News Bild „Es ist gut, das Leben der Anna Schäffer nachzuleben“

„Es ist gut, das Leben der Anna Schäffer nachzuleben“

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(pdr) Frau Rosemarie Kiluschik (nebenstehendes Porträtbild) kümmert sich im Ehrenamt um die Blumen, den Schriftenstand in der Mindelstettener Kirche und ist auch Mesnerin für Wallfahrtsgruppen. Sie sprach mit uns über die Bedeutung der bald heiliggesprochenen Anna Schäffer von Mindelstetten.

Was bedeutet die selige, bald die heilige Anna Schäffer für Sie?



Ich versuche ein intensives, an Anna Schäffer ausgerichtetes geistliches Leben zu führen. Wenn man Leiden, Sorge und Nöte – wenn man selber welche hat, dann ist es gut zu versuchen, ihr Leben nachzuleben. Und wer hätte keine Sorgen und Nöte? Ich versuche immer, ihr Leben nachzuleben.

Welchen Tätigkeiten gehen Sie nach?



Ich selber arbeite in der Pfarrei und bin deshalb sehr oft am Grab in der Kirche, mehrmals täglich. Dazu bin ich viel in Kontakt mit den Menschen, die kommen und die häufig auch über ihre Probleme mit mir sprechen. Ich sage Ihnen gerne: „Ich bete für Sie bei Anna Schäffer, haben Sie Vertrauen!“ Auf diese Weise spende ich Trost. In solchen Situationen reden wir oft über das Leben der Anna Schäffer.

Wie hat sie denn ihr Leid und Leben überhaupt annehmen können?



Als sich der schreckliche Unfall ereignete, war sie 18 Jahre alt. Sie wollte damals in die Mission gehen. Ein solcher junger Mensch sträubt sich natürlich gegen Schmerz und Leid sowie überhaupt dagegen, dass seine ganze Zukunft zerstört ist. Ich habe zwei Menschen gekannt, die sie noch persönlich gekannt haben. Sie berichteten, dass es längere Zeit dauerte, in der man sie schreien hörte, wenn der Arzt kam, um die Beine neu zu verbinden. Nach dieser Zeit hörte man sie nicht mehr schreien. Da hatte man gemerkt, dass sie die Schmerzen durch die Liebe Gottes tragen gelernt und angenommen hatte, auch wenn die Schmerzen nicht anders waren als zuvor.

Wie bewerten Sie das Leben der künftigen Heiligen?



Ihr ganzes Leben hat sie in Armut verbracht. Sie hatte eine kleine Rente, vor allem aber lebte sie aus dem Vertrauen und aus der Vorsehung. Hunger hat sie nie wirklich leiden müssen. Es war immer das notwendige Essen da und das, was sie brauchte.

Welche Bedeutung hat sie für uns Heutige?



Für uns ist es wichtig, an ihr zu sehen, dass das Vertrauen zu Gott so wichtig ist. Er hört und er hilft uns außerdem, mit dieser Hilfe umzugehen. Ich persönlich habe sehr viele Erfahrungen gemacht, dass Anna Schäffer da war, wenn ich sie angerufen habe.

Wie sind die Menschen, nachdem sie am Grab der Anna Schäffer verweilt haben?



Also ich merke, dass die Menschen sehr getröstet wieder hinaus gehen. Ja, man geht anders hinaus als hinein: getröstet und gestärkt. Man kann seinen eigenen Lebensweg dann wieder weitergehen, ohne verzweifeln zu müssen.