News Bild „Es freut mich, euch herzlich von Papst Franziskus grüßen zu können!“ Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović  und  Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in Oberaichbach

„Es freut mich, euch herzlich von Papst Franziskus grüßen zu können!“ Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović und Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in Oberaichbach

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Bei strahlendem Sonnenschein und ausgelassener Festtagsstimmung besuchte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, gemeinsam mit dem Regensburger Oberhirten, Bischof Dr. Rudof Voderholzer, die Pfarrei St. Peter und Paul in Oberaichbach (Gemeinde Niederaichbach im Landkreis Landshut). Neben einem vom Nuntius gefeierten Pontifikalamt anlässlich des Hochfestes der Apostel Petrus und Paulus gab es für die Gläubigen im Anschluss an die Heilige Messe noch die Möglichkeit zur Begegnung mit den beiden Gästen aus Berlin beziehungsweise Regensburg.

Schon lange vor dem Erscheinen der beiden kirchlichen Würdenträger versammelten sich viele Gläubige und Repräsentanten der Region wie Oberbürgermeister Klaus Josef und Landrat Peter Dreier und warteten vor dem Kirchplatz. Die Ankunft des Nuntius und des Regensburger Oberhirten wurden schließlich durch Glockengeläut und Ehrensalutschüsse eingeläutet und von einer Bläserkapelle musikalisch untermalt. Erzbischof Eterović und Bischof Voderholzer genossen sichtlich die Begrüßung durch die Gläubigen - Pfarrer Hermann Höllmüller hieß sie im Namen aller Anwesenden herzlich willkommen.

„Geographisch mag es Peripherien geben - dort jedoch, wo die Heilige Eucharistie gefeiert wird, steht man immer im Zentrum“

 

Im Anschluss an die Begrüßung auf dem Kirchplatz ging es in die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche. Noch vor Beginn der Heiligen Messe begrüßte Bischof Rudolf Voderholzer sowohl die anwesenden Gläubigen in der Kirche als auch diejenigen, die über Fernsehschirme in einem Zelt auf dem Kirchplatz den Gottesdienst mitverfolgten. Ihm war es wichtig – so Bischof Rudolf – dass Nuntius Eterović während seines Besuches im Bistum Regensburg am Tag des Hochfestes Peter und Paul dieses auch in einer den beiden Aposteln gewidmeten Kirche feiern konnte. Der Dom St. Peter wäre zwar eine naheliegende Möglichkeit gewesen, so der Regensburger Oberhirte. Doch da fand ja bereits am Samstag die diesjährige feierliche Priesterweihe statt. Und anstatt sich bezüglich des Messfeierortes zu wiederholen habe man bewusst in dieser traditionsreichen und auch eher kleineren Pfarrei im Süden des Bistums angefragt – und sich über die Zusage von Pfarrer Höllmüller gefreut: „Ihr kamt euch vermutlich ein wenig überfallen vor!“ rief Bischof Rudolf nach der Heiligen Messe schmunzelnd den lachenden Gläubigen zu. „Aber ich wusste, dass man sich auf die Oberaichbacher verlassen kann!“ fügte er schnell hinzu und wurde durch den donnernden Applaus der Anwesenden in seiner Aussage bestätigt.

Beim Patrozinium unterstrich Nuntius Eterović die Worte von Bischof Rudolf und erklärte, dass es zwar (um mit Papst Franziskus zu sprechen) durchaus "Peripherien" im geographischen Sinne gäbe -  also Orte, die von Metropolen oder Zentren weit entfernt seien. In der Kirche ist es jedoch anders. Denn überall dort, wo die Heilige Eucharistie gefeiert wird, steht man immer buchstäblich „im Zentrum“.  So sei es egal, wie klein eine Pfarrei auch ist oder wie weit diese vielleicht vom eigentlichen geographischen  „Zentrum“  entfernt liegt – überall dort, wo der Herr im Altarssakrament gegenwärtig ist, ist die Kirche „zentriert“ und der Gläubige mitten im Zentrum verortet.

