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Durch das Kirchenjahr: Ein dreifacher Advent

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… mit Benedikt

Erster Advent – Markus 13,33-37

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: 33Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. 34Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. 35Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. 36Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. 37Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!“

Markus 13,33-37

 

Dieser Text macht nervös. Dreimal ist von „wach“ und „wachsam“ die Rede. Dieser Text vermag alle Gemütlichkeit zu zerstören. Gerade am Beginn des Advents – der „besinnlichen“ Zeit – mag das irgendwie seltsam erscheinen. Dahinter steckt aber eine doppelte Absicht: Der Text soll nervös machen und aufrütteln, gleichzeitig hat ihn die Kirche bewusst an den Beginn der Adventszeit gestellt. Der Advent ist voll von dieser Mahnung zur Wachsamkeit. „Advent“ meint „Ankunft“ – und um die geht es in dreierlei Hinsicht in den kommenden Wochen.

Zunächst lässt sich diese Ankunft natürlich direkt auf Jesu Geburt und damit das Weihnachtsfest beziehen. Als Christen erwarten wir die Ankunft Jesu Christi. Sicherlich: Wir wissen, dass Jesus Christus geboren wurde. Überraschend wird es für uns kaum sein, dass wir auch in diesem Jahr Weihnachten feiern. Und doch geht es in dieser Vorbereitungszeit auch darum, den Blick auf dieses Fest neu zu schärfen und immer wieder zu fragen: Was bedeutet es für mich, dass in Jesus Christus Gottes Wort Mensch geworden ist? Was wäre denn, wenn das gar nicht geschehen wäre? Vielleicht schadet es gar nicht, sich einmal ernsthaft zu fragen, was ohne die Geburt Jesu anders wäre. Sind wir noch wachsam für das Geheimnis von Weihnachten?

Aber es geht im Advent auch um eine Ankunft Jesu in meinem Leben – ganz konkret. Jesus selbst sagt seinen Jüngern, dass wir in jedem Menschen ihm begegnen, insbesondere im Leid der anderen Menschen (vgl. Matthäus 25,31-46). Mit diesem Text hatte das letzte Kirchenjahr geendet, der Gedanke ist aber direkt im Advent wieder präsent. Gott zu suchen, bedeutet auch, ihm in unseren Nächsten zu begegnen. Sind wir noch wachsam für das Leid der anderen, für ihre Bedürfnisse, für das je nötige?

Und schließlich geht es im Advent immer auch um die erneute Ankunft Jesu. Als Christen glauben wir, dass Christus einst wiederkommen wird, um diese Welt zu richten. Auch wenn dieser Glaubenssatz manchmal in Vergessenheit oder zumindest in den Hintergrund zu geraten droht, ändert dies nichts an seiner Bedeutung. Diese Welt wird nicht ewig bestehen. Und Jesus selbst sagt: Wir wissen nicht, wann der Hausherr wiederkommen wird. Diese Tatsache lenkt den Blick zwingend auf unser eigenes Leben: Wie wird Jesus uns vorfinden, wenn er wiederkommt? Sind wir noch wachsam für ihn selbst, für seine Wiederkunft?