erzbischof prybil im prager veitsdom

Feierliche Amtseinführung des neuen Prager Erzbischofs Stanislav Přibyl

Heiliger Adalbert auch heute noch Vorbild


Prag, 25. April 2026

Am Samstag, den 25. April 2026, wurde Mons. Stanislav Přibyl CSsR, bisheriger Bischof von Leitmeritz, feierlich in sein Amt als neuer Erzbischof von Prag eingeführt. An der Feier, die im Prager Veitsdom stattfand, nahmen zahlreiche Geistliche der katholischen Kirche, Vertreter der Ökumene sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens teil. Auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der unmittelbar von einer Pastoralreise mit dem katholischen Hilfswerk missio aus Madagaskar zurückgekehrt war, reiste nach Prag. Stanislav Přibyl wurde am 2. Februar dieses Jahres von Papst Leo XIV. zum Prager Erzbischof ernannt.

Zu Beginn der feierlichen Messe wurde die päpstliche Ernennungsbulle verlesen – zunächst im lateinischen Original, anschließend in tschechischer Übersetzung. Symbolisch übergab der bisherige Erzbischof Jan Graubner die Leitung der Erzdiözese an seinen Nachfolger, indem er Stanislav Přibyl den Hirtenstab überreichte. Der neue Erzbischof hielt sodann seine erste Homilie in seinem neuen Amt. Darin bezog er sich insbesondere auf das Vorbild des heiligen Adalbert, der nicht nur Patron der Erzdiözese, sondern auch persönlicher Firmungspatron des Erzbischofs ist.

Europa muss eine Seele haben

Nach den Worten des neuen Metropoliten ist der heilige Adalbert auch heute ein Vorbild: als Christ, der seiner Tauf- und Firmberufung treu bleibt; als Hirte, der nicht moralisiert, sondern durch sein Leben lehrt; als Pilger, der niemals allein unterwegs ist und so auch ein Beispiel für Synodalität als „gemeinsamen Weg“ darstellt; als Missionar, dessen Aufgabe es ist, „den lebendigen Christus und die lebendige Beziehung zu ihm zu verkünden und nicht nur an vergangene Größe zu erinnern“; und schließlich als Europäer, der wusste, dass „Europa eine Seele hatte, hat und haben muss“.

Am Ende des Gottesdienstes begrüßte der Präsident der Republik, Petr Pavel, den neuen Erzbischof. Er wünschte Mons. Přibyl, dass er in seinem anspruchsvollen Dienst Halt in der Treue zu seinen eigenen Werten und in der Glaubwürdigkeit gegenüber den ihm Anvertrauten finde. Zugleich äußerte er seine Freude darüber, dass sowohl der Erzbischof als auch der Präsident das Verbindende suchen und sich um Versöhnung bemühen.

Vertrauen auf die Führung des Heiligen Geistes in Zeiten großer Herausforderungen

Der Apostolische Nuntius Jude Thaddeus Okolo versicherte dem neuen Erzbischof sowie der Ortskirche die geistliche Nähe von Papst Leo XIV. Er äußerte die Hoffnung, dass der neue Erzbischof und alle ihm Anvertrauten in einer Zeit großer Herausforderungen im Vertrauen auf die Führung des Heiligen Geistes sowie auf die Unterstützung durch das Gebet der Gläubigen standhaft bleiben. Zugleich dankte er für die Erfahrungen seiner Zeit an der Prager Nuntiatur.

Kardinal Christoph Schönborn OP, emeritierter Wiener Erzbischof, griff in seinen Schlussworten das Evangelium vom Guten Hirten (Joh 10,11–16) auf. Er betonte die Bedeutung von gegenseitigem Vertrauen und Zuhören zwischen Hirte und Herde und wünschte Erzbischof Stanislav ein „verstehendes Herz“.

Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Josef Nuzík, dankte dem neuen Erzbischof für seine Bereitschaft, dieses anspruchsvolle Amt zu übernehmen. Zugleich erinnerte er an die Gemeinschaft der Bischöfe sowie an die geistliche Unterstützung durch Heilige und die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen.

Der Weihbischof Zdenek Wasserbauer, der im Namen des Klerus sprach, bezeichnete den neuen Erzbischof scherzhaft als „Stanislav I.“ und wünschte ihm, dass er gemäß seinem Namen Heiligkeit im Leben finde. Dabei erinnerte er auch an das Lebenszeugnis von Josef Beran, dessen Seligsprechung der neue Erzbischof fördern möchte.

Vertreter des Prager Diözesancaritasverbandes mit Direktor Jaroslav Němec, hießen den neuen Hirten im Namen des Gottesvolkes willkommen und überreichten ihm einen Blumenstrauß als Zeichen der Verbundenheit der gesamten Erzdiözese.

Ernennung eines neuen Generalvikars

Zum Abschluss ergriff Erzbischof Stanislav Přibyl selbst das Wort und gab zugleich die Ernennung des neuen Prager Generalvikars bekannt: P. Josef Ptáček, bisher Pfarrer in Prag-Barrandov. Vor dem Schlusssegen empfing der Erzbischof selbst den Segen von Vertretern der christlichen Kirchen sowie vom Rabbiner David Maxa. In einem gemeinsamen Gebet erbaten die Anwesenden Kraft und Freude für seinen Dienst.

Die Liturgie endete mit dem lateinischen Segen des neuen Erzbischofs sowie dem altkirchenslawischen Gesang Hospodine, pomiluj ny, der traditionell dem heiligen Adalbert zugeschrieben wird. Beim Auszug aus der Kathedrale legte Erzbischof Přibyl Blumen am Grab seines Vorgängers, Kardinal Josef Beran, nieder.

Textvorlage: Vatican News, Fotos: Johana Bronkova
(jas)



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