Haupteingang des Caritas-Krankenhauses St. Josef

Caritas-Krankenhäuser beteiligen sich am süddeutschen Klinik-Protesttag

Protest gegen Sparpläne


Regensburg, 10. Juni 2026

Wer am Freitag, 12. Juni 2026, zwischen 11 und 13 Uhr in die Caritas-Krankenhäuser St. Maria in Donaustauf und St. Josef in Regensburg kommt, steht zunächst vor Flatterband. Der Haupteingang wird in dieser Zeit symbolisch abgesperrt. Hintergrund ist der süddeutsche Klinik-Protesttag, zu dem die Krankenhausgesellschaften in Bayern und Baden-Württemberg aus Protest gegen das geplante GKV-Spargesetz aufgerufen haben.

Die medizinische Versorgung bleibt während der Aktion uneingeschränkt gewährleistet. Notfälle, geplante Behandlungen und alle notwendigen medizinischen Leistungen finden auch während des Protestzeitraums statt. Für Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher entsteht lediglich ein kurzer Umweg. Die Sperrung ist als sichtbares Zeichen gedacht: Sie soll zeigen, was auf dem Spiel steht, wenn Kliniken weiter unter Druck geraten.

Protest gegen Spargesetz

Mit der Aktion machen die Kliniken auf das geplante Gesetz zur Beitragssatzstabilisierung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) aufmerksam. Viele Krankenhäuser stehen seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Die Kosten steigen, die Anforderungen wachsen, zugleich bleiben finanzielle Spielräume eng. Zusätzliche Einschnitte würden diese Lage weiter verschärfen.

„Wir beteiligen uns an diesem Protesttag, weil die geplanten Maßnahmen nicht nur Klinikbilanzen betreffen. Sie gefährden die Versorgung der Menschen vor Ort“, sagt Prof. Dr. Sylvia Pemmerl, Geschäftsleitung und Medizinisch-Ärztliche Direktorin am Caritas-Krankenhaus St. Josef.

„Wir sperren unseren Haupteingang nicht, weil wir Menschen ausschließen wollen, sondern weil wir aufrütteln müssen“, sagt Matthias Swaczyna, Geschäftsführer von St. Maria. „Krankenhäuser sind ein zentraler Teil der Daseinsvorsorge. Wer ihre Finanzierung schwächt, gefährdet die Versorgung deutschlandweit.“

Freigemeinnützige Kliniken besonders betroffen

Für St. Josef könnten die geplanten Maßnahmen nach Berechnungen der Bayerischen Krankenhausgesellschaft rechnerisch eine zusätzliche Belastung von rund 3,9 Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Geld, das aus Sicht der Klinik an anderer Stelle fehlen würde: bei Personal, Investitionen, moderner Medizintechnik, Digitalisierung und Patientenversorgung.

Besonders betroffen sieht Prof. Pemmerl freigemeinnützige Kliniken: „Sie erfüllen denselben Versorgungsauftrag wie öffentliche Häuser, verfügen aber nicht über dieselben finanziellen Auffangnetze. In Regensburg ist das von besonderer Bedeutung: Mehr als 60 Prozent der stationären Gesundheitsversorgung in der Stadt werden von freigemeinnützigen Trägern erbracht.“

Forderung nach verlässlicher Finanzierung

Die Geschäftsleitungen der Krankenhäuser fordern deshalb eine verlässliche Krankenhausfinanzierung, die vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen, eine Entlastung der Pflege, weniger Bürokratie und faire Rahmenbedingungen für freigemeinnützige Kliniken. „Unsere Mitarbeitenden leisten jeden Tag verlässliche Arbeit für die Menschen in der Region“, sagt Swaczyna. „Dafür brauchen sie Rahmenbedingungen, die diese Arbeit ermöglichen – nicht immer neue Unsicherheiten.“


Text: Katja Vogel/Caritas Regensburg

(kw)

Weitere Infos

Die Aktion endet um 13 Uhr, danach ist der Haupteingang wieder regulär geöffnet. Die Kliniken bitten alle Besucherinnen und Besucher um Verständnis für den kurzen Umweg.



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