News Bild Chrisammesse – Weihe der heiligen Öle im Zeichen der „Influencer“

Chrisammesse – Weihe der heiligen Öle im Zeichen der „Influencer“

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So wie man den Geruch von Weihrauch mit dem Gottesdienst in der Kirche verbindet, so haben auch die heiligen Öle, die zur Salbung bei der Spende verschiedener Sakramente verwendet werden, ihren ganz eigenen charakteristischen Duft.
In der Karwoche hat Bischof Rudolf Voderholzer am Montagabend diese Öle nun geweiht. Zuvor wurden sie bereits von Diakon Peter Nickl gemischt, in große silberne Gefäße gegossen und mit Duftnoten versehen: So enthält das Chrisam, das zur Firmung und Priesterweihe verwendet wird, den Duft von Rosenblüten. Dem Katechumenenöl, zur Salbung eines Taufbewerbers, wird Grapefruitbalsam beigemischt und das Öl der Krankensalbung wird mit Zirbelkiefer versetzt.
Es herrschte viel Trubel und Leben im Regensburger Dom, denn Bischof Voderholzer hatte auch die Kinder des U14-Tages, die dieses Jahr ihre Firmung erhalten, zur Weihe der heiligen Öle eingeladen. Eltern, Geschwister, Verwandte und andere Kirchenbesucher drängten sich eng zusammen und saßen teilweise sogar parterre oder standen in den Gängen. So angefüllt mit Menschen war der Kirchenraum. Der Chor war ebenfalls gefüllt mit Priestern, Diakonen und Personen, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind, darunter auch die beiden Weihbischöfe Reinhard Pappenberger und Dr. Josef Graf. Die Priester erneuerten während der Chrisammesse ihre Bereitschaft zum Dienst.

Influencer als Teil der Verkündigung

„Ein Beeinflusser sein, sich gegenseitig beeinflussen ist etwas Alltägliches und vollkommen selbstverständlich, denn ohne dass man sich gegenseitig beeinflusst, kann man nicht leben.“ Mit diesen Worten beginnt Bischof Rudolf Voderholzer seine Predigt. In heutiger Zeit ist der Begriff des „Influencers“ häufig im Gespräch und für viele Kinder und Jugendliche bereits ein gewünschtes Berufsziel.
Doch gibt es zwei Arten von „Influencern“: die Positiven, die versuchen, die Jugend positiv zu beeinflussen und sie in ihren Stärken zu unterstützen. Das gilt zum Beispiel für Eltern, die ihre Kinder durch Erziehung führen oder für Lehrer und Lehrerinnen und deren Lerninhalte, die sie weitergeben. Die negativen oder schlechten „Influencer“ hingegen achten weniger auf das Wohl der anderen als vielmehr auf ihren eigenen Profit. So agieren viele aktuell erfolgreiche Influencer nicht wirklich als Vorbilder, sondern als Träger für Werbung und Marketing. „Es ist zwar ganz normal sich gegenseitig zu beeinflussen, zu lenken, sich bei anderen etwas abzuschauen, oder gar jemanden zu verehren, doch ist es ebenso wichtig, kritisch zu sein und nicht blind zu vertrauen“, warnt Bischof Voderholzer. Doch von wem lasse ich mich beeinflussen und wem schenke ich Glauben? Wie bereits Papst Franziskus auf dem Weltjugendtag in Panama im Januar dieses Jahres die Botschaft verkündet hat, „der Heilige Geist möchte dich zu einem positiven Influencer machen“, so verdeutlicht Bischof Voderholzer: „Der Heilige Geist, den ihr in der Firmung zur Stärkung empfangt, will euch das Licht sein, euch kritisch machen und dazu befähigen, guten Einfluss vom Schlechten zu unterscheiden, sodass ihr selbst zu guten Influencern werdet.“
Wir alle können demnach Menschen positiv beeinflussen. Bischof Voderholzer sagt: „Bitten wir den Herrn der Kirche, dass er uns an diesem Osterfest in unserem Glauben und unserer Hoffnung neu bestärkt, sodass wir begeisterte Zeugen seines Evangeliums werden und andere damit anstecken.“

Die heiligen Öle aufgereiht

Am Ende der Chrisammesse wurden die zuvor geweihten Behälter mit den heiligen Ölen vor der westlichen Kirchenwand aufgereiht, damit die Vertreter der einzelnen Pfarrgemeinden diese in ihre mitgebrachten Kännchen und Gefäße füllen lassen konnten. Um sie mit in ihre Gemeinden zu nehmen, wo sie zeichenhaft eingesetzt werden.