„Diese Gastfreundschaft gereicht dem christlichen Europa zur Ehre“ – Bischof Voderholzer spricht von einer gewaltigen Herausforderung und von Opfern

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Angesichts der aktuellen Debatte um die zahlreichen ankommenden Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland hat sich Bischof Rudolf Voderholzer für die großzügige Aufnahme von Asylanten ausgesprochen, die wirklich um ihr Leben fürchten müssen und die bereits alles verloren haben. Diese grundlegenden Aussagen machte er während des Gottesdienstes anlässlich des Besuches von Papst Benedikt XVI. vor neun Jahren am Kreuz am Islinger Feld. Stimmen, die sich vor einer Islamisierung Deutschlands sorgen, hielt der Regensburger Bischof bei dieser Gelegenheit entgegen: „Was wir fürchten müssen, ist nicht eine mögliche Islamisierung, sondern unsere eigene Lauheit und das Versickern des Glaubens.“ Daher laute die entscheidende Frage: „Können wir Christen den Flüchtlingen einen überzeugten Glauben anbieten und vorleben?“ Außerdem fragte Bischof Voderholzer, ob es gelingen wird, das Kreuz als Zeichen der göttlichen Liebe zu erweisen und zu bezeugen, als Zeichen der größeren Weisheit Gottes, die alle menschliche Weisheit übersteigt.

 

Dank an staatliche Behörden und freiwillige Helfer

Die bisher praktizierte Form der Gastfreundschaft gereiche dem christlichen Europa zur Ehre. Allerdings gab der Bischof auch zu bedenken, dass es eine gewaltige Herausforderung für die Zukunft werde, die große Zahl der Menschen, die kommen, bei uns heimisch zu machen. „Wir werden einen langen Atem brauchen und nachhaltige Opferbereitschaft.“ Außerdem sprach er ein aufrichtiges Wort des Dankes an alle aus, die sich haupt- und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, sowie den Dank auch an die Mitarbeiter in den Kommunen, Städten, Landratsämtern und Bezirksregierungen, die in diesen Tagen und Wochen oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit und manchmal darüber hinaus gearbeitet hätten.

Auf Stimmen, wonach muslimisch geprägte Länder mehr Flüchtlinge aufnehmen sollten, reagierte der Bischof: Man könne nicht sagen, dass in muslimisch geprägten Staaten überhaupt keine Flüchtlinge aufgenommen werden. Für Saudi-Arabien und die anderen reichen Golfstaaten sei dies allerdings zutreffend. „Hier darf man sich mehr Solidarität mit den Glaubensbrüdern und -schwestern erhoffen.“

In der Vergangenheit hatte Bischof Voderholzer wiederholt auf die Bedeutung der Aufnahme der heimatvertriebenen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg hingewiesen. Ihn selbst hat diese familiäre Tradition maßgeblich geprägt.

 

Auch das Bistum Regensburg hilft Flüchtlingen

Zahlreiche Pfarreien schaffen Raum zur Unterbringung von Flüchtlingen oder stellen Räume für Unterricht und Betreuung zur Verfügung. Beispiele dafür sind die Pfarreien Herz Jesu in Weiden und St. Josef Reinhausen, wo junge Flüchtlinge in Kooperation mit dem Jugendamt Deutschunterricht erhalten. Auch das Priesterseminar Regensburg nimmt Flüchtlinge auf sowie die Exerzitienhäuser im Bistum Regensburg. Auch hält das Bistum durch katholische Einrichtungen Hilfen vor: So wurden bislang 230 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgebaut, davon befinden sich 150 Plätze in Einrichtungen der Katholischen Jugendfürsorge, die sich mit zwei Zentralen Inobhutnahmeeinrichtungen und Nachfolgegruppen engagiert. Weitere rd. 150 Plätze im Bistum sind aktuell in Planung. Eine Übersicht der Gesamtkosten liegt noch nicht vor. Zu rechnen ist damit, dass heuer bis zu 2.000 Kinder und Jugendliche allein und ohne Begleitung in Bayern ankommen. Bischof Rudolf ist es ein besonderes Anliegen, dass diese Menschen nicht nur unterkommen und psychologische und medizinische Betreuung erhalten, sondern auch zügig einen Beruf erlernen können. 28 Fachkräfte sind in den Caritas-Beratungsstellen in der Asylsozialberatung tätig (18 Vollzeitstellen). Die Caritas hat mit jeweils zwei Fachkräften die Asylsozialberatung in den Erstaufnahmeeinrichtungen Deggendorf und Regensburg übernommen. In der Erstaufnahmeeinrichtung Regensburg stellt sie dazu die Kinderbetreuung sicher. Allerdings ist es derzeit noch unmöglich, eine gesicherte Statistik über die vielen Initiativen zu führen. Dazu kommt eine Initiative wie die des Benediktinerklosters Metten in Niederbayern, das drei Brüdern aus Syrien Kirchenasyl gewährt. Bereits im vergangenen April hatte die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Regensburg, Michaela Halter, die Bundesregierung um ein Flüchtlingskontingent für Christen gebeten.

Bei Frau Christina Engl von der Caritas laufen zahlreiche organisatorische Fäden zusammenlaufen: c.engl@caritas-regensburg.de, +49 941 502-1143.

Weitere Informationen zur Flüchtlingsarbeit des Bistums Regensburg finden Sie hier.