News Bild Engagiert in der Ausbildung junger Menschen mit besonderem Förderbedarf - Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller zeichnete Baumschule Bösl aus

Engagiert in der Ausbildung junger Menschen mit besonderem Förderbedarf - Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller zeichnete Baumschule Bösl aus

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Bereits zum viertel Mal zeichnete H.H. Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller als Schirmherr den „Ausbildungsfreundlichen Betrieb“ aus. Heuer übergab der Bischof den Preis der Baumschule Bösl GmbH & Co. KG in Schwandorf für 15 Jahre hervorragende Zusammenarbeit mit dem Haus des Guten Hirten der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF). Mit dem Preis, den die KJF jährlich auslobt, wird das Engagement von Betrieben honoriert, die benachteiligten jungen Menschen mit einem besonderen Förderbedarf eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen.
In den vergangenen 10 Jahren hat die Baumschule Bösl insgesamt 21 junge Menschen ausgebildet, darunter sechs mit besonderem Förderbedarf aus dem Haus des Guten Hirten.

Über die Preisverleihung durch den Bischof zeigte sich das Hause Bösl sehr stolz. „Es ist eine besondere Ehre für uns, unseren Bischof Gerhard Ludwig empfangen zu dürfen“, freuten sich die Geschäftsführer Bernhard Bösl und Thomas Heiduk. Nach der offiziellen Preisverleihung sah sich der Bischof im Betrieb Bösl um, informierte sich über Ausbildungsinhalte und Tätigkeitsfeld der Auszubildenden und Praktikanten, darunter aktuell ein Auszubildender aus dem Haus des Guten Hirten.

„Wir danken unserem Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, dass er mit der Übernahme der Schirmherrschaft zum Ausdruck bringt, wie wichtig unserer Kirche die Ausbildung aller jungen Menschen ist“, stellte Michael Eibl, Direktor der KJF fest. Der Direktor der Agentur für Arbeit Joachim Ossmann, der stellvertretende Landrat und MdL Joachim Hanisch, und Oberbürgermeister Helmut Hey waren ebenfalls zur Preisverleihung gekommen. Als Kostenträger für die Rehaausbildung ist die Agentur für Arbeit ein wichtiger Partner der KJF. Mit der Stadt Schwandorf betreut das Haus des Guten Hirten aktuell eine Kooperationsmaßnahme für einen Werkerauszubildenden aus dem Städtischen Bauhof. Weiterer Kooperationspartner im Rahmen dieser Maßnahme ist das Kolping-Bildungswerk Schwandorf.

„In der beruflichen Förderung, Ausbildung und Beschäftigung profitiert die KJF von der guten Zusammenarbeit mit den ARGEn, mit der Stadt und dem Landkreis Schwandorf, den Agenturen für Arbeit, den zuständigen Jugendämtern und dem Kultusministerium. Gemeinsam mit diesen Partnern gelingt die berufliche Integration, gelingt Teilhabe für die jungen Menschen in den Einrichtungen der KJF“, machte Michael Eibl deutlich.
Netzwerk aus Kirche, Kommune und Unternehmen hilft benachteiligten jungen Menschen Bischof Gerhard Ludwig würdigte das besondere Engagement der Baumschule Bösl.

„Die Zusammenarbeit zwischen der Baumschule Bösl und dem Haus des Guten Hirten ist hervorragend“, so der Bischof. „Durch die hohe Flexibilität der Baumschule Bösl entsteht ein vielseitiges Netzwerk zwischen Betrieb, Ausbildungseinrichtung, Firmen und Kommune“, so der Bischof. Er machte deutlich, dass die Ausbildung junger benachteiligter Menschen oder Jugendlicher mit Behinderung in Kooperationsprojekten wie diesen ein besonders schönes Beispiel für eine gemeinsam getragene Verantwortung gegenüber diesen jungen Menschen sei. „Es kommt wesentlich darauf an, dass Menschen bereit sind, nicht nur auf den eigenen Vorteil zu sehen. Deshalb bedarf es der besonderen Anerkennung, wenn sich Betriebe Menschen annehmen, die zusätzlicher Hilfen bedürfen.“

