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Zur Neuigkeit
Ehrenfelser Hof wurde denkmalgerecht saniert
Eine ideale Nutzung
Regensburg, 3. März 2026
Seit November 2024 lief die umfangreiche, aber behutsame Sanierung des Gebäudekomplexes Ehrenfelser Hof. Das in Teilen rund 800 Jahre alte Haus ist nun bereit für die neue Nutzung als Institut für religiöse Alltagskultur, zudem sind drei kleinere Wohnungen im ehemaligen Gesindetrakt bezugsfertig. Architekt Joachim Peithner fand während der Arbeiten zwar keine Überraschungen vor, aber eine ganz eigene Situation zwischen verbauter Kapelle, verträumtem Garten und einem beeindruckenden Dach.
„Der Ehrenfelser Hof ist perfekt geeignet für das Institut“, bestätigt der betreuende Architekt Joachim Peithner aus Regensburg. Das Gebäude, das dem Domkapitel gehört, konnte in seinem ursprünglichen Zustand erhalten werden. Es waren keine Ein- oder Umbauten erforderlich. Rund 400 Quadratmeter seien vor Jahrhunderten sehr großzügig und mit viel freiem Raum verteilt und verbaut worden. „Damals planten noch keine Architekten“, gibt sich Paíthner selbstkritisch. Es sei ein sehr heterogenes, über die Jahrhunderte gewachsenes Haus, das nun vorsichtig in die Gegenwart geholt wurde.
„Das riesige Foyer, die Raumhöhen und gerade die Galluskapelle wären als Wohnraum völlig ungeeignet“, erklärt der Experte. Nun würden auf der großen, freien Fläche neben der barocken Treppe Vitrinen aufgestellt. Ein ebenfalls sehr großes Zimmer im Erdgeschoss eigne sich als Werkstatt, die anderen Räume passten sich an die geplante Nutzung an und nicht umgekehrt, so Peithner
„Jede andere Lösung wäre schlechter gewesen und viel teurer geworden“, erläutert Paithner. Alles andere hätte umfangreiche Umbauten erfordert, die nun unterblieben. „Der Grundriss und die Wände blieben!“ Das Brandschutzkonzept erforderte eine Fluchttreppe, die nun außen am Haus in den Garten führt. „Es wurde nichts zerstört, verändert oder zugemauert“, verdeutlicht der erfahrene Architekt. Zeit- und Kostenrahmen wurden beim Ehrenfelser Hof vollständig eingehalten.
Das Architektenteam von Peithner verfügt über umfassende Erfahrung im Bereich der denkmalgerechten Sanierung. In Regensburg sanierten sie unter anderem die Porta Praetoria und die Römischer Legionslagermauer, das Dörnbergpalais und die Evangelische Bruderhauskirche am Emmeramsplatz. Wohnungen, Krankenhäuser uns Seniorenwohnheime sowie Produktionsstätten und sogar Parkhäuser zählen ebenfals zum Portfolio des Regensburger Architekturbüros.
Dachstuhl im Original erhalten
Die Baumaßnahme am Ehrenfelser Hof war in drei Teile gegliedert: Die Elektro- Heizungs- und Sanitäranlagen wurden erneuert, die Fensterelemente überarbeitet und die Fassade gestrichen. Besonders umfangreich war die Sanierung des großen Dachstuhls, der auch neu gedeckt wurde. „Das Dach war weitgehend im Original erhalten und rund 700 Jahre alt“, erklärt Joachim Peithner beeindruckt. Durch das Kaltdach zog über die Jahrhunderte Luft, was Schimmel und Schädlingsbefall verhinderte. „Da fühlten sich Spinnen wohl, das weist auf eine natürliche, schadstoffarme Umgebund hin“, freut sich der Experte. Zudem habe niemand die Balken in den 70er Jahren saniert, die entsprechenden Behandlungen richteten oft größere Schäden an, so Peithner. Es sei durchaus von Vorteil, wenn über lange Zeit einfach kein Geld da war, um einen derartigen Dachstuhl zu verändern.
