News Bild Es blüht die Rose von Jericho: Bischof Voderholzer besucht die Hadersbacher Kirchenkrippe

Es blüht die Rose von Jericho: Bischof Voderholzer besucht die Hadersbacher Kirchenkrippe

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Bischof Voderholzer besucht die Hadersbacher Kirchenkrippe mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren“, das ist die Botschaft von Alfons Krinner, wenn er seine Führungen an der Hadersbacher Kirchenkrippe hält. Diese Woche hatte er einen besonderen Gast: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer war aus Regensburg in die Expositurkirche Maria Himmelfahrt Hadersbach (Pfarrei Geiselhöring, Landkreis Straubing-Bogen) gekommen, um sich die aufwendige Krippenlandschaft anzusehen. Und er zeigte sich begeistert angesichts der vielen Arbeit, der liebevollen Details, des biblischen Bezugs.

Die Hadersbacher Kirchenkrippe ist bemerkenswert: „Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.“ Diese Aussage aus dem Lukasevangelium (2, 15) steht im Zentrum: Die Krippe mit dem Kind, Maria, Josef, Ochs und Esel. Engel, Hirten, die drei Könige und viele andere folgen der Aufforderung zur Verehrung des Kindes in der Krippe. „Der Glaube kommt seither nicht mehr nur vom Erzählen und Hören, sondern auch vom Schauen! Gott hat sich anschaubar gemacht“, sagt Bischof Rudolf. Er ist ein passionierter Krippenbetrachter und Sammler von Krippen aus allen möglichen Materialien, aller Herren Länder. Alfons Krinner berichtet, dass die ältesten Figuren aus dem Jahr 1935 stammen und seit vielen Jahren immer wieder Neues hinzugekommen ist. Neue Einzelszenen, zahllose Figuren und unzählige Tiere tummeln sich in der Landschaft und bei jedem kennt Alfons Krinner den Bezug zur Bibel. Bischof Rudolf entdeckt sofort, wie es sein wird, wenn das Reich Gottes anbricht, wie bei Jesaja geschrieben steht: „Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.“ Eingebunden in die Krippenlandschaft hat Alfons Krinner eine tradtitionsreiche Fahne aus der Hadersbacher Kirche, auf welcher „die Begegnung Mariens mit ihrer Base Elisabeth“ dargestellt ist.

„Da blüht ja die Rose von Jericho“, sagt Bischof Rudolf und macht darauf aufmerksam, dass hier Sand, Gestrüpp und Dornenkrone aus dem Heiligen Land in die Landschaft integriert wurden. Genauso Fundstücke von Gesteinen, Versteinerungen, Baumstümpfen oder Schieferplatten sowie Moos, Zweigerl und Sträucher aus der näheren und weiteren Heimat. „In der Wüste brechen Quellen hervor und Bäche fließen in der Steppe“, heißt es bei Jesaja und dies wird wunderbar dargestellt, wenn per Bewegungsmelder die Wasserläufe zu sprudeln beginnen. Auch der See Genezareth ist integriert. Egal, ob „der Lahme springt wie ein Hirsch“ oder „Moses in der Nussschale“ entdeckt wird, die Arbeiter im Weinberg fehlen, Maria und Josef auf der Flucht nach Ägypten dargestellt wird oder vorher auf der Herbergssuche sind – die Hadersbacher Krippe ist eine Reise durch die Bibel, durch das Alte und Neue Testament. Dass sich Alfons Krinner auch kritisch mit der heutigen Zeit auseinandersetzt, zeigt er dem Bischof mit der Szene vom Kindermord in Bethlehem, in der er gleichzeitig auf die Abtreibungszahlen in unseren Tagen hinweist.

„Wie lange haben Sie denn an der Krippenlandschaft gebaut?“, fragt Bischof Rudolf. Und Alfons Krinner stellt fest: „Die ganze Adventszeit dient der Vorbereitung.“ Und dafür verwendet Krinner viel Herzblut und Liebe zum Detail. Für ihn gehören Krippe und Kreuz allerdings zusammen. So findet man in der Hadersbacher Krippe den „Hügel von Golgotha“ mit dem Kreuz, denn wenn wir uns einlassen auf das Geheimnis Christi, so erkennen wir den inneren Zusammenhang zwischen seiner Menschwerdung und seinem Leiden und Sterben am Kreuz.

Der gemeinsame Nenner, das ist seine Erniedrigung, seine Selbstentäußerung. Die Wege der Krippenlandschaft mit den vielen biblischen Szenen, der Weg des Erlösers, der am Kreuz sein Leben hingibt für das Heil der Welt, führen nach Golgotha. Da steht dann auch der Hirsch, der aus dem Wasserlauf trinkt, wie es im Psalm 42 heißt: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele nach dir, Gott“ – jener Hirsch, der auch auf der Kirche der Nationen im Garten Gethsemane in Jerusalem „nah am Leiden und Sterben des Herrn dran ist“. Bischof Rudolf gratulierte Stadtpfarrer Josef Ofenbeck, dass in der Pfarrei ein so überaus engagierter Kripperlgestalter wirkt. Abgerundet wurde diese besondere Führung mit dem gemeinsamen Lied „O du fröhliche“ sowie dem alpenländischen „Engel des Herrn“.