Die Fackel des Glaubens in die Zukunft tragen - Bischof Rudolf Voderholzer beim 100-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche Ursulapoppenricht

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An die Einweihung ihrer Pfarrkirche St. Ursula vor 100 Jahren erinnerten sich am Sonntag die Gläubigen in Ursulapoppenricht. Denn am 9. Mai 1914 hatte der damalige Oberhirte des Bistums Regensburg, Bischof Antonius von Henle, das neue Gotteshaus geweiht. Sein Amtsnachfolger Bischof Rudolf Voderholzer kam daher sehr gerne, um mit einem Pontifikalgottesdienst dieses Jubiläum zu würdigen.

 

Mit einem Kirchenzug, angeführt von der Blaskapelle, sowie Liedern des Kinderchors und Versen von Kindergartenkindern wurde Bischof Voderholzer feierlich willkommen geheißen. Den historischen Bogen noch etwas weiter spannte Pfarradministrator Bischöflich Geistlicher Rat Dr. Joseph Madathiparampil in seiner Begrüßung zu Beginn des Festgottesdienstes. Denn bis 1808 war Ursulapoppenricht eine Filiale von Gebenbach, erst seither ist man eine eigenständige Pfarrei. Dieses Datum, d.h. das 200-jährige Pfarrjubiläum, wurde im Jahr 2008 unter anderem im Rahmen eines Pontifikalamtes mit Bischof Voderholzers Vorgänger, dem jetzigen Kardinal, Dr. Gerhard Müller, begangen. „Es ist uns eine besondere Ehre, Sie zu diesem Jubiläum begrüßen zu können. Wir fühlen uns außerordentlich geehrt, dass Sie unsere Einladung angenommen haben“, wandte sich der Ortsgeistliche an den Bischof und begrüßte auch die Konzelebranten, die Vertreter der Pfarrgremien sowie die Repräsentanten aus der Kommunalpolitik.

 

Seine Predigt stellte Bischof Voderholzer dem Thema des Sonntags entsprechend unter das Motto des „Guten Hirten“ und vertiefte dies anhand von Aussagen aus dem Alten (u.a. Psalm 23) und dem Neuen Testament (Zitate und Gleichnisse Jesu zum Beispiel vom „Verlorenen Schaf“). „Jesus selbst nimmt als Lamm Gottes die Schuld der Menschen auf sich“, führte der Oberhirte zum Kreuzestod Christi aus. Neben den von Christus selbst eingesetzten Aposteln hat für Bischof Voderholzer „jeder getaufte und gefirmte Christ Anteil am Hirtenamt für andere“, beginnend von Vater und Mutter (wobei er anlässlich des Muttertages allen Müttern und Großmüttern auch für die religiöse Erziehung der Kinder dankte), über die Jugendgruppenleiter, Ministranten und (Kirchen)Musiker bis hin zu den ehrenamtlich aktiven Vereinsvertretern und schließlich den Pfarrern, deren Weide als Hirte die Kirche ist. Und im Gotteshaus seien, so der Oberhirte, der Beichtstuhl („Sakrament der Versöhnung für die verlorenen Schafe“), der Ambo (Ort der Verkündigung und Auslegung des Evangeliums) und der Altar, „von wo aus Christus sich uns als Lamm Gottes schenkt, als Brot des Lebens“, die zentralen Elemente. Der Dank Bischof Voderholzers galt daher Ruhestandspfarrer Eduard Feichtmeier, dem Ortsgeistlichen Dr. Joseph Madathiparampil sowie dem künftig für die Pfarrei verantwortlichen Priester Dr. Christian Schulz, der ab Herbst hier die Pfarreiengemeinschaft leiten wird. Nach dem Appell des Bischofs, um Priesternachwuchs zu beten, motivierte er die Gläubigen, auch in Zukunft aktiv in der Pfarrei mitzuarbeiten, damit auch in den nächsten 50 bis 100 Jahren das Gotteshaus mit Leben erfüllt bleibt. „Halten Sie zusammen und unterstützen Sie Ihre Pfarrer“, schloss der Bistumschef seine Ansprache und bat die Gläubigen, die Fackel des Glaubens in die Zukunft zu tragen.

 

Nach dem Festgottesdienst gab es am Kirchplatz einen kleinen Festakt, den das Familiengottesdienstteam und der Männergesangverein musikalisch umrahmten. Die Sprecherin des Pfarrgemeinderates Annelies Meißner erinnerte in ihrem Grußwort an alle „Lebenden und Verstorbenen, die dieses Juwel gehegt und gepflegt haben“. An Bischof Voderholzer überreichte sie einen von Kirchenpfleger Helmut Janner erstellten Bildband über die Pfarrkirche. Die Grüße von Landrat Richard Reisinger überbrachte dessen Stellvertreter Franz Birkl, Bürgermeister von Poppenricht. Auf das besondere Ensemble von Kirche, Pfarrhaus, Jugendheim und Kindergarten – alles nun auf Hochglanz gebracht – verwies Hahnbachs neuer Bürgermeister Bernhard Lindner und freute sich auf den Besuch des Bischofs bei einer der Wallfahrten im Sommer in seiner Kommune.

Nach diesen Grußworten nahm Bischof Voderholzer noch die Ehrung langjähriger Sänger und Sängerinnen des Kirchenchores vor und trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde Hahnbach ein. Mit dem Mittagessen begann dann auch das Pfarrfest zum Kirchenjubiläum, wobei die Ministranten auch zum Spielen am Kirchplatz einluden und Kirchenpfleger Janner Kirchenführungen anbot.