News Bild Die Mutter Gottes verbindet Völker: Tschechisch-deutsches Pontifikalamt mit den Bischöfen Radkovský und Voderholzer

Die Mutter Gottes verbindet Völker: Tschechisch-deutsches Pontifikalamt mit den Bischöfen Radkovský und Voderholzer

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Aus Nah und Fern sind am vergangenen Samstag Pilger zum Gnadenbild „Maria vom Blute“ in die böhmische Stadt Klatovy (Klattau) gekommen. Die Wallfahrt zu dem Gnadenbild, das in der Erzdekanatspfarrkirche Mariä Geburt den Hauptaltar schmückt, zählt zu den traditionsreichsten Wallfahrten im Bistum Pilsen, seit 1685. Neben vielen tschechischen Gläubigen waren ebenfalls Wallfahrer aus dem Bistum Regensburg und aus Bergatreute bei Ravensburg zum feierlichen tschechisch-deutschen Pontifikalamt, mit Bischof František Radkovský (Pilsen) angereist. Konzelebranten waren der Prager Weihbischof Karel Herbst (SDB), der Chamer Regionaldekan und Wallfahrtsdirektor von Neukirchen beim Heiligen Blut, Msgr. Georg Englmeier, sowie Pfarrer Harald J. Öhl aus Bergatreute.

Bischof Rudolf Voderholzer nutzte diese Gelegenheit der Wallfahrt als einen weiteren grenzüberschreitenden Schritt der Nachbarschaft und der Freundschaft. In einem Grußwort an die Mitbrüder und Pilger zeigte er auf, dass die Wallfahrt nach Neukirchen beim Heiligen Blut am 31. Mai während des Katholikentages ein wichtiger Brückenschlag war und dass die Wallfahrt nach Klatovy als ein weiteres Zeichen der völkerverbindenden Kraft der Muttergottes zu verstehen ist. Der Brückenbau mit Christus zwischen den Völkern findet gerade in solchen Ereignissen seine eigentliche Kraft.

In seiner Predigt vertiefte Bischof František Gedanken von Chiara Lubich. Es war ihm ein Anliegen, die Situation der suchenden Menschen heutzutage als eine Chance zu sehen und sie durch das Zeugnis des eigenen Lebens zur Gemeinschaft der Kirche zu führen. Als Gläubige sei es unsere Aufgabe, in die Menge einzutauchen und „ihr das göttliche Leben schenken, wie der Wein ein Stück Brot tränkt“, zitierte er die Gründerin der Fokolar-Bewegung. Diese Aufgabe kann allerdings nur in der Einheit mit Gott geschehen, der diese Gnade schenkt. Mit diesem Gedanken griff Bischof František auch die Aufschrift unterhalb Gnadenbildes auf: „Im Schoße der Mutter ruht die Weisheit des Vaters.“ Als Beispiel der Verbundenheit mit Gott dient uns die Mutter Gottes, deren Schutz und Schirm in allen Völkern erbeten wird. Direkt an das Pontifikalamt schloss sich eine Prozession über den Marktplatz von Klatovy an. Eine Besonderheit dieses Jahres war, dass bei der Prozession zwei Gnadenbilder der „Mutter Gottes vom Blute“ durch die Stadt getragen wurden. In Bergatreute wird seit 1686 eine Kopie des Gnadenbildes von Klatovy verehrt. Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Heimatort des Bildes kam daher die Pilgergruppe aus Oberschwaben nach Tschechien und nahm aktiv an den Feiern teil. Bereits während des Pontifikalamtes brachten die Pilger aus Bergatreute eine Wallfahrtskerze und ein Kruzifix als Gabe an die Gemeinde von Klatovy, näherhin für die Wallfahrtskirche in der Opferprozession vor den Altar. Im Anschluss an die Prozession gab es die Möglichkeit zum Austausch und Gespräch bei tschechischen Spezialitäten, während am Abend die Gruppe „Zebedeus“ in der Wallfahrtskirche zu einem geistlichen Konzert einlud.