Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Die Macht der Gewohnheiten
Was du tust, formt, wer du bist
Regensburg/Bonn, 14. Januar 2025
Gedanken sind der Anfang jeder Veränderung – aber sie entfalten ihre volle Kraft erst dann, wenn sie in Handlungen übersetzt werden. Wie Gewohnheiten uns prägen und wie wir sie verändern.
Das, was wir regelmäßig tun, prägt nicht nur unseren Alltag, sondern unsere Identität. Jede Gewohnheit ist ein Ausdruck dessen, wer wir glauben zu sein, und zugleich eine Entscheidung darüber, wer wir werden wollen. „Du bist, was du wiederholt tust“, formulierte es schon Aristoteles (sinngemäß). Die Bibel formuliert es ähnlich: „Ein guter Baum bringt gute Früchte“ (vgl. Matthäus 7,17). Mit anderen Worten: Unsere täglichen Handlungen zeigen, was in uns wurzelt – und sie gestalten zugleich, wie wir weiterwachsen.
Gewohnheiten – das stille Steuerprogramm
Gott hat unser Gehirn so geschaffen, dass es durch Wiederholung Muster bildet. Das macht uns handlungsfähig, aber auch anfällig für Automatismen. Neurowissenschaftlich spricht man von der „Gewohnheitsschleife“ nach Charles Duhigg:
- Auslöser: ein Reiz, z.B. eine Stimmung, eine Tageszeit, ein Ort
- Routine: die Handlung, die wir ausführen
- Belohnung: das gute Gefühl danach
Diese Abläufe speichern sich ein, wenn sie oft genug durchgemacht werden. So können hilfreiche Routinen entstehen, etwa ein Gebet am Morgen, aber auch solche, die uns nicht guttun, zum Beispiel Stressessen. Biblisch betrachtet: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“ (1. Korinther 6,12). Nicht jede Gewohnheit ist schlecht, aber die entscheidende Frage lautet: Führt sie mich näher zu dem Leben, das Gott für mich möchte?
Wie lange dauert es, bis eine Gewohnheit entsteht?
Bekannt ist unter anderem die „21-Tage-Regel“, welche allerdings ein Mythos ist. Eine Studie der Gesundheitspsychologin Phillippa Lally vom University College London zeigt: Im Durchschnitt dauert es 66 Tage, bis ein Verhalten automatisiert ist. Je einfacher die Handlung, desto schneller, je komplexer, desto länger. Das heißt: Gewohnheiten sind Wege, die wir Schritt für Schritt bahnen. Jeder Tag bietet die Chance, einen neuen Pfad einzuschlagen.
Gewohnheiten verändern – geistlich und praktisch
Veränderung geschieht nicht allein durch Willenskraft, sondern durch Bewusstheit, Struktur und Gottes Hilfe. Einige Schritte:
- Beobachten ohne Verurteilung
Muster im Alltag erkennen: Wann wiederholt sich etwas? - Frage nach dem Bedürfnis
Jede Gewohnheit erfüllt ein Bedürfnis. Brauche ich Trost, Anerkennung, Ruhe, Nähe zu Gott? - Die Routine ersetzen
Anstatt Stress mit Schokolade zu bekämpfen: Tief einatmen, ein kurzes Gebet oder eine Meditation, ein Spaziergang. - Klein beginnen
Große Vorsätze überfordern. Kleine, treue Schritte verändern nachhaltig. - Beständig bleiben
Wiederholung schafft Festigkeit. In geistlicher Sprache: Treue in den kleinen Dingen (vgl. Lukas 16,10).
Unsere Identität ist kein Zufallsprodukt. Sie wächst aus den Gedanken, die wir nähren, und den Taten, die wir regelmäßig üben. Die Bibel nennt das „Heiligung“: Stück für Stück verwandelt uns Gott in das Bild Christi (vgl. Römer 12,2). Jeder Tag ist daher eine Einladung: Mit welchen Gewohnheiten will ich Gott ehren? Welche Routinen lassen mich in Liebe, Geduld und Stärke wachsen? Du wirst, was du regelmäßig tust. Lass deine Gewohnheiten Ausdruck deiner Berufung sein – und ein Werkzeug, durch das Gott dich formt.
Text: Imke Sornek/f1rstlife
(kw)
Weitere Infos
Die Autoren von f1rstlife.de schreiben für das Bistum Regensburg regelmäßig über Themen querbeet aus allen Bereichen.




