News Bild „Feier der Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt der Begegnung mit Christus “ - Bischof Gerhard Ludwig Müller auf Pastoralreise im Dekanat Nabburg

„Feier der Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt der Begegnung mit Christus “ - Bischof Gerhard Ludwig Müller auf Pastoralreise im Dekanat Nabburg

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Bereits am frühen Morgen startete Bischof Gerhard Ludwig Müller in Begleitung von Regionaldekan Gerhard Pausch und Dekan Manfred Strigl zu einem umfangreichen Pastoralbesuch im Dekanat Nabburg. Den Gläubigen im Bistum begegnen, mit ihnen beten und zusammen die heilige Messe feiern, war dem Regensburger Oberhirten dabei ein Herzensanliegen. Im Rahmen der Betriebsseelsorge besuchte der Bischof daher das Naabtaler Milchwerk in Schwarzenfeld, in dem er sich mit der Geschäftsleitung, Mitarbeitern und den Vertretern der Milcherzeuger austauschte. Geschäftsführer René Guhl informierte über das leistungsstarke Unternehmen, das 419 Arbeitnehmer beschäftigt und von 1.500 milchproduzierenden Landwirten aus der Oberpfalz zusammenarbeitet. Bei einer Führung durch den Betrieb erläuterte er dabei die Fertigung der 178 Artikel.

Junge Menschen sollen Glauben aus persönlicher Überzeugung leben
In der Realschule in Nabburg wartete schon ungeduldig der Kinderchor der 5. Klasse auf das Eintreffen des Bischofs. Nach der freudigen musikalischen Begrüßung nahm der Oberhirte ein nicht enden wollendes „Bad in der Menge“. Denn pünktlich zu Pausenbeginn drängten sich Dutzende von Mädchen und Jungen, um von dem beliebten Gast ein Autogramm zu ergattern. „Was erwartet ein Bischof von der Jugend? Was machen Sie, wenn Sie 50 Euro auf der Strasse finden?“ Schüler der neunten Klasse hatten an diesem Tag Gelegenheit an Bischof Gerhard Ludwig Müller Fragen zu stellen. Damit aber jeder zu seinem Recht auf eine Antwort komme, skizzierte die Klasse alle Fragen schriftlich und überreichte ihm diese, verbunden mit der Bitte sie später zu beantworten. Auch für die Fachschaft der Religions- und Ethiklehrer nahm sich der Regensburger Oberhirte Zeit, die über ihre vielfältigen Projekte berichteten. Zusammen mit den Schülern initiieren sie ein Programm zu „Schule ohne Rassismus“, veranstalten ökumenische Andachten, setzen sich in Spendenaktionen für Ärmere und Schwache ein und veranschaulichen den kirchlichen Jahreskalender, denn 768 der 829 Schüler leben den katholischen Glauben. „Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wollen wir die jungen Menschen soweit führen, dass sie aufgrund einer persönlichen Überzeugung den Glauben leben. Der Glaube soll die Kraft sein, mit denen die Jungen und Mädchen jetzt und auch später alle Herausforderungen des Lebens meistern können“, stellte Bischof Gerhard Ludwig Müller fest und dankte den Lehrkräften: „Blickt man auf die Ministrantenwallfahrt 2010 mit 3.500 Teilnehmern oder das Engagement von Kindern und Jugendlichen im kirchlichen Dienst, so sind dies nicht nur die Früchte der Erziehung innerhalb der Familie, sondern auch maßgeblich durch die Leistung der Lehrer an den Schulen. Dafür haben Sie meine vollste Anerkennung!“

Die Gaststätte „B14“ in Wernberg-Köblitz, in der auch das Mittagessen eingenommen wurde, arbeitet mit Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Dahinter steht die am Ort ansässige Unternehmensgruppe Dr. Loew. Die Institution, die sich für Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Behinderung engagiert bietet ein Betreuungsangebot vom ambulant betreuten Wohnen bis hin zu Intensivgruppen mit Vollversorgung. Um das Ziel zu Unterstützung und Förderung behinderter Menschen zu verwirklichen, unterhält der Verein eine Vielzahl von Zweckbetrieben, unter anderem auch Arbeits- und Beschäftigungstherapien. Bischof Gerhard Ludwig Müller machte sich ein Bild von der wertvollen Arbeit und besuchte spontan die Behindertenhilfe e.V. vor Ort.

Die Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters in Pfreimd war bis zum letzten Platz gefüllt, als der Diözesanbischof am frühen Nachmittag mit den Kindern, Eltern und Großeltern eine Andacht feierte. Bischof Gerhard Ludwig Müller erläuterte den Kindern, Stab und Mitra, die Insignien eines Bischofs und dass diese darauf hinwiesen, dass er damit im Auftrag von Jesus Christus zu ihnen gekommen sei: „Wir alle sind Kinder Gottes, darum bin ich als Euer Bischof heute auch bei den ganz Kleinen zu Besuch. Um jeden einzelnen von Euch mit den Worten ‚Jesus segnet Dich, Jesus liebt Dich’ persönlich zu segnen. Denn jeder wird von Gott mit Liebe angenommen“.

