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Feierliche Altarweihe in der Speinsharter Klosterkirche

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(pas) Vier Jahre war sie eine Großbaustelle: Die Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche. Das barocke Baudenkmal wird am 7. Oktober mit der Weihe des neuen Altares wieder voll und ganz seiner Bestimmung als Ort für den Glauben und als Raum für die Feier der Liturgie übergeben.
Mehr als 10 Jahre liegen die ersten Überlegungen für die nun abgeschlossene Renovierung zurück. Herabstürzende Stuckengel und bröckelnde Dekore machten eine umfangreiche Restaurierungsmaßnahme unumgänglich. Zum Schutz für Besucher des frühbarocken Juwels spannten im Jahr 2004 Spezialisten ein Schutznetz unter der reich dekorierten Decke. Die monumentalen Stuckaturen und zarten Fresken der italienischen Künstlerbrüder Carlo Domenico und Bartolomeo Lucchese waren nun nicht mehr zu sehen. Zwischen 1694 und 1699 haben sie die Klosterkirche ausgestattet. Schließlich brachte 2008 der Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein die frohe Kunde, dass die Arbeiten an der Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche unverzüglich beginnen sollen. Seit der Säkularisierung 1803 hat der Freistaat Bayern die volle Baulast der Klosterkirche. So wurden alle Arbeiten vom Staatlichen Hochbauamt Amberg-Weiden betreut und begleitet.
Als Pater Adrian Kugler im Herbst 2008 Pfarrer der Klosterpfarrei Speinshart wurde, übernahm er auch eine Großbaustelle. Zusammen mit Referenten des ‚Landesamt für Denkmalpflege‘, Vertretern des staatlichen Hochbauamtes, Architekten, Restauratoren und Handwerkern gab es über die vierjährige Bauzeit unzählige Termine auf den Gerüsten in und an der Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche. Im Dezember 2008 wurden ersten Gerüste aufgebaut. Im barocken Kirchenraum entstand ein Gesamtkunstwerk aus Stahl und Holz. Fast zwei Monate brauchten die Gerüstbauer um den Raum mit den Seitenkapellen und den Gewölbedecken einzurüsten. Im Gerüst entstand ein provisorischer Kirchenraum. So konnten trotz den Restaurierungsarbeiten Gottesdienst in der Klosterkirche gefeiert werden.
Gelb oder Rot?
Eine erste große Diskussion entbrannte um die farbige Gestaltung des Innraumes. Nach Befunduntersuchungen der 1950er Jahre war klar, dass die Kirche nach ihrer Vollendung um 1700 einen gelben Anstrich auf den Rücklagigen Flächen der Wände und Decken hatte. Archivrecherchen und neuere Untersuchungen ließen aber einen großen Zweifel an dieser gelben Fassung aufkommen. Weitere Untersuchungen machten deutlich, dass der gelbe Anstrich lediglich der Voranstrich für eine rote Fassung war. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen dafür, den Kirchenraum wieder in der roten Fassung zu präsentieren. Das Ergebnis ist grandios: Stuckaturen, Malereien und der Farbton der Rücklagen spielen miteinander und bilden einen glanzvollen Kontrast.
Die Restauratoren und Kirchenmaler haben die aufwendigen Stuckaturen zuvor vom Staub der letzten Jahrzehnte gereinigt. Zahlreiche Stuckelemente wir Früchte, Blumen und Engel mussten gefestigt werden. Auf dem gereinigten Stuck kamen dann mehrere Schichten einer weißen Kalklasur. An den Fresken zeigten sich ebenfalls große Schäden. Salzausblühungen und lose Putzflächen stellten für die Malereien ein Risiko dar. Auch hier zeigten Restauratoren ihr Können: So wurde beispielsweise ein beschädigter Bereich in einem Fresko unterfangen, ausgeschnitten, von der Deckenfläche genommen und nach einer sorgfältigen Behandlung der Salzschäden wieder wie ein Puzzle eingesetzt und mit einem speziellen Mörtel angeklebt. Mit tausenden von Strichen haben Restauratoren schließlich an den Fresken fehlende Stellen ergänzt und retuschiert. Heute strahlen die über 100 Fresken der Pfarr- und Klosterkirche wieder in ihren frischen Farben.
Fassade im neuen, alten Glanz
In frischer Farbe zeigt sich auch die Fassade der Pfarr- und Klosterkirche. Rechtzeitig zum Rosenkranzfest sind hier die Gerüste gefallen um den Blick auf die wieder entstandene barocke Fassung der Fassade freizugeben. Über zwei Jahre waren die Türme des Klosters hinter einem Baugerüst verschwunden.
Das Rosenkranzfest bildet einen Hohepunkt im Jahreskalender des Klosters Speinshart. Es war das Rosenkranzfest 1921 als wieder Prämonstratenser von Tepl nach Speinshart kamen. An dieses Ereignis und an die lange Tradition der Rosenkranzbruderschaft erinnert das Fest am 7. Oktober. In diesem Jahr wird zu diesem Festtag der Regensburger Weihbischof Reinhard Pappenberger einen letzten Dienst an der „Baustelle Klosterkirche“ vollziehen und so die gesamten Baumaßnahmen abschließen: Er konsekriert den neuen Altar und übergibt das Gotteshaus wieder voll und ganz seiner Bestimmung für die Feier der Liturgie. Dies ist für die Klostergemeinschaft der Prämonstratenser und die gesamte Klosterpfarrei ein wichtiger Moment.
Moderner Altar wird neue Mitte
Der Altar aus einem Steinblock stammt vom Künstlerehepaar Susanna und Bernhard Lutzenberger. Ihr Entwurf gewann bei einem Wettbewerb an dem mehrere Künstler teilnahmen und eine Gesamtkonzeption für die Neugestaltung des Altarraumes entwarfen. Nach den Entwürfen des renommierten Künstlerpaares ist nicht nur der Altar gestaltet sondern auch Ambo, Priestersitz und Kredenz. Außerdem gestalten die beiden die Taufkapelle und eine Kapelle für kleine Gruppengottesdienste neu.
Die gesamten Kosten der Renovierungsmaßnahme belaufen sich auf rund 3 Millionen Euro. Für die nächsten Jahrzehnte dürfte die Pfarr- und Klosterkirche Speinshart bestens gerichtet sein. Vom Dachstuhl, über den Innenraum und die Außenfassade wurde das Baudenkmal von europäischem Rang nun einer Gesamtsanierung unterzogen, die für den verantwortungsbewussten Umgang mit historischer Bausubstanz vorbildhaft ist.
Festlicher Pontifikalgottesdienst
Der Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof Pappenberger wird festlich gestaltet. Dazu hat sich ein Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus den gesamten Klosterpfarreien zusammengefunden um unter der Leitung von Iris Meier (Bayreuth) die Messe „Stella Maris“ (Op. 141) von Peter Griesbacher zu singen. Für festliche Klänge wird zu dem auch das Weißenhorner Blechbläser-Ensemble sorgen.
Das Klosterdorf Speinshart erwartet zum Rosenkranzfest mit der Altarweihe in diesem Jahr sehr viele Gäste. Da sicherlich nicht alle bei diesem wichtigen Ereignis in der Klosterkirche einen Platz finden werden, wird der Gottesdienst in den Innenhof des Klosters übertragen. Dort werden an diesem Tag weitere 300 Sitzplätze geschaffen. Über moderne Technik kann auf einer Leinwand der Pontifikalgottesdienst in Bild und Ton verfolgt werden.
Nach dem Gottesdienst wird zum Weihemahl im Festzelt am Rande des Klosterdorfs eingeladen. Dort wird es auch Grußworte zum Abschluss der Restaurierungsmaßnahme der Klosterkirche und zur Weihe des neuen Altares geben. In der Klosterkirche gibt es am Nachmittag Sonderführungen. Das genaue Programm wird rechtzeitig auf der Homepage und in der Tagespresse veröffentlicht. Ab 15.30 Uhr ist dann die Klosterkirche wegen den Vorbereitungen für das Chorkonzert gesperrt. Der St. Thomas-Chor aus Trockau gestaltet um 18 Uhr ein Konzert mit marianischen Gesängen. Karten gibt es im Vorverkauf für 12 Euro. Vorverkaufsstellen sind die Sparkasse und die Raiffeisenbank in Eschenbach und die Buchhandlung Bodner in Pressath. Online können Konzertkarten unter www.kloster-speinshart.de/konzerte bestellt werden. Die Tageskasse ist ab 17:00 geöffnet. Einlass zum Konzert ist ab 17.15 Uhr.
Veranstaltungen im Vorfeld der Altarweihe
Bereits im Vorfeld gibt es ein vielfältiges Programm zur Einstimmung auf die Altarweihe. Am Dienstag, den 2. Oktober, findet ab 21 Uhr eine „Nacht der Lichter“ statt. Mit Gesängen und Gebeten lädt die Gruppe „proVobis“ in der Klosterkirche zum Innehalten ein. Eine Vigilfeier gestaltet die Klosterjugend am Freitag, den 5. Oktober, um 20 Uhr in der Klosterkirche. Die feierliche Eröffnung des Rosenkranzfestes nimmt Abt Hermann Josef Kugler vor. Der Administrator des Klosters feiert am Samstag, den 6. Oktober, um 19 Uhr eine Pontifikalvesper in der Klosterkirche. Anschließend zieht eine Lichterprozession durch das historische Klosterdorf.

