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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf weiht neuen Altar von St. Jakobus Regenstauf
Christus als Schatz des Lebens
Regenstauf, 25. Juli 2026
Mit der Weihe des neuen Altars hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Festtag des heiligen Jakobus den Abschluss der Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Jakobus in Regenstauf gefeiert. In seiner Predigt rief er die Gläubigen dazu auf, Christus als Schatz ihres Lebens in der Kirche zu suchen, und dankte allen, die zur Erneuerung des Gotteshauses beigetragen hatten.
Festgottesdienst zum Abschluss der Renovierung
Neben Bischof Dr. Voderholzer begrüßte Pfarrer Christian Blank zum Festgottesdienst als Konzelebranten den Erzbischof von Dakar André Guèye, die Mitbrüder aus der Pfarreiengemeinschaft Josef Hausner, Thomas Meier und Michel Coumba Cor Sene, Pfarrer i. R. Franz Matok aus Steinsberg sowie Pfarrer Hans Jürgen Koller, der aus Regenstauf stammt. Am Altar assistierten die Diakone Johannes Theisinger, Wolfgang Holzschuh und Elmar Wechsler. Pfarrer Blank erinnerte an die letzte Altarweihe in St. Jakobus am 26. Juli 1964. Nun könne man nach einer Bauphase von viereinhalb Jahren mit großer Freude den Abschluss der Maßnahme feiern. In einer Woche der Vorbereitung habe die Pfarrei mit besonderen Andachten und einem Konzert ihre Kirche wiederentdecken können.
Bischof Rudolf verwies in seinen einführenden Worten auf die Besonderheit der nun folgenden Liturgie, in der der Altar wie ein Mensch getauft und gefirmt werde und auf ihm anschließend gleichsam zum ersten Mal Eucharistie gefeiert werde. Im Zentrum stehe auch immer der Gedanke, dass die Kirche nicht primär ein Gebäude sei, sondern aus Menschen als lebendigen Steinen bestehe.
Christus als Schatz des Lebens
Nach der Segnung des Ambos wurde das Wort Gottes in zwei Lesungen – aus dem 1. Buch der Könige und aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom – sowie im Evangelium zum 17. Sonntag im Jahreskreis (Mt 13,44-52) verkündet. Das Evangelium, so Bischof Rudolf in seiner Predigt, beginne mit dem Doppelgleichnis vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle. Beide wiesen Gemeinsamkeiten auf, bei genauerer Betrachtung gehe es aber doch um unterschiedliche Dinge. Zunächst finde vermutlich ein Tagelöhner, der das Feld seines Herrn bestelle, einen vergrabenen Schatz, grabe ihn wieder ein, kaufe den Acker und empfange so einen wunderbaren Finderlohn. Im zweiten Gleichnis gebe ein Perlensammler seinen Besitz auf, um eine besonders kostbare Perle zu erwerben. Beiden Gleichnissen gemeinsam seien der unglaubliche Mehrwert des unverhofft entdeckten Schatzes und der Perle sowie der Stolz und die Freude der handelnden Personen, die frohen Herzens alles darangäben, nicht dem Alten nachtrauerten, sondern reich beschenkt nach vorne schauten.

Den Bezug zur Altarweihe stellte Bischof Rudolf durch den Hinweis auf die Situation der Jünger Jesu her. Jesus erzähle ihnen die Gleichnisse, um ihnen ihre eigene Situation zu erschließen. Auch sie, darunter der Kirchenpatron Jakobus, hätten alles zurückgelassen und in Jesus den Schatz ihres Lebens gefunden. In der Lesung aus dem Alten Testament bitte Salomo um ein hörendes und weises Herz. Im weiteren Verlauf des ersten Buchs der Könige frage er angesichts der Tempelweihe, ob Gott in einem Haus wohnen könne, das ein Mensch für ihn gebaut habe. Gott, so Bischof Rudolf, habe sich tatsächlich so klein gemacht, auf Erden Wohnung genommen und sein Zelt unter den Menschen aufgeschlagen. Es sei seine Freude, unter den Menschen zu wohnen.
