News Bild „Die Virgo consecrata im Dienst der Kirche“ - Gottgeweihte Jungfrauen aus ganz Europa treffen sich zum dritten Mal im Bildungshaus Schloss Spindlhof

„Die Virgo consecrata im Dienst der Kirche“ - Gottgeweihte Jungfrauen aus ganz Europa treffen sich zum dritten Mal im Bildungshaus Schloss Spindlhof

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Vom 7. bis zum 10. Juni 2012 fand im Bildungshaus Schloss Spindlhof in Regenstauf die Tagung „Die Virgo consecrata im Dienst der Kirche“ statt. Die 34 Teilnehmerinnen, Gottgeweihte Jungfrauen (virgines consecratae), Kandidatinnen und Interessierte, waren aus Deutschland, Österreich, Ungarn und Tschechien, aus Italien, Luxemburg und der Schweiz sowie aus Polen und Russland angereist. Bereist zum dritten Mal organisierte der Ordo Virginum Deutschland e.V. diese Tagung mit Vorträgen, gemeinsamen Gebetszeiten und Messfeiern.

Im Jahre 2009 wurde dieser Verein in Regensburg gegründet, um in Deutschland die Gottgeweihten Jungfrauen in ihrem Dienst für die Kirche zu stärken und über diesen Stand in der Kirche zu informieren. Die Vorsitzende ist Maria Luisa Öfele, die im Bistum Regensburg Referentin für die Orden und geistlichen Gemeinschaften ist. Weltweit gibt es, so Maria Luisa Öfele, bis zu 3.500 Gottgeweihte Jungfrauen, in Deutschland rund 150. Da sie nicht in Klöstern oder Konventen organisiert sind - jede von ihnen übt einen Beruf aus, es gibt Tierärztinnen und Psychologinnen genauso wie Steuerberaterinnen, Bankerinnen oder Pastoralreferentinnen - ist die Vernetzung untereinander oft etwas schwieriger. Bei der Kontaktaufnahme mit Gottgeweihten Jungfrauen für diese Tagung, z.B. in Moskau oder Budapest, waren auch die Sozialen Netzwerke von großem Nutzen.

Eingebettet in gemeinsames geistliches Tun - Stundengebet, Eucharistische Anbetung, Feier der Heiligen Messe - waren sieben theologische Vorträge, die sich mit Geschichte, Wesen und Spiritualität der Gottgeweihten Jungfrau beschäftigten. Unter den hochkarätigen Referentinnen und Referenten war auch der Präfekt der Apostolischen Signatur in Rom, dem höchsten kirchlichen Gerichtshof, Raymond Leo Kardinal Burke. Am Freitagvormittag sprach er zum Thema „Verpflichtet zum Dienst für die Kirche und alle Brüder und Schwestern“ und ging dabei auf das Wesen des Dienstes ein, der der Berufung zu einem Leben geweihter Jungfräulichkeit in der Welt eigen ist. Kirchrechtliche Grundlage für diesen eigenen Stand der Virgo consecrata in der Katholischen Kirche ist der Canon 604. In der Jungfrauenweihe, so §1, wird die Jungfrau Christus anverlobt und dem Dienst an der Kirche, dem mystischen Leib Christi, anvertraut. Der § 2 nennt die Möglichkeit - die aber keine Verpflichtung darstellt - dass sich Gottgeweihte Jungfrauen in Vereinigungen zusammenschließen können. Der Stand der Virgo consecrata, so Kardinal Burke, unterscheide sich zwar von den anderen Formen des geweihten Lebens - so gibt es z.B. kein Habit oder auch keinen Namenswechsel - habe aber seinen festen Platz im Reigen der Berufungen zur Nachfolge Christi. Charakteristisch für die Virgo sei ihr Leben in der Welt, meist auch in weltlichen Berufen, und ihre Ausrichtung auf den Diözesanbischof, der ja auch die Jungfrauenweihe spende. Der Selige Papst Johannes Paul II., so führt Kardinal Burke aus, habe beim Internationalen Kongress 1995 in Rom verschiedene Aspekte des Dienstes der Virgo betont. So sei ihr Dienst ein sichtbares Zeichen der Treue der Kirche zu Christus, den Werken der Barmherzigkeit und des Gebetes hätten sich die Jungfrauen schon in der frühen Kirche verpflichtet. Auch habe die jungfräuliche Lebensform einen anthropologischen Wert, zeige sie doch, dass Fraulichkeit auch als Jungfrau gelebt werden könne. Der Dienst am Menschen sei ein Zeugnis der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung. Auch Papst Benedikt XVI. habe 2008 darauf hingewiesen, so führte der Kardinal in seinem Vortrag weiter aus, dass die Ganzhingabe der Virgo in der Jungfräulichkeit an Christus ein Bild für die Kirche als dessen Braut sei. Die Virgo stehe zum einen zwar im Bezug zum Ortsbischof, sei aber zum anderen im täglichen Stundengebet auf die ganze Weltkirche hin ausgerichtet. Sehr oft verwandte Raymond Leo Kardinal Burke im Bezug auf den Dienst der Gottgeweihten Jungfrau den Begriff der „geistlichen Mutterschaft“ und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Schönheit der Berufung zu dieser Lebensform den anwesenden Virgines consecratae in diesen Tagen erneut wieder bewusst werde.

Das 2012 erschienene Buch „Virgo consecrata - Braut Christi, Zeichen für die Liebe der Kirche zu Christus“ gibt viele Aufschlüsse über diesen kirchlichen Stand. Informationen zum Verein Ordo Virginum Deutschland e.V. gibt es auch unter Postfach 110339, 93016 Regensburg oder auf www.ordovirginum.de.