Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Feierliche Öffnung des Westportals und Tag der Ehejubilare im Regensburger Dom im Rahmen der Wolfgangswoche
„Ich bin bei euch alle Tage“
Regensburg, 22. Juni 2026
Drei Großereignisse konnten gemeinsam im Regensburger Dom gefeiert werden. Im Rahmen der Wolfgangswoche hat Bischof Rudolf Voderholzer am Sonntag, dem 21. Juni 2026, im Regensburger Dom St. Peter den (ersten) Tag der Ehejubilare gefeiert. Verbunden damit war die feierliche Wiedereröffnung des Westportals im Kontext des 750-jährigen Jubiläums des gotischen Domes, das in diesem Jahr gefeiert wird.
Zu Beginn des Pontifikalamtes öffnete Bischof Rudolf Voderholzer das Westportal in einem feierlichen Ritus. Mit dem Bischofstab klopfte er dreimal gegen das Portal, bezeichnete, nachdem die beiden großen Tor-Flügel geöffnet waren, die Schwelle mit dem Kreuzzeichen und sprach ein Segensgebet. Danach zog er mit dem liturgischen Dienst und dem Domkapitel durch das Westportal in den Dom ein. Der Mädchenchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Elena Szuczies und ein Bläserensemble gestalteten die Öffnung des Portals und den Tag der Ehejubilare musikalisch. Domkapellmeister Christian Heiß hatte eigens eine Intrada komponiert.

219 Jubelpaar feierten ihr Ehejubiläum
219 Ehepaare aus dem ganzen Bistumsgebiet, die auf 25, 40, 50, 60 und teilweise mehr als 60 Ehejahre zurückblicken konnten, waren zur Eucharistiefeier versammelt. Bischof Rudolf würdigte in seiner Predigt die Treue und das gemeinsame Glaubenszeugnis der Jubelpaare als tragendes Fundament kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens und dankte den Ehejubilaren von ganzem Herzen für dieses gelebte Glaubenszeugnis, dass Vorbild für junge Paare sein kann.
Ausgehend vom liturgischen und geistlichen Charakter der Ehe betonte der Bischof die Sakramentalität der ehelichen Gemeinschaft, die in der gegenseitigen Hingabe und im Ja-Wort vor Gott gegründet sei. Dabei erinnerte er an den liturgischen Ablauf der Trauung, bei dem das Brautpaar traditionell am Kirchenportal empfangen und anschließend in einer feierlichen Prozession über die Schwelle der Kirche zum Altar geführt wird. Dieses Bild des gemeinsamen Übergangs präge den Charakter der Ehe als sakramentale Lebensgemeinschaft. Besonderes Augenmerk legte er auf die Verheißung der Gegenwart Christi in der Ehe: Die Zusage „Ich bin bei euch alle Tage“ begleite die Eheleute in allen Lebenssituationen und schenke Kraft zur Erneuerung, zur Vergebung und zum gemeinsamen Neubeginn. Damit werde die Ehe zu einem Ort gelebten Glaubens und beständiger Heiligung im Alltag.
Der Bischof ging zudem auf die liturgische Besonderheit des Regensburger Domes ein. Dieser sei keine Pfarrkirche, weshalb dort in der Regel keine Trauungen stattfinden. Gleichwohl habe der Dom während der Renovierungszeit der Niedermünsterkirche als Ausweichkirche für die Dompfarrei gedient, sodass dort zeitweise auch Trauungen gefeiert worden seien. „Vielleicht – wir konnten es nicht genau herausbringen – ist ja sogar unter den Jubelpaaren das eine oder andere Paar, das mit dem Dom sogar die Erinnerung an die Trauung selbst verbindet“, fügte Bischof Voderholzer an.
Feier der Ehejubilare: besonderer Höhepunkt im Kirchenjahr
Ausführlich erläuterte der Regensburger Oberhirte die geistliche Dimension des Kirchenraumes. Der Dom sei ein Ort des Gebets, der Verkündigung und der Gegenwart Gottes. Glocken, die zum Gottesdienst rufen, die Orgel, die den Einzug und den Gesang begleite. Der „Altar ist der Ort der Gegenwart des Herrn im Brot des Lebens, die Bilder, die vom Glauben künden“, so Bischof Rudolf. Die Kirche ist auch ein Ort, der unabhängig von äußeren Bedingungen wie Wetter Gemeinschaft ermögliche und Menschen über Generationen hinweg verbinde.
