News Bild Freude über "unseren Papst Benedikt" in Berlin

Freude über "unseren Papst Benedikt" in Berlin

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(pdr) Anton Frischholz aus Thalmassing war am 28. Mai 2011 mit 20 Sodalen der Marianischen Männer-Congregation (MMC) zur Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. in Rom. Damals haben die Sodalen dem Heiligen Vater versprochen, anlässlich seines Staatsbesuches in Deutschland zur großen Messfeier ins Berliner Olympiastadion zu kommen. Nun sind die Sodalen da.

Gekommen sind sie aus dem Bistum Regensburg mit 25 MMC-Bannern, die am Eingang des Fußballfeldes munter in der Luft flattern. Fünfeinhalb Stunden hat die Fahrt mit dem Bus gedauert. Anton Frischholz ist froh, den Heiligen Vater wieder persönlich zu sehen. "Wir freuen uns, dass wir Papst Benedikt wiedersehen. Wir sind miteinander im Gebet verbunden." Als Lkw-Fahrer war Anton Frischholz wiederholt in Berlin, wo er auch Verwandte wohnen hat. Absoluter Höhepunkt ist für ihn die Heilige Messe, bei der er dann auch seine Cousine treffen möchte.

Ulrike Karger aus Donaustauf findet es "schön", dass ein großer Teil der Gläubigen aus dem Bistum Regensburg einen Sitzplatz zentral auf dem Fußballfeld im Olympiastadion gefunden hat. Sie ist zum ersten Mal in dem Stadion und in Berlin. Überhaupt, so Frau Karger, sei es "ist sehr wichtig, unseren Heiligen Vater gerade in der Hauptstadt zu unterstützen, weil hier im Parlament wichtige Entscheidungen bezüglich des Lebensschutzes getroffen werden". Frau Karger ist engagiertes Mitglied der "Helfer für Gottes wertvolle Kinder", die im Bistum einmal im Monat eine Vigil mit Gebet für die ungeborenen Kinder abhalten. "Klar, dass wir kommen mussten, damit unser Heiliger Vater nicht allein hier ist", sagt die Lebensschützerin.

Dass das Stadion mit Menschen gefüllt ist, findet sie bemerkenswert. "Offensichtlich hatte der normale Gläubige recht mit seinem Vertrauen darauf, dass das Stadion gefüllt sein wird." Aus Donaustauf sind 25 Gläubige im Bus angereist, insgesamt befanden sich 43 Gläubige in dem Fahrzeug. Unterwegs sei man den Tegernheimern begegnet, und über diese Begegnung, diese Möglichkeit zur Solidarität außerhalb der Heimat habe man sich sehr gefreut.

Tatsächlich ist das Stadion schon vor Beginn der Heiligen Messfeier weitgehend gefüllt, und die Rede des Heiligen Vaters wird auf großen Leinwänden live übertragen, wobei, wie in den Tagen und Wochen zuvor berichtet, nicht wenige Sitzplätze leer bleiben. "Es ist wichtig, dass die Stühle leer bleiben", sagt Frau Karger: "Dieser Wahrheit muss man einfach ins Auge sehen."

Frau Dora Gabelsberger, Sprecherin des Pfarrgemeinderates in Wolnzach im Bistum Regensburg, hat mit zahlreichen Gläubigen aus Wolnzach ebenfalls einen Platz auf dem Fußballfeld gefunden. Übrigens sind Plastikmatten auf das grüne Gras gelegt worden, auf denen wiederum die Stühle stehen. Die Fahrt am Vormittag hat Frau Gabelsberger als "kurzweilig" erfahren. Gefallen hat ihr, dass zu Beginn auch ein eigenes Morgengebet gesprochen wurde.

Mit im Bus war Monika Pfaller aus Riedenburg. Das eigens erstellte Pilgerheft findet die Hebamme "wunderschön". Es enthalte ein "gutes Gemisch" aus Informationen und Gebeten. An der katholischen Kirche gefalle ihr ganz besonders gut, dass sie zum Ausdruck bringt, "dass Gott lebt". Mit diesen Überlegungen greift Frau Pfaller Überlegungen auf, die der Heilige Vater während der Predigt artikulieren wird. Diese Verbundenheit von Gläubigen und Gott durch die Kirche in der heutigen Zeit anderen Menschen zu sagen, das sei sehr wichtig, betont die Hebamme. Sie freue sich sehr, als "normale Katholikin" aus dem Glauben zu leben, und erinnert daran, dass es entgegen dem öffentlichen Bild sehr viele Gläubige gibt, die dies ebenfalls tun, die also das tägliche Gebet bei Tisch und vor dem Schlafengehen pflegen und den Glauben ihren Kindern weitergeben. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass sich Frau Pfaller ganz besonders freut, im Stadion mit dabei sein zu dürfen, zumal auf einem ebenfalls guten Platz etwa in der Mitte des Fußballfeldes. Den Organisatoren des Tages ist die Hebamme sehr dankbar.

Schließlich ist aus dem Bistum Regensburg auch ein ganzes Team von Chauffeuren gemeinsam unterwegs im Stadion. Rund 6000 Gläubige sind in 120 Bussen angereist, und Fritz Dechant hat den Bus mit den Domspatzen gesteuert. Er kennt das Stadion vom Fußball her, freut sich aber, heute einmal aus einem erhebenderen Anlass hier zu sein. Die Stimmung im Bus - losgegangen ist es um 9 Uhr vormittags - hat Chauffeur Dechant als "hervorragend" erlebt. Er freut sich auch deshalb, in Berlin zu sein, weil dadurch die katholische Minderheit unterstützt wird: "In diesem Sinne muss ein Ruck durch unsere Bundeshauptstadt gehen", so Dechant. Von Personen in Berlin, die betont eine andere Lebensweise als die christliche pflegen und deren Gegendemonstration in diesen Minuten zehn Kilometer entfernt, beim Potsdamer Platz in Berlin, beginnt, fordert Fritz Dechant entschieden mehr Toleranz. Außerdem solle man sich mit Ausblick auf kommende Wahlen merken, wer von den Bundestagsabgeordneten während der Rede des Heiligen Vaters nicht anwesend war. "Solche Leute müssten doch eigentlich so souverän sein, dass sie sich auch anhören können, was andere zu sagen haben."