Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Durch das Kirchenjahr: Blog zum Sonntagsevangelium
Große Ernte
Elfter Sonntag im Jahreskreis A: Matthäus 9, 36 – 10, 8
„In jener Zeit, 9,36als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. 37Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. 38Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! 10,1Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. 2Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, 3Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, 4Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat. 5Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, 6sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! 7Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! 8Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“
Wir sind es heute gewohnt, dass kirchliche Statistiken den Eindruck der Ernüchterung zurücklassen. Noch immer treten viele Menschen aus der Kirche aus, noch immer gibt es einen großen Anteil an Christen, die zwar getauft sind, aber nicht am kirchlichen Leben teilnehmen. Wir spüren, dass unsere Gesellschaft säkularer wird. Immer weniger Menschen sind christlich geprägt. Dazu kommt die Erfahrung, dass unsere kirchlichen Strukturen vor Herausforderungen stehen: Gibt es immer weniger Priester, lässt sich ein flächendeckendes pfarrliches Leben kaum mehr so organisieren, wie das noch vor Jahrzehnten der Fall war.
Im Evangelium dieses Sonntags sagt Jesus: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.“ Ja, das mit den Arbeitern würden wir doch sofort bestätigen. Uns sollte aber gerade der erste Teil dieses Satzes aufhorchen lassen: Die Ernte ist groß. Jesus weiß ja, dass seine Botschaft ihm Feinde macht; er weiß auch, dass diese Botschaft ihn am Ende das Leben kosten wird. Begeisterungsstürme fühlen sich anders an – und doch sagt Jesus: „Die Ernte ist groß“. Er sendet seine Apostel aus; sie sollen die Botschaft Jesu verkünden: „Das Himmelreich ist nahe!“.
Diese Botschaft geht jeden Menschen etwas an. Im Evangelium dieses Sonntags hören wir, wie Jesus den Jüngern zunächst aufträgt, nicht zu den Heiden zu gehen, sondern „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!“ Israel ist das geliebte Volk Gottes, das er sich auserwählt hat. In der ersten Lesung hören wir an diesem Sonntag: „Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.“ (Ex 19,5-6). Der Evangelist Matthäus legt schon am Anfang seines Evangeliums mit dem Stammbaum besondere Aufmerksamkeit auf die Herkunft Jesu aus dem Volk Israel. Die Perspektive weitet sich dann aber; nach seiner Auferstehung schließlich sendet der Herr die Jünger zu allen Völkern (vgl. Mt 28,19).
Diese Sendung betrifft damit auch uns. Die Kernbotschaft Jesu vom nahen Himmelreich geht alle Menschen an, alle Völker. Aus eben diesem Grund ist die „Ernte“ groß. Das Evangelium ist nicht nur für Menschen bestimmter Herkunft oder bestimmter Klasse, nicht nur für jene, die ohnehin schon kirchlich sozialisiert sind. Es gibt keinen Menschen, dem wir nicht zusagen dürften, dass Gott ihn liebt und ihn erlöst hat. Vielleicht täte es uns gut, die kirchliche Perspektive immer wieder zu wenden und den Schwerpunkt nicht auf die mangelnden Arbeiter für die große Ernte zu legen – sondern umgekehrt die große Ernte als Ansporn zu verstehen.
Text: Benedikt Bögle
(sig)