Festprogramm zur Altarweihe
Dienstag, 2. Oktober 2012
21:00 Uhr „Nacht der Lichter“
Gebete und Gesänge in der Nacht
mit der Musikgruppe „proVobis“ aus Roggenburg
anschl. Begegnung im Kreuzgang
Freitag, 5. Oktober 2012
20:00 Uhr Vigilfeier zum Rosenkranzfest
Modern gestaltete Liturgie mit Gebeten und Gesängen
mit dem Sängerteam der Klosterpfarrei Speinshart
anschl. Begegnung im Kreuzgang
Samstag, 6. Oktober 2012
19:00 Uhr Pontifikalvesper mit Lichterprozession
Das Rosenkranzfest wird mit der Pontifikalvesper eröffnet. Der Vesper steht Abt Hermann Josef Kugler vor. Im Anschluss an die Vesper zieht eine Lichterprozession durch das historische Klosterdorf.
Sonntag, 7. Oktober 2012
9:30 Uhr Pontifikalgottesdienst mit Altarweihe
Weihbischof Reinhard Pappenberger weiht in diesem feierlichen Gottesdienst den neuen Altar der Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche. Der Gottesdienst wird auf einer großen Leinwand in den Innenhof des Klosters übertragen. Der Innenhof ist bestuhlt.
18:00 Uhr Chorkonzert zum Rosenkranzfest
Das Chorkonzert zum Rosenkranzfest gestaltet der St. Thomas-Chor aus Trockau. Auf dem Programm stehen marianische Gesänge aus drei Jahrhunderten.
Internationale Begegnungsstätte
Kloster Speinshart

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92676 Speinshart

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