News Bild Der Dank wird für Regensburger Gäste zum Geschenk, beim Singen ist jede Fremdheit vergessen

Der Dank wird für Regensburger Gäste zum Geschenk, beim Singen ist jede Fremdheit vergessen

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(pdr) „Es geht darum, den Bischöfen und Missionaren, die hier tätig sind, unsere Solidarität zu zeigen und ihr großartiges Werk weiter zu unterstützen.“ Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller hat die Einladung der drei Missionsbischöfe aus dem Bistum Regensburg und der Mallersdorfer Schwestern, die seit 50 Jahren ihr Leben und Wirken den Armen in Südafrika widmen, gerne angenommen. Er startete in dieser Woche seine Pastoralreise durch das über 8000 Kilometer entfernte Land, um Dank zu sagen.

Dankbarkeit und Freude prägten bereits die ersten Begegnungen in der Hauptstadt Pretoria. Der Apostolische Nuntius Erzbischof James Green hieß die Gäste aus Regensburg in der Nuntiatur willkommen und würdigte das Engagement der Regensburger Priester und Ordensschwestern in Südafrika, aber auch das Unternehmen, mit der Musik der Regensburger Domspatzen dankbare Grüße aus der Heimat zu überbringen. Dass Glaube und Musik Grenzen überwinden, wurde beim abendlichen Gottesdienst mit dem Erzbischof von Pretoria, George Francis Daniel, in der Kathedrale Sacred Heart in dem frohen Miteinander der Menschen intensiv spürbar. Die Domspatzen intonierten das österliche Alleluja des Regensburger Komponisten Stefan Trenner, die afrikanische Gemeinde stimmte spontan Gesänge in Xhosa, der Muttersprache des gleichnamigen Volkes in Südafrika, an. Wie sehr die Menschen den Besuch der Regensburger Gäste schätzen, zeigten Jugendliche aus der Kathedralpfarrei mit einem Geschenk an Bischof Gerhard Ludwig.

In seiner Predigt betonte er die Verbundenheit aller Brüder und Schwestern als Bewohner des gemeinsamen Hauses der Kirche: „Der Besuch aus Regensburg soll unsere Freundschaft demonstrieren und unsere gemeinsame Vision von der einen Welt unterstreichen.“ Diese Verbundenheit - gerade zwischen Regensburg und Südafrika - wird unter anderem durch die 31 Missionarinnen und Missionare deutlich, die im Land leben und wirken. Bischof Gerhard Ludwig hob aber auch den Einsatz von afrikanischen Priestern und Ordensleuten im Bistum Regensburg hervor: „Sie sind von den Menschen akzeptiert und werden von ihnen geliebt.“

Erzbischof George Francis Daniel stellte in einem Dankwort die Arbeit von Fidei Donum-Priestern in der Diözese Pretoria heraus. Diese Priester wurden von Erzbischof Michael Buchberger in den 50-er Jahren von Regensburg aus nach Südafrika geschickt. „Sie sind das Fundament unserer Kirche hier vor Ort. Ohne sie würden wir nicht hier stehen!" Bereits zu Anfang des Gottesdienstes, dem Bischof Gerhard Ludwig als Hauptzelebrant vorstand, begrüßte der Kaplan der deutschsprachigen Gemeinde in Pretoria, Father Johann Maneschg, die Anwesenden. Er dankte für die große Ehre, die den katholischen Gemeinden in Pretoria durch den Besuch des Bischofs, der von den Regensburger Domspatzen begleitet wird, zuteil wird.
Beim Besuch in Soweto, dem Township vor Johannesburg mit rund drei Millionen überwiegend schwarzen Bewohnern, begegneten den Besuchern überall die Spuren der Apartheid, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe ausgrenzte und verurteilte. In der Kirche Regina Mundi, dem größten katholischen Gotteshaus in Soweto, sprach Bischof Gerhard Ludwig Müller mit den Domspatzen vor dem von Soldaten zerstörten Altar ein Gebet für den Frieden. Die Kirche war zum Zentrum des Widerstandes gegen die Apartheid geworden. Erbaut für 2000 Gottesdienstbesucher war sie bei politischen Veranstaltungen Mittelpunkt für bis zu 6000 Menschen. Wie sehr ihr Leben dabei bedroht war, zeigen die Einschusslöcher an der Decke. Die Polizei beschoss die Kirche während einer Versammlung.

Bei jeder Station wird die Dankbarkeit für die neu gewonnene Freiheit in dem Land spürbar, auch darin, dass diese Pastoralreise des Regensburger Bischofs mit dem Kathedralchor möglich ist. Und die Begeisterung der Gastgeber ist ein Geschenk an die Besucher. In Johannesburg wurde in der St. Vincent School for the Deaf gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Schwester Claudette Bogner, eine 63-jährige Missionsdominikanerin aus Hainsbach/Haindling, leitet die Schule für Gehörlose. Als der heimatliche Gruß der Domspatzen, das Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“ mit dem Text ausklang „...ich kann dich nicht begleiten, weil ich hier bleiben muss“, kam von den Schwestern ganz spontan: „Und hier bleiben will!“ Für Schwester Claudette ist klar: „Ich mag Südafrika sehr gern, trotz der vielen politischen Unruhen, die wir mitgemacht haben. Ich würde es schwer finden, wenn ich wieder nach Deutschland zurück müsste. Hier ist meine Heimat!“ Bischof Gerhard Ludwig drückte die Achtung vor „allem, was hier geleistet und getan wird“ so aus: „Auch was nicht so beachtet wird in der Öffentlichkeit, ist doch bemerkenswert in den Augen Gottes. Hier kommt es auf das Engagement der Ordensschwestern und vieler Laien an. Es ist wichtig, dass wir im Auge behalten, was im Verborgenen an Gutem getan wird. Es ist wichtig, dass man den Menschen, die hilfsbedürftig sind, das Bewusstsein gibt, dass sie gebraucht werden, dass ihr Leben eine Würde hat, die nicht davon abhängt, ob sie ihnen von anderen Menschen zugesprochen oder abgesprochen wird.“ Er dankte den Schwestern dafür, dass sie dies fern von der Heimat jeden Tag aufs Neue leisten, mit CD-Aufnahmen der Domspatzen, die sie an den Besuch des Chores in Johannesburg erinnern werden.

Der Höhepunkt der Pastoralreise wird am Sonntag ein gemeinsamer Gottesdienst aller Missionsbischöfe mit Bischof Gerhard Ludwig Müller in der Abteikirche Inkarmana sein. Im benachbarten Vryheid, Maria Ratschitz und Nkandla liegen die Konvente der Nardini Sisters, der Mallersdorfer Schwestern, deren 50-jähriges Jubiläum in Südafrika dabei gefeiert wird.

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