News Bild "Das schönste Gesicht der Kirche" - Bischof Rudolf Voderholzer eröffnete in der Basilika St. Emmeram die Wolfgangswoche

"Das schönste Gesicht der Kirche" - Bischof Rudolf Voderholzer eröffnete in der Basilika St. Emmeram die Wolfgangswoche

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Mit einem feierlichen Pontifikalamt eröffnete der Regensburger Bischof, Dr. Rudolf Voderholzer, am Sonntag, dem 24. Juni die Wolfgangswoche des Jahres 2018. Gläubige aus der Stadt und dem gesamten Bistum Regensburg waren dabei, als der Schrein des Bistumspatrons erhoben und vor dem Altar aufgestellt wurde. Dieser Sarg sei wie eine Wiege, in der auch unsere Zukunft eingeborgen ist, sagte Bischof Rudolf. Der Heilige Wolfgang sei Ansporn und Orientierung für jede und jeden von uns, die wir alle berufen sind, ihm auf dem Weg zur Heiligkeit zu folgen.

Heiligkeit für alle

„Die Heiligkeit ist das schönste Gesicht der Kirche.“ So lautet das Leitwort der diesjährigen Wolfgangswoche. Es stammt aus dem jüngsten Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus, Exsultate Et Jubilate. Dort erinnert der Heilige Vater daran, dass alle Christen berufen seien zur Heiligkeit. Bischof Rudolf in seiner Predigt: „Diese Berufung zur Heiligkeit gilt allen. Frauen und Männern, schon Kindern ebenso wie erwachsenen und alten Leuten. Hochgestellten Persönlichkeiten ebenso wie einfachen und nicht – im weltlichen Sinne – hochgebildeten.“

Das Höchste, was man in der Kirche erreichen kann


„Für die Kirche gilt: Der Heiligenschein ist jedem und jeder bei der Taufe geschenkt. Und das „Höchste“, wenn man so will, das „Höchste“, was man in der Kirche erreichen kann, ist nicht irgendein Amt oder Posten, sondern die Vollendung der Heiligkeit.“ Vollendung in der Heiligkeit: Das ist ein wesentliches Ziel des Weges, auf dem Christen unterwegs sind. Bischof Rudolf verweist in seiner Predigt auch auf die Schlaglöcher: „Es bleibt die Neigung zu Selbstsucht und Sünde, die freilich, immer mithilfe der Gnade, überwunden werden kann und in beharrlichem Streben nach Heiligung zur Reifung und Vervollkommnung des Menschen führen kann.“

Heilige des Bistums Regensburg

Das Bistum Regensburg sei gerade auch in neuer Zeit mit heiligmäßigen Menschen außerordentlich gesegnet. Bischof Voderholzer erinnert unter anderen an den Konnersreuther Pater Liberat Weiss, der sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Äthiopien hat senden lassen und dort den Märtyrertod starb. Oder an die Heilige Anna Schäffer, die „uns das Beispiel eines in den Augen der Welt völlig unspektakulären Lebens vor Augen stellt, was das geistliche Leben und die Gottesbeziehung aber betrifft, ein ungeheures Abenteuer der Begegnung mit Gott offenbart und ein strahlendes Beispiel einer im Leiden geprüften und wie Gold gereinigten Gottesliebe zeigt.“

Reserl von Konnersreuth und Fritz Gerlich

Bischof Rudolf wies auch auf die Menschen aus unserem Bistum hin, wie etwa Bischof Wittmann, Bernhard Lehner und Therese Neumann, „denen große Verehrung entgegengebracht wird, deren Verfahren aber noch nicht so weit sind, dass wir ihre Namen ins Verzeichnis der Heiligen eintragen und sie öffentlich verehren dürfen.

Die Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer können Sie hier noch einmal in voller Länge nachlesen:

„Die Heiligkeit ist das schönste Gesicht der Kirche.“


Was Konnersreuth und das Lebenszeugnis der Therese Neumann betrifft, so darf es uns freilich freuen und froh stimmen, dass mit der Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für Dr. Fritz Gerlich, der vielleicht bedeutendsten Gestalt aus dem so genannten „Konnersreuther Kreis“, der als prophetischer Warner vor dem heraufziehenden Nationalsozialismus schon im Jahr 1933 verhaftet wurde und 1934 das Martyrium erlitt, die Seligsprechung eines Laien, eines Weltchristen, eines Journalisten auf den Weg gebracht worden ist.“

Schönheit keine Frage der Kosmetik

Das schönste Gesicht sei nicht eine Frage der Kosmetik, so der Bischof, „sondern letztlich eine Sache der Innerlichkeit, des Glaubens und der Einheit mit Gott. Deswegen verehren wir die Gottesmutter Maria als die schönste aller Frauen, als die Mutter der schönen Liebe.“
Der Bischof beendete seine Predigt mit dem Gebet: „Bitten wir den Herrn, dass er uns, auf die Fürsprache der Gottesmutter und so vieler Heiliger unseres Bistums helfe, auf dem Weg der Heiligkeit, der jedem und jeder einzelnen von uns zugedacht ist, voranzuschreiten. Amen.“

Paukenmesse von Joseph Haydn

Die feierliche Liturgie begleitete der Chor der Basilika St. Emmeram verstärkt durch Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Regensburg und den Solisten Dagmar Spannbauer (Sopran), Esther Baar (Alt), Emanoel Velozo (Tenor) und Niko Schlier unter der Leitung von Matthias Schlier. An der Orgel spielte Johannes Buhl. Gesungen und gespielt wurde die "Missa in tempore belli“ (Paukenmesse) von Joseph Haydn.

Bischof Voderholzer schlägt den Bogen in seiner Predigt mit einem Zitat von Papst Benedikt: „Die einzig wirkliche Apologie [also Rechtfertigung] des Christentums kann sich auf zwei Argumente beschränken: die Heiligen, die die Kirche hervorgebracht hat, und die Kunst, die in ihrem Schoß gewachsen ist. Der Herr ist durch die Großartigkeit der Heiligkeit und der Kunst, die in der gläubigen Gemeinde entstanden sind, eher beglaubigt als durch die gescheiten Ausflüchte, die die Apologetik zur Rechtfertigung der dunklen Seiten erarbeitet hat, an denen die menschliche Geschichte der Kirche leider so reich ist.“

Das weitere Programm der Wolfgangswoche finden Sie unter diesem Link: Wolfgangswoche 2018