In diesem Zusammenhang äußerte sich Bischof Rudolf auch zur heutigen Praxis von Trauungen außerhalb der Kirche. Während das Gebet grundsätzlich an vielen Orten möglich sei – im Freien, in der Natur oder an besonderen Landschaftsorten –, sei die kirchliche Trauung in einem geweihten Raum Ausdruck der kirchlichen und sakramentalen Verortung der Ehe. Diejenigen, die im Freien beteten, so seine Beobachtung, seien häufig auch diejenigen, die zuvor bereits in der Kirche verwurzelt gewesen seien.
Theologisch stellte der Bischof die Ehe als Weggemeinschaft dar, die mit einer Fahrt auf das offene Meer verglichen werden kann. Er bezog sich dabei auf die Redewendung „in den Hafen der Ehe einfahren“. Die Eheschließung sei geprägt von Glück, Freude und erfüllten Momenten, aber ebenso von Herausforderungen, Stürmen und „Zeiten des Leidens mit-einander, für-einander und manchmal vielleicht auch an-einander“, so Bischof Rudolf. Die Ehe erfordere gegenseitige Treue, Geduld und die Bereitschaft, einander in allen Lebenslagen zu tragen.

Der Dritte im Bunde - Gott
Um dies zu verdeutlichen, zitierte er das Trauungsversprechen: „Ich will dich lieben, achten und ehren und dir die Treue halten in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, alle Tage deines Lebens.“ Dieses Versprechen bilde die Grundlage der ehelichen Gemeinschaft und sei Ausdruck eines lebenslangen Bundes. Ebenso entscheidend sei die Zusage Gottes an die Eheleute, die sie als „Dritten im Bund“ mit in ihre Ehe genommen haben: „Ich bin bei Euch alle Tage! Ich gehe mit Euch! Ich will Euch helfen, die Liebe des Anfangs immer wieder zu erneuern und vertiefen, ich will Euch die Kraft schenken zur Vergebung und zum neuen Anfang“. Mit Blick auf das Evangelium des Tages (Mt 10,26-33) fasste Bischof Rudolf die Botschaft zusammen, dass der Mensch, der Gott vertraue und ihm den ersten Platz im Leben einräume, frei werde von Angst und Unsicherheit und „wer glaubt, zittert nicht“.
Er bat die Jubelpaare Gott auch weiterhin „Im Zeichen des Kreuzes den gekreuzigt-auferstandenen Herrn, als Quelle der Orientierung, des Trostes und Segen“ auf ihrem Lebens- und Eheweg mitzunehmen. Er bedankte sich noch einmal bei allen Jubelpaaren von Herzen für dieses Glaubenszeugnis. Und er betonte: „Der Tag der Ehejubilare ist für mich – und ich spreche auch für die Bischöfe und die Priester – ein großes Zeugnis, das auch uns ermutigt, zu unserem Weiheversprechen und Auftrag zu stehen. Danke, Vergelt’s Gott dafür und Gottes Segen!“.
Zum Abschluss der Predigt lud Bischof Rudolf alle Jubelpaare ein, in der Woche vom 29. Juni bis 5. Juli noch einmal in den Dom zu kommen: „unser Jubeldom wird blühen, das heißt Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen im Fach Floristik, werden zeigen dürfen, was sie gelernt haben und den Regensburger Dom mit aller Pracht schmücken, den die Blumenwelt hergibt“.
Im Anschluss an die feierliche Liturgie kamen die Paare vor die Altarstufen im Dom und erhielten von Bischof Rudolf und Weihbischof Josef Graf einen persönlichen Segen. Während des Segnungsaktes hielten sie ein kleines geweihtes Handschmeichler-Kreuz aus Olivenholz fest umschlossen in den Händen als Zeichen, dass Christus der Dritte in ihrem Ehebund ist. Mit dem Tag für die Ehejubilare soll den Eheleuten ein besonderes Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit entgegengebracht werden.
Am nächsten Sonntag, den 28. Juni 2026 findet der zweite Tag der Ehejubilare statt. Damit möchte das Referat Ehe und Familie der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Regensburg gewährleisten, dass möglichst viele Jubelpaare aus dem ganzen Bistum an dieser Dankesfeier teilnehmen können, erzählt Andreas Dandorfer, Pastoralreferent und Leiter der Fachstelle Ehe und Familie. Zum Abschluss der Feierlichkeiten wurden alle Jubelpaare zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Kolpinghaus eingeladen.
Text und Fotos: Christian Beirowski
(jas)























