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Vor der apostolischen Reise Leos XIV. nach Frankreich
„Starker spiritueller Durst“
Lourdes / Paris / Metz / Regensburg, 9. September 2026
In Frankreich ist kurz vor dem Besuch von Leo XIV. ein „starker spiritueller Durst“ zu spüren. Das sagte Kardinal Jean-Marc Aveline von Marseille am 8. September 2026, dem Festtag Mariä Geburt, auf einer Pressekonferenz in Paris. Für Leo XIV. wird es seine fünfte apostolische Reise – die dritte in ein europäisches Land.
Zum Motto der Visite „Damit die Welt das Leben habe“ aus dem Johannesevangelium bemerkte Aveline, der auch Vorsitzender der Bischofskonferenz ist, man habe es ohne politische Hintergedanken ausgesucht. Allerdings sei darin durchaus eine Botschaft „für den Schutz der Würde des menschlichen Lebens“ versteckt. Die Pariser Nationalversammlung hat im Juli die Legalisierung von assistiertem Suizid beschlossen. Die Kosten für die Papstreise werden auf ungefähr 27 Millionen Euro geschätzt. Nach Avelines Angaben sind bereits Spenden von etwa 5,5 Millionen Euro eingegangen.
Etwa eine Million Menschen sollen sich bereits um die Teilnahme an einem der päpstlichen Programmpunkte bemüht haben. Der Kardinal sprach von einer „großen organisatorischen und logistischen Herausforderung“. Der Erzbischof von Paris, Laurent Ulrich, wies darauf hin, dass man für Veranstaltungen in der Hauptstadt „die emblematischsten Orte“ ausgesucht habe, darunter die „Place de la Concorde“ und die berühmten Champs-Élysées. Das sei einigen Befürwortern des Verfassungsgrundsatzes der „laïcité “ übel aufgestoßen. Ulrich erinnerte aber daran, dass auch der säkulare Staat die öffentliche Religionsausübung garantieren müsse.
Der Sprecher der Bischofskonferenz, Bischof Antoine Bozo, ließ wissen, dass Papst Leo XIV. von Anfang an darauf gedrungen habe, während seines Frankreich-Aufenthalts auch einigen Opfern von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Kontext zu begegnen. Weitere Opfer sind, falls sie das wünschen, dazu eingeladen, sich mit ihren Anliegen und Gedanken schriftlich an den Papst zu wenden; die Texte sollen Leo überreicht werden. Ursprünglich sei die gesamte Reise nach Frankreich erst für 2027 oder sogar Anfang 2028 ins Auge gefasst worden – aber Papst Leo habe sich für eine Reise noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr entschieden.
Wie ein normaler Lourdes-Pilger
Den Marienwallfahrtsort Lourdes in den Pyrenäen will der Papst dezidiert als Pilger besuchen, wie auf der Pressekonferenz deutlich wurde. Leo wolle in der Erscheinungsgrotte von Massabielle „den Felsen berühren, aus der Gnadenquelle trinken, eine Kerze entzünden und still beten, wie das die Pilger üblicherweise tun“. Anschließend werde er an der üblichen Lichterprozession teilnehmen und eine Messe feiern.
Das Treffen des Papstes mit Jugendlichen soll in Saint-Denis stattfinden, einer Trabantenstadt nördlich von Paris mit vielen Problemen der Peripherie, zugleich aber Standort einer bedeutenden Kathedrale, die sich dadurch hervorhebt, dass ihr Chor mit seinem Umgang als ältestes Beispiel der Kathedralgotik überhaupt gelten darf. Der örtliche Bischof Etienne Guillet teilte indessen mit, dass die jungen Leute zu der Gebetsvigil auch Freunde anderer Religionen eingeladen haben: Juden, Muslime, Sikh, Buddhisten und Hindus. „Sie leben das ganze Jahr über zusammen und wollen deswegen diesen Moment mit allen teilen.“
Text: Vatican News / sig
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