Damit schließe sich der Kreis zur Kirche St. Jakobus. Der große und heilige Gott lasse sich nicht in ein von Menschenhand geschaffenes Gemäuer eingrenzen und sei überall gegenwärtig. Das Mysterium des christlichen Glaubens bestehe jedoch darin, dass er sich an irdische Zeichen gebunden habe. In St. Jakobus lasse sich Jesus in besonderer Weise finden: in seinem Wort, in der Feier der Eucharistie und im Tabernakel. Die Gläubigen sollten ihre Kirche nutzen, besonders an den Sonntagen, aber auch an Werktagen. Der Herr sei gegenwärtig und warte auf die Menschen; bei ihm könnten sie ihr Herz ausschütten und ihm ihre Freude und Trauer anvertrauen. Die Kirche sei nicht dazu da, geschont, sondern genutzt zu werden.
Der Oberhirte dankte allen Personen und Institutionen, die sich bei der Renovierung engagiert hatten, darunter den Planern, den ausführenden Firmen, dem Markt Regenstauf für den finanziellen Zuschuss sowie Pfarrer Blank und dem Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft. Ein Lob ging auch an die Kirchenmusik, die Ministrantinnen und Ministranten, die Vereine, Verbände und Gremien, die die lange Zeit der Renovierung überbrückt hatten.
Eltern und Großeltern als wichtigste Glaubenszeugen
Zum Schluss erinnerte Bischof Rudolf an das, was er bei seinen Besuchen in Pfarrkirchen immer wieder hervorhebe: Die wichtigsten Missionare und Verkünder des Evangeliums seien die Eltern und Großeltern. Wo zu Hause gebetet, der Gottesdienst gemeinsam mitgefeiert und über den Glauben gesprochen werde, springe der Funke am ehesten über. Das Zweite Vatikanische Konzil spreche von der „Hauskirche“, von der Kirche im Kleinen. Wo die Hauskirche lebe, da lebe auch die Pfarrkirche. Bischof Rudolf dankte den Eltern und Großeltern für ihr Gebet, ihr Vorbild, ihr Vorangehen und Mitgehen. Für den Tag der Altarweihe und darüber hinaus wünschte er der Kirche St. Jakobus viel Segen und viele glückliche Schatzfinder, die im Gebet und in der Feier des Gottesdienstes Christus als den Schatz ihres Lebens fänden, auf dem sie ihr Leben, ihre Zukunft, ja die Ewigkeit bauen könnten.

Der neue Altar wird geweiht
Im Anschluss folgte der Ritus der Altarweihe. In den neuen Zelebrationsaltar wurden Reliquien des heiligen Wolfgang und der heiligen Anna Schäffer eingesetzt. Danach wurde der Altar mit Weihwasser besprengt, mit Chrisam gesalbt und mit Weihrauch inzensiert. Die Salbung verweist auf Christus, den Gesalbten. Der Weihrauch ist Zeichen dafür, dass das Gebet der Kirche zu Gott aufsteigt.
Nach der ersten feierlichen Eucharistiefeier übergab Bischof Rudolf an Pfarrer Blank die Weiheurkunde für den Altar. Der Ortspfarrer, der von einem „Gottesdienst mit Gänsehautmomenten“ sprach, resümierte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, darunter das Bischöfliche Baureferat, die Bischöfliche Finanzkammer, das Architekturbüro und der ausführende Künstler Franz Steinberger. Der letzte Dank gelte Gott, der über alle und alles seine schützende Hand gehalten habe. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst in beeindruckender Weise vom Kinder-, Jugend- und Kirchenchor sowie den Ensembles Shells und Vocal Wave unter der Gesamtleitung von Andreas Dengler, unter anderem mit einer Popmesse von Hubert Zaindl.
Förderverein bringt mehr als 100.000 Euro zusammen
Der Förderverein hat in den vergangenen Jahren über 100.000 Euro zusammengebracht. Ohne diese Unterstützung wären die neuen Seitenaltäre, die Gedenktafel und die neuen Altarleuchter nicht finanzierbar gewesen.
Text und Fotos: Martin Jäger
(SG/jas)













