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Delegation von missio München unterwegs im Libanon

Der Libanon darf keine vergessene Krise sein

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München/Beirut, 18. April 2023

Solidarität mit den verbliebenen Christinnen und Christen im Nahen Osten und mit den Menschen in einer Region, die zunehmend zwischen sozialen Spannungen und wirtschaftlichem Zerfall zerrieben wird – das ist das Anliegen einer Reise in den Libanon von missio München und dem Bistum Speyer.

Eine Woche lang sind der Präsident des Internationalen Katholischen Hilfswerks, Monsignore Wolfgang Huber, und Weihbischof Otto Georgens mit einer Gruppe in und um Beirut sowie in Tripoli im Norden des Landes unterwegs. Libanon wie auch Syrien und Ägypten stehen in diesem Jahr im Zentrum des Monats der Weltmission im Oktober, der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit.

Das Christentum hat eine lange Tradition im Nahen Osten. Doch am Beispiel des Libanon zeigt sich, dass gerade Christen zunehmend das Land verlassen. Seit Monaten ohne politische Führung steht der Staat vor dem wirtschaftlichen Kollaps. 70 Prozent der Libanesinnen und Libanesen leben unterhalb der Armutsgrenze. Gleichzeitig hat das kleine Land im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Geflüchteten weltweit aufgenommen. Es mangelt an Strom und Medikamenten. Staatliche Schulen schließen.
In Vorbereitung auf den Weltmissionsmonat wird sich die Gruppe im Libanon über Initiativen und Projekte informieren, die sich der großen sozialen Herausforderungen annehmen. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch eines Caritas-Frauenhauses, in welchem ausgebeutete und missbrauchte Arbeitsmigrantinnen aus Afrika und Asien Schutz finden. In den Studios des ökumenischen Medienunternehmens SAT-7 informieren sich die Besucher über Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus macht sich die Delegation ein Bild der Lage in Kliniken und Schulen.

„Die Arbeit unserer Projektpartnerinnen und -partner im Libanon ist für die notleidenden Menschen vor Ort überlebenswichtig. Von Christinnen und Christen geführte Schulen oder Krankenhäuser übernehmen die Aufgaben einer Regierung, die ihren Pflichten gegenüber der eigenen Bevölkerung nicht nachkommt“, betont missio-Präsident Huber. Weihbischof Otto Georgens zeigt sich tief beeindruckt vom breiten Engagement vor Ort: „Die Partnerinnen und Partner von missio München zeigen Perspektiven auf, gerade dort, wo scheinbar Hoffnungslosigkeit herrscht. Der Libanon darf keine vergessene Krise sein.“

Das Bistum Speyer ist die Partner-Diözese des diesjährigen Weltmissionsmonats im Oktober. Höhepunkt ist der 22. Oktober 2023, der Sonntag der Weltmission. Alles Infos unter www.weltmissionsmonat.de



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