News Bild „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen“ – Junge Ordensleute treffen sich in Schloss Spindlhof in Regenstauf

„Dein Angesicht, Herr, will ich suchen“ – Junge Ordensleute treffen sich in Schloss Spindlhof in Regenstauf

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Der Satz aus dem Psalm 27 stand nicht nur über der mehrtägigen Tagung junger Ordensleute, die vom 23. bis 25. Februar 2018 im Bischöflichen Bildungshaus Schloss Spindlhof in Regenstauf stattfand, er ist sozusagen auch der "spirituelle, gemeinsame Nenner" aller Ordenschristen. Auf Einladung der Hauptabteilung Orden und Geistliche Gemeinschaften im Bischöflichen Ordinariat Regensburg kamen 21 Ordensfrauen und -männer aus dem gesamten Bistumsgebiet aber auch aus den Bistümern Augsburg und Passau sowie aus dem Erzbistum München-Freising zu diesem ersten mehrtägigen Treffen. So kamen Zisterzienserinnen aus Kloster Seligenthal in Landshut, Dominikanerinnen aus dem Kloster Hl. Kreuz in Regensburg und aus St. Maria an der Isar sowie Klarissen aus Dingolfing und Dienerinnen vom Hl. Blut aus Aufhausen. Ordensmänner nahmen teil von den Passionisten aus Schwarzenfeld und den Oratorianern aus Aufhausen sowie aus der Benediktinerabtei Metten.

 

"Geistliche und geistige Nahrung"

"Es ist gut diese Generation an Ordensleuten auf ihrem geistlichen Weg zu stärken ", so Ordinariatsrätin María Luisa Öfele, Leiterin der Hauptabteilung Orden und Geistliche Gemeinschaften, "aber auch ihr theologisches Fundament". So bot das vielfältige Programm verschiedene Vorträge wie "Von der Kraft des Gebets - Kloster als Schule des Gebets" und "Das Herz Gottes im Wort Gottes entdecken" von Schwester Placida Bielefeld OSB (Abtei Mariendonk) oder "Gott suchen und sich von ihm finden lassen" von Monsignore Dr. Bernhard Kirchgessner (Passau).

 

Vor vielen Jahren hatten sich die Ordensleute schon einmal im Bildungshaus Schloss Spindlhof für einen gemeinsamen Tag getroffen und es folgten jährliche, eintägige Treffen in verschiedenen Klöstern des Bistums. "Ich merkte dabei", erinnert sich María Luisa Öfele, "dass die Ordensleute immer sehr gerne zu diesem Treffen kamen, für den gegenseitigen Austausch aber leider immer zu wenig Zeit blieb". So wurde die Idee zu einem mehrtägigen Treffen geboren und in die Tat umgesetzt. Die Vorträge werden ergänzt durch ein reichhaltiges spirituelles Programm vom Stundengebet über die Eucharistische Anbetung bis zur Feier der Heiligen Messe. Sozusagen geistlicher Höhepunkt der gemeinsamen Tage ist die Sonntagsmesse mit Weihbischof Dr. Josef Graf.

"Ordensleute fallen nicht vom Himmel..."

So verschieden die einzelnen Ordensgewänder sind, so unterschiedlich sind auch die Berufungsgeschichten der einzelnen Ordensleute. Für Frater Gregor Schuller OSB aus der Benediktiner-Abtei Metten, der vor zwei Jahren seine Ewige Profess ablegte, ist die Gemeinschaft im Kloster einer der wichtigen Beweggründe für den Ordenseintritt. Frater Pius Görres CP aus dem Passionistenkloster Schwarzenfeld hatte kein klassisches Berufungserlebnis, aber nach seinem ersten Besuch im Kloster und der Auseinandersetzung mit der Spiritualität der Passionisten war für den Rheinländer relativ schnell klar, "das ist mein Platz!" Schwester Maria Veronika Mroczek SAS und Schwester Maria Vianney Frydrych SAS gehören der Ordensgemeinschaft der Dienerinnen vom Hl. Blut in Aufhausen an. Schwester Veronika möchte durch ihren Dienst im Orden die Liebe Gottes an die Menschen weitergeben, ihre Berufung ist sozusagen die Antwort darauf. Schwester Vianney dachte erst, dass eine eigene Familie ihr Weg sei, doch sie stellte bald fest, dass das nicht ihre Bestimmung ist. Die geborene Polin lernte die Dienerinnen vom Hl. Blut kennen und trat in Aufhausen in die Gemeinschaft ein. Seit 10 Jahren schon bei den Zisterzienserinnen in Kloster Seligenthal ist Schwester Maria Immaculata Fendt OCist. "Mir wurde klar, dass nichts und niemand anders mir so viel Liebe geben kann, wie der Herr Jesus  Christus", so Schwester Immaculata, "und ich wollte einfach ihm gehören und versuche nun als Ordensfrau ihm auf seine Liebe eine Antwort zu geben". Bruder Pio Fichtl CO gehört dem Oratorium Philipp Neri in Aufhausen an und spürt, dass er in der Gemeinschaft des Oratoriums den Dienst der Verkündigung besser leben kann, so wie es der Ordensgründer Philipp Neri bereits im 16. Jahrhundert erlebt hat.

 

 

"Orden im 21. Jahrhundert - kein alter Hut..."

Die Frage "Haben Orden eine Zukunft im 21. Jahrhundert?", können die Ordensfrauen und -männer mit einem beherzten JA beantworten. "Vielleicht sieht diese Zukunft nicht so aus wie in den vergangenen Jahrhunderten", bemerkt Benediktiner-Frater Gregor, "es wird sich einiges sicher ändern müssen, so wie sich in der Kirche einiges schon verändert hat und noch verändern wird". Blickt er auf die über 1.200-jährige Geschichte seines Klosters, dann sieht er dort eine große Geschichte der Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte und die Gemeinschaft ist trotzdem bestehen geblieben. Für den Passionisten-Frater Pius hat diese Form der Nachfolge Christi, die in ihrer Radikalität nach wie vor unüberbietbar ist, durchaus eine Zukunft. Wenn sie authentisch gelebt wird, zieht sie auch weiterhin Menschen an, die ganz Christus leben und verkünden wollen. Die Zisterzienserin Schwester Immaculata versteht ihr Ordensleben als eine Antwort auf die Liebe Gottes, "wenn wir offen bleiben für die Liebe Gottes, wenn wir den Heiligen Geist wirken lassen, an der Seite der Gottesmutter, warum soll der Herr nicht auch in unserer Zeit seine Kirche leiten und den Orden neue Berufungen bringen?"