News Bild „Christen unterm Halbmond“: P. Dietmar Schon OP referierte über die Lage der Christen in Nahost

„Christen unterm Halbmond“: P. Dietmar Schon OP referierte über die Lage der Christen in Nahost

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Mit der Lage der Christen in den kriegs- und krisengeschüttelten Ländern des Nahen Ostens befasste sich ein interessanter Vortrag des Akademischen Forums Albertus Magnus am Donnerstagabend.

Im Kaisersaal des Hotels „Goldenes Kreuz“ am Regensburger Haidplatz sprach der Direktor des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg, Pater Dr. Dietmar Schon OP, kenntnisreich und eloquent über die wechselvolle Geschichte der Christen in der muslimischen Welt – und führte zahlreiche historische, politische und religiöse Ursachen seit dem 19. Jahrhundert für das Verschwinden der christlichen Präsenz im Orient an.

 

P. Dr. Dietmar Schon: Christen macht- und schutzlos im Nahen Osten

So seien laut Ostkirchenhistoriker Schon in manchen Ländern Nordafrikas wie den früheren französischen Kolonien Tunesien, Marokko oder Algerien die Abwanderung zahlreicher Christen eher aus ökonomischen denn aus politischen Gründen erfolgt – in Ländern wie Ägypten, der Türkei oder Syrien hingegen gebe es jedoch in regelmäßigen Abständen gewalttätige und blutige Verfolgungswellen gegenüber den Anhängern Jesu. Anschläge auf Christen und kirchliche Einrichtungen würden, so P. Schon, meist unter Duldung des jeweiligen Staatsapparats erfolgen und dienten als Machtdemonstration gegenüber der eigenen christlichen Minderheit.

Allgegenwärtiger noch als die in unregelmäßigen Abständen auftretenden Gewalttätigkeiten gegenüber Christen sei jedoch die de facto vorherrschende Macht- und Rechtlosigkeit der Christen in Nahost. Zwar könnten sich Christen in einigen muslimisch dominierten Ländern auf das Verfassungsrecht der Religionsfreiheit berufen – in der Verfassungswirklichkeit jedoch sind sie juristisch und politisch meist schutzlos der muslimischen Mehrheitsgesellschaft ausgeliefert. Ein Zustand, der vor allem im Westen stärker ins allgemeine Bewusstsein gerückt werden müsse, so P. Dietmar Schon.