News Bild Fachgespräch der CSU-Landtagsfraktion über Bestandsaufnahme, Notwendigkeiten und Zukunftsorientierung des Religionsunterrichts im Freistaat Bayern am 20. Oktober im Bayerischen Landtag

Fachgespräch der CSU-Landtagsfraktion über Bestandsaufnahme, Notwendigkeiten und Zukunftsorientierung des Religionsunterrichts im Freistaat Bayern am 20. Oktober im Bayerischen Landtag

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Joachim Unterländer; MdL, der Beauftragte für Fragen der katholischen Kirche der CSU-Fraktion, lud am 20. Oktober die Fachvertreter des Bayerischen Philologenverbandes Vera Utzschneider (Evangelische Religionslehre und Edmund Speiseder (Katholische Religionslehre), für das Schulreferat des Erzbischöflichen Ordinariats Dr. Sandra Krump und Oberkirchenrat Detlev Bierbaum als Vertreter der Evangelischen Landeskirche, den Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken in Bayern Dr. Albert Schmid, Vertreter der Hochschule, der Elternverbände und die Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer, Erika Görlitz, Martin Neumeyer, Philipp Graf von und zu Lerchenfeld und den Staatsminister a.D. Josef Miller ein.
Dr. Sandra Krump betonte in ihrem Statement zur Wertschätzung des Religionsunterrichts, dass er zunächst keine Werteerziehung leiste und das auch nicht seine primäre Aufgabe sei; vielmehr sei die zentrale Frage dieses Faches die Frage nach Gott. Dies sei auch der Urgrund aller Religion, die sich daraus ergäbe, aus den grundlegenden Erfahrungen und Einsichten über Gott und den Menschen ihn als sein Geschöpf und Ebenbild zu sehen; daraus komme auch die ethische Orientierung und die Antwort auf die Frage „Was soll ich tun?“ Der Religionsunterricht, so Dr. Krump, sei das Fach, das die Quellen dieser Werte erschließe. Darüber hinaus sei der Religionsunterricht konfessionell und immer in einer Glaubensgemeinschaft beheimatet. Drittens, so Dr. Krump, habe der Religionsunterricht eine ökumenische Dimension und Perspektive, er sei auch als schulisches Pflichtfach der Reflexion der Religion verpflichtet und habe eine pastorale Komponente und Verpflichtung im Schulalltag. Und schließlich sei er überhaupt unverzichtbar, denn in einer immer pluraler werdenden Gesellschaft erzieht der Religionsunterricht zu einem wertschätzenden Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft. Und so sei ein Fach, das dies leiste, ein zentrales Element echter Bildung für Staat, Gesellschaft und Kirche und daher unverzichtbar.
Oberkirchenrat Detlev Bierbaum bejahte die Aussagen, die Dr. Sandra Krump für das Erzbischöfliche Ordinariat vertrat, und er ergänzte zusammen mit dem Direktor des Evangelischen Zentrums in Heilsbronn Klaus Buhl durch Beispiele aus dem kirchlichen und schulischen Alltag die vorgestellten Thesen. Dr. Albert Schmid, der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Bettina Nickel, die kommissarische Leiterin des Katholischen Büros Bayern, Professor Dr. Alois Baumgartner vom Diözesanrat der Erzdiözese München-Freising, Professor Dr. Stephan Leimgruber vom Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der LMU, Gisela Häfele für die Katholische Elternschaft Deutschlands und Thomas Lillig, als Vorsitzender der Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern nahmen die Aussprache zu Anlass, Aspekte je ihrer Organisationen, die sie vertreten, ins Bewusstsein zu bringen und ins Licht zu rücken.

Joachim Unterländer betonte den Stellenwert der dem Religionsunterricht gerade aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen zuwachse. In allen Schularten ist daher am konfessionellen Religionsunterricht festzuhalten. Und so betonte er auch, dass auch in der 3. und 4. Jahrgangsstufe der Grundschule an der dritten Unterrichtsstunde wegen der entscheidenden Bedeutung des Religionsunterrichts festzuhalten sei. Sichergestellt müsse auch ein bedarfsgerechtes Angebot an Lehrkräften für den Religionsunter-richt sein. Unterländer verwies in diesem Zusammenhang auch auf die von Prof. Hurrelmann in der 15. Shell-Jugendstudie formulierten Aussagen, dass Jugendliche grundsätzlich die Institution Kirche bejahen, aber zeitgemäße Antworten auf wichtige Lebensfragen vermissen würden. Bei den westdeutschen Jugendlichen herrsche eine Tendenz zur „Religion light“ vor, nach der sich Jugendliche aus religiösen und pseudoreligiösen Versatzstücken eine so genannte „Patch-Work-Religion“ zusammenbasteln würden. So forderte Unterländer, dass diese Entwicklung auch zu berück-sichtigen sei.
Unterländer lud ein, weiterhin am gestarteten Dialogprozess mitzuwirken, so dass diese Ergebnisse in den entsprechenden parlamentarischen und politischen Gremien zu Initiativen umgesetzt werden können.