Schließlich bedeute dies mehr Arbeit, mehr Geduld und Einsatz wie auch Überzeugungsarbeit, führte der Bischof weiter aus. Bischof Gerhard Ludwig sprach der Baumschule seinen herzlichen Dank aus: „Was wir an Gutem getan haben, das bleibt.“

„Gütige Menschen finden leichter zusammen“
So beschrieb Einrichtungsleiter Otto Storbeck spontan die Zusammenarbeit mit der Baumschule Bösl. „Dort gibt es gütige Menschen. Menschen, die nicht nur an die Gewinnmaximierung denken, sondern sich auch für schwierige junge Menschen einsetzen. Deshalb trägt die langjährige Verbindung auch.“ Die Firma Bösl beschäftigt 25 Mitarbeiter und bildet schon immer Gärtner mit Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau, Gärtner Fachrichtung Baumschule sowie Bürokauffrauen aus. „Es gelang, die Firma davon zu überzeugen, zusätzlich zu den bereits vorhandenen Lehrlingen auch jeweils einen Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf im Rahmen einer sogenannten wohnortnahen Rehaausbildung einzustellen und diesen zum Werker im Garten- und Landschaftsbau auszubilden“, erinnerte sich Otto Storbeck.

Die sozialpädagogische Betreuung liegt in diesem Fall beim Kolping-Bildungswerk Schwandorf. Mit der Ausbildung von Werkern im Garten- und Landschaftsbau im Haus des Guten Hirten startete eine weitere Form der Kooperation. Neben externen Praktika konnten die Azubis aus dem Haus des Guten Hirten gemeinsam mit ihrem Meister auch im Rahmen von Betriebserkundungen Arbeiten kennen lernen, die im eigenen Betrieb nicht möglich waren, wie z. B. das Aufschulen von Bäumen in den Wintermonaten.

Enormer Fleiß und hohe Leistungsbereitschaft
Bei Bernhard Bösl nachgefragt, welche Erfahrungen er in der Ausbildung oder in den Praktika mit den benachteiligten jungen Menschen gemacht habe, schilderte er deren außergewöhnliche Einsatzbereitschaft. „Diese Azubis sind oft in ihrer Auffassungsgabe langsamer, machen das aber wieder durch ihre Leistungsbereitschaft wett. Vielfach versuchen sie durch ihren Einsatz und ihren enormen Fleiß ihre persönliche Beeinträchtigung auszugleichen“, so Bösl. Höflichkeitsformen würden häufig besser eingehalten als bei gleichaltrigen Jugendlichen, die eine normale Ausbildung absolvieren. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den beiden Landschaftsbau-Ausbildern vom Haus des Guten Hirten würden immer geeignete Bewerber gefunden, erzählte Bernhard Bösl weiter. „Die Auswahl findet in enger Abstimmung mit Uwe Groß und Peter Hansewitz statt. Die Jugendlichen werden nicht einfach abgeschoben, sondern auf die Gegebenheiten des Betriebes hin ausgewählt. Die Vermittlung funktioniert unbürokratisch und basiert auf ehrlicher Zusammenarbeit. Es wurden schon einige Kooperationsprojekte durchgeführt.“

Die Ausbildung der Landschaftsgärtner und Gartenbauer ist vielseitig: Die Pflege von Gärten, Rasen mähen, Sträucher und Hecken schneiden, Unkraut jäten, Baumschnitt, das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern, Hecken, aber auch die Gartenanlage und Pflasterarbeiten gehören dazu. Die Vermittlung von Arbeitstugenden wie Sorgfalt, Pünktlichkeit und Sauberkeit ist selbstverständlich und wichtig. Die sozialpädagogische Betreuung im Internat des Haus des Guten Hirten tut ein Übriges, um die jungen Menschen fit für den Einstieg in das Berufsleben zu machen.