehr schlechten Zustand war. Töne blieben beim Spiel hängen, das Instrument hielt die Intonation nicht und letzten Endes waren zu viele Register und Orgelpfeifen auf zu wenig Platz untergebracht. So war der Neubau der Orgel in das vorhandene historische Gehäuse die einzig sinnvolle Entscheidung. Der Zufall wollte es so, dass man mit der Beauftragung der Firma Klais aus Bonn genau das Unternehmen auswählte, welches auch die originale Funtsch-Orgel der Wallfahrtskirche auf dem Habsberg (Diözese Eichstätt), somit der kleinen Schwester der Orgel von St. Georg 1972, zukunftsweisend restauriert hatte. 

Markus Lommer erklärte den Anwesenden den Aufbau des Buches. Erst im Juni vergangenen Jahres hatte man die Idee, ein Buch über die neue Orgel herauszugeben. Somit ein sehr ambitioniertes Vorhaben, welches in weniger als neun Monaten verwirklicht wurde. Das Werk befasst sich neben der Georgsorgel auch ausgiebig (über 30 Seiten) mit der Funtsch-Orgel auf dem Habsberg, die wohl bedeutendste Oberpfälzer Denkmalorgel. Die hochwertigen Bilder dazu wurden größtenteils von Rudolf Ettl erstellt und beigetragen. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat ein Grußwort für das neue Buch beigesteuert. Für den Druck und die Bindung hat man sich bewusst für ein sehr etabliertes, in der Region führendes Qualitätsunternehmen entschieden. Die Firma Pustet ist nicht nur Verlag und Druckerei, sondern auch Buchbinderei und verfügt über ein Netz von Buchhandlungen, wo das Buch vertrieben werden kann. 

Verleger Friedrich Pustet bedankte sich für die gute und sehr angenehme Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen und freue sich über das gelungene Werk welches sich nahtlos in die zahlreichen Publikationen über die Oberpfalz einreihe. 

Peter K. Donhauser stellte das Programm zur Einweihung der Orgel vor. Nach der Segnung durch Bischof Rudolf Voderholzer am Sonntag, 26. April, um 10 Uhr, wird das Instrument von Prof. Martin Sturm, einem gebürtigen Velburger als Festorganist gespielt. Um 15 Uhr findet ein Orgelkonzert ebenfalls mit Prof. Martin Sturm statt. 

Im Laufe des Jahres gibt es dann noch zahlreiche Orgelevents. Diese gliedern sich in Orgelkonzerte, Orgelvespern, Orgelmessen sowie Orgelführungen. Dazu gibt es auf der Homepage der Pfarrei unter www.amberg-st-georg.de einen Flyer mit allen Terminen. 

Auch Pfarrer Markus Brunner zeigte sich sehr erfreut, dass das Orgelprojekt nach nunmehr 14 Jahren Planung umgesetzt werden konnte. Die Orgel solle zum Lobpreis Gottes erklingen aber auch für Konzerte eine Funktion haben. Er hoffe, dass diese Orgel über viele Generationen hinweg ihren Dienst tun und damit auch die Herzen der Gläubigen zu Gott emporheben werde. 

Das neue Buch ist ab dem kommenden Sonntag, bei der Orgelweihe und beim anschließenden Pfarrfest erhältlich. Danach kann es auch weiterhin im Pfarramt St. Georg, aber auch im Buchhandel zum Preis von 19,95 € erworben werden. 

Text und Fotos: Wolfgang Schöpf
(jas)



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