News Bild Ein neues Gotteshaus für Schloss Spindlhof

Ein neues Gotteshaus für Schloss Spindlhof

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(al/pdr) Die neue Albertus-Magnus Kapelle auf Schloss Spindlhof, dem Bildungshaus der Diözese Regensburg, wurde von Bischof Gerhard Ludwig Müller am Samstag, 18. Spetember 2004, geweiht. In seiner Predigt ging der Bischof auf die Begriffe „ratio et fides“ ein, die auch die Skulptur des Heiligen Albertus Magnus am Eingangstor der neuen Kapelle zieren. Das „finstere Mittelalter“, in dem der Heilige Albertus Magnus ( zirka 1200 – 1280) gelebt habe, sei in Wirklichkeit, so der Bischof, eine „lichtdurchflutete Zeit“ gewesen. Die Menschen hätten damals in Glauben und Vernunft keine sich ausschließenden Gegensätze gesehen, sondern beides in einer Synthese wahrgenommen und in der befruchtenden Symbiose beider gelebt. Die Vernunft sei durch den Glauben und der Glaube durch die Vernunft inspiriert und letztendlich bestätigt worden. Auch heute solle der Leitstern der Menschen eine Synthese aus Glaube und Vernunft sein, forderte der Bischof.

Der Heilige Albertus Magnus, habe damals schon die Ansicht vertreten, dass sich Naturwissenschaften und Offenbarung keineswegs widersprächen, da Gott der Urheber von beiden sei. Die Forschung, so der Bischof weiter, werde inspiriert durch den Glauben. „Glaube und Wissen befruchten sich gegenseitig!“ stellte der Bischof fest. Die Gläubigen forderte der Bischof auf mitzuwirken, um Frieden und soziale Gerechtigkeit auf Erden zu schaffen. Dieses Mitwirken sei die Frucht der inneren Synthese und Symbiose von Glaube und Vernunft. Der Heilige Albertus Magnus könne dem Gläubigen dabei Hilfestellung leisten. Der Bischof forderte die Christen auf, sich nicht zurückzuziehen, ihren Glauben „verschämt“ zu praktizieren und „an den Zeitgeist auszuliefern“, sondern aktiv im christlichen Glauben am Aufbau der Gesellschaft mitzuwirken.

Der Bau der Albertus-Magnus Kapelle wurde vom Regensburger Architekturbüro Hanns J. Huber und Partner geplant und steht am unmittelbaren Haupteingangsbereich des Gebäudekomplexes. Die Grundidee des Baukörpers ist die Spiralform, die starke Symbolkraft besitzt. Die äußere Form findet ihren Höhepunkt in der Lichtöffnung über dem Altar, die im Innenraum als vergoldete Lichtkuppel wahrgenommen wird. Die Dachkonstruktion symbolisiert Christus als Sonne unseres Heils. Der Naturstein an den Außenwänden der Kapelle bildet eine Analogie zum historischen Schlossteil. Bauherr des neuen Gotteshauses ist der Bischöflichen Stuhl der Diözese Regensburg. Die Kapelle kostete zirka 2,5 Millionen Euro.

Der Bau wurde im Juni 2003 begonnen. Die Außen und Innenwanderkleidung wurde in hellem Jura -Marmor gestaltet, der grünlich-graue Bodenbelag besteht aus Quarzit „Verde Vittorio“, die Kirchenbänke sind aus Eiche gefertigt. Der besondere Blickfang der neuen Kapelle ist abgesehen von der ungewöhnlichen ovalen Form und der vergoldeten Lichtkuppel über dem Altar, die künstlerische Ausgestaltung, für die Joseph Michael Neustifter aus Eggenfelden verantwortlich zeichnet. Das Kreuz, der Ambo, der Tabernakel sowie die Apostelkreuze sind ausdrucksstark und zurückhaltend zugleich. Glaskünstler Helmut Kästl aus Greifenberg hat in den farbigen Fenstern das segensbringende Element Wasser verewigt. Die Orgel wurde von der Orgelbaufirma Johannes Schädler aus Donaustauf gefertigt.

Die alte Schlosskapelle blieb völlig unberührt. Lediglich eine alte gotische Madonna wurde aus der alten Kapelle in die neue Kapelle gebracht, um auch im neuen Gotteshaus den Bezug zum Alten herzustellen. Für das Jahr 2005 stehen noch letzte Arbeiten an: Ein Brunnen, geweiht dem Heiligen Albertus Magnus, soll vor der neuen Kapelle errichtet werden, um die Besucher mit Wasser, erfüllt vom Segen Gottes, nicht nur in der Glaskunst am Kapellenbau, sondern auch „in realiter“ zu empfangen.