News Bild „Die Arbeit ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit“

„Die Arbeit ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit“

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(pdr) Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller hat am Montagabend vor Mitgliedern des Marketingclubs und der Wirtschaftsjunioren im Priesterseminar St. Wolfgang in Regensburg über Unternehmensethik gesprochen. „Bei aller Orientierung am Gewinn muss das Augenmerk stets auf das Wohl des Menschen gerichtet sein: Die Arbeit ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit“, erklärte der Bischof gegenüber den zahlreich anwesenden Unternehmern. Der Mensch, Ebenbild Gottes des Schöpfers, benötige die Arbeit zur Selbstentfaltung. Dazu bedürfe es jedoch angemessener Arbeitsbedingungen. Entsprechend müssten Warenfluss und Geldwirtschaft im Dienste des Menschen stehen und nicht sein Wesen manipulieren.

„Aufgabe der Christen ist es sich dafür einzusetzen, dass der Mensch Subjekt und nicht Objekt der Arbeit ist“, so Bischof Gerhard Ludwig. Er wandte sich gegen einen Rückfall in den inhumanen Kapitalismus, der keine Rücksicht auf die menschliche Freiheit und Bedürfnisse nimmt. Alle Wirtschaftsformen, die den Menschen ausbeuten, lehnte der Regensburger Bischof ab. „Gewinn und Reichtum, die auf den Schultern der Armen erwirtschaftet werden, sind unmoralisch und menschenverachtend.“

Der Bischof kritisierte den überproportionalen Einfluss einzelner Interessengruppen in Deutschland und forderte eine grundlegende Neuausrichtung auf das Gemeinwohl. Die Forderung nach einem fairen Miteinander gelte auch auf internationaler Ebene zwischen reichen und armen Ländern, so der Bischof. (ven)