Natürlich mussten beschädigte Balken ersetzt werden, doch das Dach konnte im ursprünglichen Zustand erhalten werden. Investoren würden häufig auf einen Ausbau drängen, um jeden Raum zu nutzen, so der Fachmann. Das war beim Ehrenfelser Hof nicht der Fall, auch in Zukunft wird nur das Erdgeschoss und der erste Stock vom Institut bezogen, weitere Aus- und Umbauten fanden nicht statt.
Romanische Galluskapelle freigelegt
Lediglich die Galluskapelle wurde wieder freigelegt und ist jetzt in ihrer gesamten Größe erlebbar. Dei neun Meter hohe romanische Kapelle stammt aus dem 12. Jahrhundert. Von der Straße aus ist das Portal gut erkennbar. Der Kirchenraum wurde im 19. Jahrhundert profaniert und seither nicht mehr als sakraler Raum genutzt. Die damaligen Besitzer zogen eine Zwischendecke und Wände ein. Die Aufteilung war praktisch, unten wurde die Kapelle bis zur Sanierung als Laden vermietet. In der Kapelle sind Fragmente der früheren Wandbemalung erhalten, weitere Untersuchungen fanden jedoch nicht statt. „Das ist später jederzeit möglich“, erklärt Joachim Peithner. Auch ausgebrochene Bögen wurden so belassen und nicht ergänzt.
Die Herausforderung für den Architekten bestand eher darin, so wenig wie möglich zu machen. Bei solchen Baumaßnahmen sei die Versuchung groß, mehr zu machen als nötig, wenn man schon daran arbeite. Es sei Bescheidenheit und der Blick auf die Kosten, aber auch auf den Denkmalschutz erforderlich. Die Zusammenarbeit mit dieser Behörde sei immer hervorragend, von hoher Wertschätzung geprägt, berichtet Peithner. „So ein Gebäude hat eine Geschichte und seinen eigenen Reiz!“ So ein Haus hätte einen langen Atem, den es zu würdigen und zu bewahren gelte. „Das Haus hat mich von Anfang an fasziniert“, bekennt Joachim Peithner. Seit seinem Architekturstudium in München kennt er die Anziehungskarft, die derartige Denkmäler ausüben.
Die Keller aus dem 12. Jahrhundert mit den imposanten Gewölben blieben ebenfalls unverändert erhalten, sie werden nicht genutzt. „Das ganze Gebäude ist robust“, fasst Joachim Peithner zusamnen. „Wenn man es so lässt, dann steht das noch mehrere hundert Jahre!“
Text: Claudia Erdenreich
(kw)
Weitere Infos
Institut für religiöse Alltagskultur
In der Schwarzen-Bären-Straße 2 wird Ende März nach mehrjähriger Sanierungszeit das Institut für religiöse Alltagskultur eröffnet. Es gehört zu den Kunstsammlungen des Bistums und wird gleichzeitig Schaudepot und Forschungsstelle. Angeobten werden Workshops, Kurse und Seminare, ebenso wird eine große Bandbreite an religiöser Volkskunst präsentiert, darunter vor allem Krippen, Klosterarbeiten, Hinterglasmalerei und Rosenkränze. Die derzeitige Sammlung beläuft sich auf rund 5.500 Objekte, von denen rund 2.000 in das neue Institut kommen.
Für Bischof Rudolf Voderholzer ist die Glaubensvermittlung mit anschaulichen Objekten sehr wichtig. Als großer Krippenfreund sieht er sie als Möglichkeit, den Glauben zu stärken. Untergebracht wird das Institut im denkmalgeschützten „Ehrenfelser Hof“, die Sanierungsarbeiten begannen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege im November 2024. Eigentümer des Gebäudes ist das Domkapitel Regensburg, Mieter das Bistum.










