Große Menschengruppe an Kreuzwegstation

EU-Parlament verurteilt Christenverfolgung

Nigeria und Pakistan


Straßburg / Regensburg, 23. Juli 2026

Das Europäische Parlament hat zwei spezifische Resolutionen verabschiedet, in denen es seine Besorgnis über die Lage der Christen in Nigeria und Pakistan zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig verurteilt es Angriffe, Entführungen, Zwangskonvertierungen sowie weitere Verletzungen der Religionsfreiheit, von denen die Christen in diesen Ländern betroffen sind.

Die erste Resolution betrifft die Verfolgung von Christen in Nigeria, insbesondere das Massaker im Dorf Kawel (2026/2800(RSP)). Die zweite befasst sich mit der Entführung, der Zwangskonvertierung und der Kinderheirat von Maria Shahbaz sowie dem Schutz von Mädchen in Pakistan (2026/2801(RSP)). In den jeweiligen Texten fordert das Europäische Parlament die Regierungen Nigerias und Pakistans auf, dringende Maßnahmen zum Schutz religiöser Minderheiten zu ergreifen, die Straflosigkeit zu beseitigen und die Achtung der Religionsfreiheit sowie der Menschenrechte zu gewährleisten.

Die erste Resolution bezieht sich auf das Massaker, das sich im vergangenen Juni im Dorf Kawel im nigerianischen Bundesstaat Plateau ereignete, wo bei einem bewaffneten Angriff Dutzende Christen getötet, zahlreiche Menschen verletzt und schwere Sachschäden verursacht wurden. Die zweite Resolution konzentriert sich auf den Fall von Maria Shahbaz, einem christlichen Mädchen aus Lahore, das im Alter von 13 Jahren entführt, zur Konversion zum Islam gezwungen und zur Heirat mit ihrem Entführer gezwungen wurde.

Auch wenn die Hintergründe unterschiedlich sind, ist das Europäische Parlament der Ansicht, dass beide Fälle dieselbe Realität verdeutlichen: die Gefährdung christlicher Gemeinschaften und anderer religiöser Minderheiten an verschiedenen Orten der Welt, wenn Staaten keinen wirksamen Schutz der Religionsfreiheit gewährleisten.

Im Fall Nigerias verurteilten die Europaabgeordneten den Anschlag in der Ortschaft Kawel im nigerianischen Bundesstaat Plateau und bekundeten ihre Unterstützung für die christliche Gemeinschaft in der Region in einer Resolution, die mit 510 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und 86 Enthaltungen angenommen wurde.

Das Europäische Parlament sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und bekräftigte sein Engagement für die Verteidigung der Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Die Abgeordneten warnten zudem vor der Zunahme von Entführungen im Land und wiesen darauf hin, dass Frauen und Mädchen zu den am stärksten gefährdeten Gruppen zählen.

Das Parlament forderte die nigerianischen Behörden auf, den Kampf gegen terroristische Gruppen wie Boko Haram zu intensivieren und gleichzeitig unabhängige Ermittlungen zu gewährleisten, damit die Verantwortlichen vor Gericht gestellt und der Straflosigkeit ein Ende gesetzt werden kann. Zudem forderte es einen besseren Schutz der Zivilbevölkerung und bat den Sonderbeauftragten der Europäischen Union für die Förderung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der EU, der Verschlechterung der Lage der Christen und anderer verfolgter Religionsgemeinschaften in Nigeria besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

In der Resolution wird dargelegt, dass die Gewalt nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen sei, sondern auf eine Kombination aus bewaffnetem Extremismus, Konflikten um Land und Wasser, ethnischen und religiösen Spannungen, organisierter Kriminalität und den Auswirkungen des Klimawandels auf die natürlichen Ressourcen.

In einer zweiten Entschließung verurteilte das Europäische Parlament den Fall von Maria Shahbaz, einem 13-jährigen pakistanischen christlichen Mädchen, das im März 2026 entführt, zum Islam zwangsbekehrt und gezwungen wurde, ihren Entführer zu heiraten. Die Europaabgeordneten forderten, dass das Mädchen Zugang zu Rechtsbeistand, Kontakt zu ihrer Familie und psychologischer Unterstützung erhält. Sie betonten, ihre Situation spiegle ein umfassenderes Problem wider, von dem religiöse Minderheiten im Land betroffen sind. Ihr Fall hat nach der Entscheidung des pakistanischen Bundesverfassungsgerichts, ihre Ehe mit dem Entführer für gültig zu erklären, große internationale Besorgnis ausgelöst.

In der Resolution wird hervorgehoben, dass nach Zahlen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2025 unter den von Zwangskonvertierungen im Zusammenhang mit Eheschließungen betroffenen Frauen und Mädchen etwa 25 Prozent Christinnen waren, während die restlichen 75 Prozent dem Hinduismus angehörten. Die Europaabgeordneten forderten Pakistan auf, die Gesetze gegen Kinderheirat wirksam durchzusetzen, den Schutz von Minderjährigen zu verstärken und die Anwendung der Blasphemiegesetze zu überprüfen, die seit Jahren von Menschenrechtsorganisationen kritisiert werden.

Die Resolution wurde angenommen und ist Teil einer Reihe von Initiativen, mit denen das Europäische Parlament auf Verletzungen der Religionsfreiheit und der Menschenrechte aufmerksam machen will, unter denen christliche Gemeinschaften und andere schutzbedürftige Minderheiten in verschiedenen Regionen der Welt leiden.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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