Damit jedoch aus diesem Bewusstsein heraus keine Selbstgenügsamkeit einzelner Gemeinden und Pfarreien entsteht, müsse immer wieder aufs Neue die Einheit der Christen beschworen und bewahrt werden, erläuterte der Nuntius in seiner Predigt. Der Garant dieser Einheit sei der Bischof von Rom und Nachfolger Petri, der Papst. Aus Anlass des Hochfestes Peter und Paul widmete sich Dr. Eterović deshalb dem hl. Petrus und dessen Bedeutung für die katholische Kirche beziehungsweise die gesamte Christenheit.

 

 

 

 

3 Prinzipien des petrinischen Dienstes für die Kirche

 

Das Wirken des Papstes als Stellvertreter Christi und Nachfolger Petri sieht Erzbischof  Eterović in drei Prinzipien besonders ausgedrückt: Diese bestünden im Bekenntnis des Glaubens an Jesus Christus, in der Stärkung der Brüder im Glauben sowie in der Wahrung der Einheit der Kirche.

Papst Franziskus, so der Nuntius, verkörpere sichtbar diese Prinzipien des petrinischen Dienstes für die Kirche: „Papst Franziskus setzt in exemplarischer Weise das Amt des Heiligen Petrus fort und verfolgt mit großer Dynamik seine pastorale Mission. Das zeigt seine verständnisvolle pastorale Tätigkeit in Rom und in der Welt, wie auch seine Predigten, Ansprachen, Botschaften...“ Erzbischof  Eterović  ermunterte die Gläubigen deshalb dazu, sich auch mit den Schriften von Papst Franziskus zu befassen: Zum einen mit der kürzlich erschienenen Umwelt-Enzyklika „Laudato si‘“ und zum anderen mit dem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ , das wie seine erste Enzyklika „Lumen Fidei“  2013 erschienen ist.

Damit der jeweilige Nachfolger Petri den wichtigen Dienst für die Kirche erfüllen kann bedarf es auch des Gebets der Gläubigen für ihn, so der Nuntius: „Auch wir müssen mit der göttlichen Gnade mitwirken, um würdige und aktive Glieder der heiligen, katholischen und apostolischen Kirche zu sein…. Auch wir haben als Glieder der katholischen Kirche Teil an diesem Glauben, besonders durch das Gebet für den Heiligen Vater, wie auch, indem wir in der Einheit und in der Liebe mit der Kirche unsere christliche Berufung leben.“

Zum Abschluss seiner Predigt richtete Dr. Eterović einen flammenden Appell an die Gläubigen, sich im Namen des Glaubens vielfältig zu engagieren: „Über das Gebet hinaus sind wir alle gerufen, aktive Glieder der Kirche zu sein, welche wir aufgrund des Taufsakramentes geworden sind. Im erwähnten Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ mahnt Papst Franziskus, dass jeder Christ Schüler Jesu Christi und Missionar seines Evangeliums sein soll. Mit der Hilfe der Gnade Gottes haben wir die gute Absicht, uns zu stärken, um mehr und besser unsere christliche Berufung zu verwirklichen. Wir zeigen, dass wir aktive Glieder der Kirche sind, wenn wir in konkreter Weise die Liebe zu Gott leben – mit dem Gebet und der regelmäßigen Teilnahme an den Sonntags- und Feiertagsmessen – wie auch in der Liebe zum Nächsten, vor allem mit Blick auf die hilfsbedürftigen Menschen, die unsere Unterstützung in materieller und geistlicher Hinsicht brauchen, die Armen, die Flüchtlinge, die Vertriebenen und die Kranken.“

Am Ende der Heiligen Messe erteilte der Nuntius im Namen von Papst Franziskus allen Anwesenden den Apostolischen Segen.

 

 

Herzliches Beisammensein im Zelt beim Kirchplatz

 

Im Anschluss an das Patrozinium fand in einem extra für den Anlass aufgebauten Zelt eine Begegnung der Gläubigen mit Nuntius Eterović und Bischof Voderholzer statt.  Beide gingen unbefangen auf die Menschen zu und erkundigten sich außerdem nach der Situation der Asylbewerber in der Region sowie der Asylarbeit in der Pfarrei. Ebenfalls richteten Bürgermeister Josef und Landrat Dreier Grußworte an die Besucher - auch der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Niederaichbach durfte nicht fehlen.

Mit dem Singen der Bayernhymne endete dieser harmonische und für die Pfarrei St. Peter und Paul – trotz ihrer Existenz von bereits über eineinhalbtausend Jahren (!)  – sicherlich denkwürdige Tag.