Überall großes Engagement von Priestern, Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen
Einen wichtigen Programmpunkt zum Abschluss der großen Visitation im Dekanat Nabburg stellte auch die Dekanatskonferenz in Nabburg dar. Regionaldekan Gerhard Pausch berichtete dabei von seinen Eindrücken, die er, im Auftrag des Bischofs, beim Besuch der 15 Pfarreien im Dekanat sammeln konnte. „Wie geht es Euch? Was macht Euch Hoffnung? und Wo drückt Euch der Schuh?“ waren seine steten Fragen bei den in der Seelsorge Tätigen. In vielen Pfarreien, so Pausch, erfahre die Ministrantenarbeit große Gewichtung. Die Kirchenchöre- und orchester mit dem kirchlichen Liedgut hätten einen festen Platz in der Feier der Liturgie. Auf die Sakramentenvorbereitung und die Planung von Familiengottesdiensten werde großen Wert gelegt. Das Bußsakrament werde meistens vor Ostern und oft nur von älteren Gläubigen wahrgenommen. Es bestehe hier der Wunsch, dass die große Bedeutung des Bußsakraments immer wieder aufgegriffen und als Chance zum Neuanfang vermittelt werden solle. Das Hirtenwort zur Erneuerung in Christus stelle dazu eine große Hilfe und Ermutigung dar. Gleichzeitig habe der Regionaldekan in den Pfarreien hohes Engagement der Gremien, Verbände und Gruppen vorgefunden. Die Pfarrgemeinderatswahl 2010 brachte einen Generationswechsel mit sich – viele junge Frauen und Männer seien in das Laiengremium gewählt worden. Die Missbrauchsdebatte des vergangenen Jahres habe viele Mitarbeiter in den Gemeinden verunsichert, vor allem der in der Öffentlichkeit propagierte Generalverdacht aller, die in der Kirche arbeiten und sich für sie engagieren.
Bischof Gerhard Ludwig Müller bestärkte die Priester, pastoralen Mitarbeiter und die vielen engagierten Laien im Dekanat in ihrem Auftrag. Ziel sei es, nach vorne zu blicken und sich nicht von den unerträglichen Taten einzelner, die vor bis zu 50 Jahren begangen worden waren, verunsichern zu lassen: „Bei meinen Besuchen sehe ich stets die teure, wertvolle und selbstlose Arbeit der Priester und Laien. Wir müssen uns den Herausforderungen der Gegenwart stellen. Nicht nur die kirchliche Kultur mit ihren vielen Werten muss erhalten werden. Entscheidend ist es, dass die Menschen mit ihrer jeweiligen persönlichen Situation den Weg zu Christus finden. Dies sei die Aufgabe der Seelsorge. Die Menschen brauchen gute Beratung, das Gespräch und die Sicherheit, dass jemand für sie da ist. Dabei bleibt die Feier der Eucharistie die Quelle und Höhepunkt der Begegnung mit Christus “.

Christlicher Glaube ist Religion der Liebe
Abschluss und Höhepunkt des Pastoralbesuchs im Dekanat bildete das Pontifikalamt in der Nabburger Stadtpfarrkirche St. Johannes, das Bischof Gerhard Ludwig Müller mit rund 400 Gläubigen am Abend feierte. In seiner Predigt erinnerte der Oberhirte an Paulus´ Schüler Thimotheus und Titus, die dieser zum Glauben führte und welche später selbst als Apostel wirkten. Auch im Bistum Regensburg träfe er so viele gute Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter, die sich ehrlich mit all ihren Kräften für die Kirche einsetzten. Besonders die Priesterberufung sei sehr wichtig: „Die Gemeinden rufen zurecht nach Priestern, die ortsnah bei ihnen tätig sind. Doch die Priester sind in ihrem Wirken keine Dienstleister. Sie suchen die Begegnung von Mensch zu Mensch. Niemand sollte Hilfe für sein Leben bei irgendwelchen Scharlatanen suchen, sondern bei denen, die im Herzen von Jesus Christus geprägt sind und ganz für Christus da sind damit er ganz gegenwärtig wird in unserer Mitte“. Niemand solle sich durch den Geist der Verzagtheit, sondern durch den Geist der Liebe und Zuversicht leiten lassen: „Hören wir auf seine Stimme und lassen wir uns von niemanden den Glauben nehmen. Fassen wir alle neuen Mut. Denn unser Glaube ist die Religion der Liebe“, so das Appell des Bischofs der abschließend in seiner Predigt die christliche Familie als Pflanzstätte für gute Priester herausstellte.



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