News Bild Eine Pfarrei feiert 200. Geburtstag  - 1812 wurde Grafling zur Pfarrei erhoben – Gottesdienst und Kindersegnung mit Weihbischof Reinhard Pappenberger

Eine Pfarrei feiert 200. Geburtstag - 1812 wurde Grafling zur Pfarrei erhoben – Gottesdienst und Kindersegnung mit Weihbischof Reinhard Pappenberger

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„200 Jahre, das ist ein Grund zu feiern, dankbar zurückzublicken und zuversichtlich nach vorne zu sehen.“ Weihbischof Reinhard Pappenberger war es ein Anliegen, den Feiernden der Pfarrgemeinde St. Andreas Grafling (Landkreis Deggendorf) Mut zu machen für die Zukunft. Zum 200. Jubiläum der Pfarrei zelebrierte er zusammen mit den Gläubigen eine Pontifikalmesse und segnete die Kinder. „Es gibt keine Zeit, wo es immer einfach gegangen wäre“, blickte er zurück auf die letzten 200 Jahre, die immer auch geprägt waren von Kriegen und Krisenzeiten. Mit Papst Johannes Paul I. und Emmaus-Gründer Abbé Pierre gab der Weihbischof in seiner Predigt zwei Lebensbeispiele von Personen, die selbst in dunkelsten Zeiten durch ihre Hoffnung und ihre Taten Zeichen setzten. „Es liegt jetzt an uns“, appellierte der Weihbischof an die Gemeinde, ein jeder habe alle Tage Gelegenheit, mit Gottesliebe und Nächstenliebe sein Christsein und sein Herz zu zeigen im Kleinen und im Großen. „Das muss nach diesem Jubiläum geschehen, sonst haben wir umsonst gefeiert.“ Nach dem Gottesdienst lud Pater Ivo Posilovic seine Gemeinde zu einem Stehempfang vor der Kirche ein, bei der Bürgermeister Willi Zißlsberger Grußworte sprach. Für ihn war die 200 eine beeindruckend große Zahl: „Es ist ergreifend, dass Menschen aus einer ganz anderen Zeit sich hier an diesem Ort schon versammelt haben.“ Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Birker wünschte sich, dass sich weiter Menschen zum Glauben bekennen und gemeinsam gute Ideen für die Zukunft einer lebendigen Pfarrgemeinde gefunden werden.

Am Nachmittag versammelten sich noch einmal die Kinder mit ihren Eltern in der Pfarrkirche. In einer kurzen Andacht, musikalisch gestaltet vom Jugendsingkreis, trugen die Kindergartenkinder dem Weihbischof ein Lied vor. „Wir müssen wie die Kinder werden“, wies der Weihbischof auf deren Vorbild hin. Für sie sei der wichtigste Platz in den Armen von Vater und Mutter. „Der Kirchenraum verspricht uns Erwachsenen solch einen Raum des Sicherheit und der Geborgenheit.“ Im Anschluss segnete Weihbischof Reinhard Pappenberger ein jedes Kind und zeichnete ihnen ein Kreuzzeichen auf die Stirn.

Im Jahr 1812 wurde Grafling zur eigenen Pfarrei erhoben. Bereits Jahrhunderte zuvor, im Jahr 1474, wurde hier eine Seelsorgestelle (Benefizium) der Urpfarrei Mariä Himmelfahrt in Deggendorf eingerichtet. Die Pfarrkirche in Grafling besteht an ihrem Platz seit über 500 Jahren: St. Andreas wurde 1494/95 im spätgotischen Stil erbaut, im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche ihre barocke Ausstattung. In den Jahren 1967/68 erfolgte die Erweiterung: Die neuzeitlich gestaltetet Pfarrkirche zur Hl. Familie schließt direkt an den ursprünglichen Teil an und wurde vergangenen Sonntag zur Feier der Pontifikalmesse genutzt.
Der heutigen Pfarrgemeinde Grafling zählt rund2000 Katholiken. Pfarrer Pater Ivo Posilovic ist der 15. Pfarrer seit Gründung der eigenen Pfarrei. Bei der Besetzung der Pfarrstelle hatte Deggendorf noch lange nach der Ernennung zur eigenen Pfarrei im Jahr 1812 Mitspracherecht: Bis 1936 oblag das Recht, dem Bischof Vorschläge für die Besetzung der Stelle in Grafling zu machen, weiterhin der Pfarrei Deggendorf. Seit 1936 liegt das Besetzungsrecht beim Bischof.

Im Bewusstsein dieser langen Kirchengeschichte feierte die Gemeinde Grafling am Sonntag das Pfarrjubiläum. Die Ortsvereine versammelten sich am Morgen zum Kirchenzug und zogen mit Fahnen und Blaskapelle in die Kirche ein. Zusammen mit Pfarrer von Grafling Pater Ivo Posilovic, Dekan BGR Wolfgang Riedl aus Deggendorf und Pfarrer i.R. Otto Krottenthaler feierte Weihbischof Reinhard Pappenberger die Pontifikalmesse. Für die musikalische Gestaltung sorgten vier Chöre.