News Bild "Denn meine Augen haben das Heil gesehen..." Bischof Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Fest Darstellung des Herrn

"Denn meine Augen haben das Heil gesehen..." Bischof Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Fest Darstellung des Herrn

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"Praesentatio Domini" - "Darstellung des Herrn", so heißt das Herrenfest, das die Kirche am 2. Februar feiert. "Dem jüdischen Brauchtum verdanken wir dieses Fest", so erklärt es Bischof Rudolf Voderholzer den zahlreich erschienenen Gläubigen am Dienstagabend in der Niedermünsterkirche. Der Volksmund kennt diesen Tag als "Mariä Lichtmess", weil zu Beginn des Pontifikalamtes der Bischof im Kreise der zehn Konzelebranten die Kerzen segnete und dann in einer Lichterprozession in die Kirche einzog.

 

 

"Eigentlich auch das Patronatstag der älteren Menschen"

Das Lukasevangelium (Lk 2,22-40) zeigt hier ein Altersbild, so Bischof Rudolf in seiner Predigt, das dem Jugendkult unserer Tage entgegensteht. Es stellt uns den greisen Simeon und die Prophetin Hanna vor, die zwar körperlich alt, aber geistig/ geistlich junggeblieben sind. Altsein ist für den Evangelisten Lukas kein Pech, kein Schiffbruch, sondern Zeit des Beschenktwerdens mit der Erfüllung ihrer Sehnsucht nach dem Messias. Simeon ist es, der mit seinen Worten die Weihnachtsbotschaft zusammenfasst: "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel" (Lk 2,29-32). Das Zeugnis von Simeon und Hanna greift die Botschaft von Weihnachten auf und schlägt eine Brücke zu Ostern, von den Lichtern des Weihnachtsbaumes zur Osterkerze.

Ein Tag mit vielen Festgeheimnissen...

Der hl. Papst Johannes Paul II. war es, der den neugeschaffenen "Tag des geweihten Lebens" im Jahre 1997 mit dem Fest der “Darstellung des Herrn” verbunden hatte. Damit sollten alle Formen des geweihten Lebens in der Kirche nicht nur gewürdigt sondern auch gefördert werden. Das "Jahr des geweihten Lebens", das Papst Franziskus am 1. Adventssonntag 2014 eröffnet hatte, endete mit diesem 2. Februar und wurde an diesem Tag in Rom feierliche beschlossen. So wie die Ordensleute und alle Personen des geweihten Lebens nie müde würden, ihr Zeugnis für Christus als das Licht der Welt abzulegen, so erbat der Bischof zum Ende der Predigt dies für alle Weltchristen.

 

"Heiliger Blasius, bitte für uns!"

Traditionsgemäß wird am "Lichtmesstag" auch der Blasiussegen mit zwei gekreuzten Kerzen vom Priester gespendet. Das Fest des hl. Bischof Blasius von Sebaste in Armenien, der wohl im Jahre 316 unter Kaiser Licinius das Martyrium erlitt, begeht die Kirch zwar einen Tag später, spendet den Segen gegen Halserkrankungen aber bereits am Vortag. Dieses Patronat geht auf die Legende zurück, das Bischof Blasius im Gefängnis einem Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, das Leben gerettet habe. Der Blasius-Segen ist seit dem 16. Jahrhundert belegt. Bischof Rudolf Voderholzer und Weihbischof Josef Graf sowie Stadtdekan Pfarrer Roman Gerl und zwei Domkapitulare spendeten den Gläubigen im Anschluss an die Messe den Blasiussegen mit den Worten: "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist. -- Amen." Auch kirchenmusikalisch war ein Blasius präsent. Der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Prof. Roland Büchner sang die vierstimmige "missa pour ung plaisir" des Tiroler Komponisten und Franziskanerpaters Blasius Amon (1558-1590).