News Bild Exerzitienhäuser: Für Menschen, die mehr Fragen an ihren persönlichen Lebensweg stellen

Exerzitienhäuser: Für Menschen, die mehr Fragen an ihren persönlichen Lebensweg stellen

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Am Sonntag, 13. Juli, segnete Bischof Rudolf Voderholzer das umgebaute Exerzitienhaus Johannisthal bei Windischeschenbach in der nördlichen Oberpfalz. Die Diözese Regensburg unterstützt damit Menschen, die geistlich auf der Suche sind, sowie durch die umfassende materielle Dimension des Projekts die nördliche Oberpfalz in struktureller Hinsicht. Domkapitular Thomas Pinzer ist Stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Seelsorge. Als Zuständiger für die Exerzitien- und Bildungshäuser im Bistum spricht er über die Aufgaben der Exerzitienhäuser – und ihr Wirken für die Menschen.

 

Wozu dienen heute Exerzitienhäuser? Haben Sie ihre eigene Daseinsberechtigung?

Exerzitienhäuser sind kein Relikt aus grauer Vorzeit. Es sind moderne Häuser, die einen wichtigen pastoralen Auftrag haben. Sie dienen sozusagen als Ergänzung für die pastorale Arbeit unserer Pfarreien und sind Orte der Seelsorge im wahrsten Sinn des Wortes. Hier finden sich Menschen, die intensiver begleitet werden wollen, weil sie vielleicht mehr Fragezeichen haben, was ihren persönlichen Lebensweg angeht, weil sie sich intensiver mit Gott auseinander setzen wollen, weil sie auf der Suche sind.

 

Gibt es heute noch Menschen, die einen Bedarf an innerer Einkehr haben? Wie ist die Nachfrage?

Menschen, wie sie eben beschrieben worden sind, gab es schon immer und wird es immer geben. Die Angebote der Exerzitienhäuser unseres Bistums werden sehr gut angenommen. Viele Kurse sind überfüllt, Wartelisten sind nicht gerade selten der Fall. Sicher gibt es auch immer wieder Angebote, die nicht zustande kommen, weil es zu wenig Nachfragen gibt. Somit werden die Angebote immer wieder durch die Nachfrage geregelt, deswegen unterscheiden sich die Angebote auch von denen von vor 30 Jahren.

 

Wie haben Exerzitienhäuser beschaffen zu sein, damit sie ihren Sinn erfüllen können? Wie wurde dies im Falle von Haus Johannisthal verwirklicht?

Sie müssen vor allem Ruhe ausstrahlen. Sie müssen von Personen gestaltet und geführt werden, die Freundlichkeit ausstrahlen, kompetent sind und Fingerspitzengefühl für die Anliegen der Menschen haben. Oft sind es Kleinigkeiten, die ein Angebot des Hauses besonders machen. Deswegen ist es wichtig, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Häuser wissen, dass sie einen wichtigen Dienst für die Menschen unseres Bistums tun. Sie arbeiten nicht nur einfach im Büro oder in der Küche eines Unternehmens, sie arbeiten in einem Exerzitienhaus, das eine gewisse Atmosphäre ausstrahlen muss. Das wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und machen ihre Aufgabe deswegen mit großer Sorgfalt und Freude.

 

Welche Exerzitienhäuser gibt es im Bistum Regensburg? Gibt es auch Unterschiede oder Spezialisierungen zwischen ihnen?

Das Bistum Regensburg unterhält drei Häuser: die zwei Exerzitienhäuser Johannisthal und Werdenfels und das Bildungshaus Spindlhof, das sich auch etwas unterscheidet vom Angebot der beiden Exerzitienhäuser. Darüber hinaus gibt es noch einige Orden, die im Bistum Häuser unterhalten: die Redemptoristen in Cham, die Benediktiner in Weltenburg, auch Strahlfeld und Waldsassen möchte ich noch nennen. Vergessen dürfen wir auch die speziellen Jugendhäuser in Windberg und Ensdorf nicht.