News Bild Die Regensburger Domspatzen durch die Linse des Photographen Michael Bry

Die Regensburger Domspatzen durch die Linse des Photographen Michael Bry

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(pdr) Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen hat am Montagabend in St. Ulrich in Regensburg die Ausstellung „Unsichtbare Flügel. Die Regensburger Domspatzen in Bildern von Michael Bry“ eröffnet. „Die Suche nach dem Wahren, dem Unsichtbaren dahinter, verbindet Kunst und Glaube“, sagte der Stellvertretende Generalvikar. Der aus Breslau stammende und in Regensburg wohnende Photograph Michael Bry hat die Regensburger Domspatzen ein halbes Jahr lang vor allem im Alltag, aber auch im Regensburger Dom begleitet und gibt durch seine Bilder authentische Einblicke in deren Wirken. Während der Eröffnung der Ausstellung sangen die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner. Büchner erklärte: „Ich sehe in diesen Bildern Menschen – und Engel mit unsichtbaren Flügeln.“ Domkapitular Frühmorgen sprach von einer „Einladung zum konzentrierten Hinschauen und Erleben“.

Der Regensburger Journalist Harald Raab führte in Brys Leben und Werk ein. „Michael Bry, in einer angesehenen jüdischen Familie geboren, hat einen guten Teil des 20. Jahrhunderts im Lebensgepäck.“ Er fand in Santiago de Chile eine zweite Heimat, studierte Malerei und wechselte in die Photographie über („Weil ich nicht verhungern wollte“). Die US-Dokumentarphotographin Dorothea Lange gehört zu seinen Lehrmeistern. Drei Jahrzehnte lebte Bry bei San Francisco und photographierte für die Southern Pacific-Eisenbahngesellschaften, dann lebte er bei Indianern in Mexiko. Es folgten Aufenthalte in Deutschland, Spanien und Portugal. Durch das Kunstforum Ostdeutsche Galerie fand Bry nach Regensburg.

Über seinen Photographien „liegt kein Schleier der Pose“, sagte Raab: „Michael Bry scheint das Geheimnis der Magie des Augenblicks zu kennen. Durch das gestaltende Erfassen zu Bilderlebnissen gibt er den Bildern eine Seele.“ Seine Bilder setzten die „Bildmaschine im Kopf“ in Gang, sie seien realistisch und romantisch zugleich. Kunst seien sie, insofern sie über das Dokumentarische hinausweisen.

Museumsdirektor Dr. Hermann Reidel erklärte, dass Michael Bry seine Heimat in Regensburg gefunden hat. Er verwies auf weitere Zusammenhänge zwischen Regensburg und Breslau: dass etwa der Regensburger Generalvikar Melchior von Diepenbrock (1798-1853) seit 1845 dem Bistum Breslau als Fürstbischof vorstand. Bry wohnt in der Diepenbrockstraße – in Sichtweite der Regensburger Domspatzen. Die Ausstellung ist bis 28. September zu sehen. Jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr ist geöffnet, es gibt auch einen Katalog zur Ausstellung. (ven)