News Bild Domkapitular Ammer feiert Andacht vor „Whisky Brothers"
Domkapitular Ammer feiert Andacht vor „Whisky Brothers"

„Das Kind ist die Hauptsache!“

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Regensburg 17. Dezember 2022

 „Wir kommen zusammen an einen ungewohnten Ort, weil wir Ungewohntes anfeiern", begann Domkapitular Johann Ammer seine Andacht in der Regensburger Innenstadt am Samstagvormittag. „Gott wird Mensch in dieser Welt." Im Zuge des ökumenischen Krippenweges wurde die Andacht vor dem Spirituosenladen „Whisky Brothers“ in der Glockengasse mit besinnlicher Blasmusik und einem kleinen Whiskey zelebriert.

Unterschiedliche Krippen, aber eine Gemeinsamkeit

Domkapitular Ammer bezog sich zu Beginn seiner Predigt auf den Krippenweg in  Regensburg. „Wir sehen, wenn wir den ganzen Krippenweg gehen, ganz unterschiedliche Krippen." Moderne Krippen, herkömmliche Krippen aus Bayern oder aus dem Alpenland, Krippen aus Papier oder Holz. „Und so unterschiedlich diese Krippendarstellungen auch immer sind, eines ist immer dabei: Maria, Josef und das Jesuskind". Dazu erzählte Domkapitular Johannes Ammer eine kleine Geschichte.

Tiere streiten über Weihnachten

Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten darüber, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. „Na klar, Gänsebraten", sagte der Fuchs. „Schnee", sagte der Eisbär. „Viel Schnee." Und er schwärmte verzückt von der weißen Weihnacht. Das Reh sagte: „Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern." „Aber nicht so viele Kerzen", heulte die Eule. „Schön, schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache." „Aber mein neues Kleid muss man sehen", sagte der Pfau. „Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten." „Und Schmuck!" krächzte die Elster. „Jede Weihnachten bekomme ich was: einen Ring, ein Armband. Oder eine Brosche oder eine Kette. Das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten." „Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen", brummte der Bär, „das ist doch die Hauptsache. Wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten." „Mach’s wie ich:" sagte der Dachs, „pennen, pennen, pennen. Das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich: Mal richtig pennen." „Und saufen", ergänzte der Ochse. „Mal richtig einen Saufen und dann pennen." Aber da schrie er „aua", denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt. „Du Ochse du, denkst du denn nicht an das Kind?" Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: „Das Kind. Jaja, das Kind – das ist doch die Hauptsache. Übrigens", fragte er dann den Esel,“wissen das eigentlich die Menschen?"

Das Kind ist das Wichtigste

Weihnachten ist nicht dafür da, um es sich einfach mal richtig gut gehen zu lassen oder mit der Verwandtschaft zu streiten. Das Kind ist das Wichtigste. „Die Geburt dieses Kindes ist nicht nur ein romantisches Bild. Die Geburt Jesu ist viel, viel mehr." Die Geburt Jesu ist der Auftakt eines Programms. Der Sohn Gottes kommt in diese Welt in einem Stall. „Und das ist Absicht". Ein Gott, der sein Kind in der denkbar ärmlichsten Behausung zur Welt bringt, ist einzigartig. „Damit macht er von Anfang an deutlich: Ich bin ein Gott, der für die Menschen da ist." Jeder soll Gott wichtig sein. „Die Botschaft des Weihnachtsfestes ist: Jeder ist Gott unendlich wichtig und wertvoll!"

Der ökumenische Krippenweg in Regensburg

Zum dritten Mal findet heuer der ökumenische Krippenweg in Regensburg bereits statt. Noch bis zum 6. Januar 2023 laden unter dem Motto „Regensburg folgt dem Stern" wieder zahlreiche Krippen in Foyers, Schaufenstern und Museen zum gemütlichen Schlendern durch die festlich beleuchteten Gassen der Altstadt und in Stadtamhof ein. Insgesamt gibt es 65 Stationen in ganz Regensburg. Die Krippe mit der Nummer 32 ist beim Spirituosenladen „Whisky Brothers". Mehr Informationen dazu unter www.regensburg-stern.de

Text und Fotos: Simon Doering/jas