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CAMPUSAsyl - Studenten kümmern sich um Asylbewerber

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40 Asylbewerber sitzen im Kreis. Sie singen, spielen mit Trommeln, Rasseln und anderen kleinen Instrumenten. Einmal pro Woche kommen ein paar engagierte Studenten von CAMPUSAsyl in die Regensburger Erstaufnahmeeinrichtung in der Zeißstraße und musizieren mit den Flüchtlingen. Es kommen vor allem Kinder, manche von ihnen mit ihren Müttern. Erst sind sie ein bisschen schüchtern und unsicher. Aber dann macht es ihnen sichtlich Spaß. Sie lassen sich von den Melodien und den lächelnden Studenten anstecken und wollen dann schließlich doch noch mit der Rassel spielen. Ein Lied singen sie nach dem anderen, werden mit jeder Strophe fröhlicher – und tanzen schließlich auch im Kreis.

Katholische Hochschulgemeinde gehört zu den Initiatoren

Immer freitags kommen die Studenten in die Erstaufnahmeeinrichtung. Organisiert wird diese musikalische Runde von CAMPUSAsyl. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung aus Studierenden und Dozenten aus Universität und Hochschule in Regensburg. Der Studentenpfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), Hermann Josef Eckl, gehört zu den Initiatoren dieses Netzwerks. Ihm war klar, dass es an der Uni verschiedene Ressourcen gibt, die man auch für die Flüchtlingsarbeit nutzen könne. So tat er sich mit Professor Hochholzer zusammen, der den Lehrstuhl für Deutsch als Zweitsprache an der Regensburger Universität leitet. Nach nur wenigen Wochen konnten die beiden eine Vielzahl an Studenten für ihr soziales Anliegen gewinnen.


200 Studenten engagieren sich

Mittlerweile engagieren sich schon mehr als 200 Studenten bei der Flüchtlingshilfe von CAMPUSAsyl. Projekte unterschiedlichster Art haben es zum Ziel, den Asylbewerbern zu helfen. Studenten musizieren mit den Flüchtlingen oder spielen mit ihnen Fußball. Anfang Juni hatte CAMUSAsyl auf dem Campusfest von Uni und Hochschule auch Kleidung für die Flüchtlinge gesammelt. Das Problem: Viele der Asylbewerber besitzen keine angemessene Kleidung. Was sie tragen, ist zu klein oder für das deutsche Klima zu kalt. Da sich die engagierten Studenten auch um die Kleiderkammer der Erstaufnahmeeinrichtung kümmern, haben sie sich auch darum sofort gekümmert und eine beträchtliche Menge an Kleidung gesammelt. Dazu kommen verschiedene Sprachkurse, die den Asylbewerbern in der Erstaufnahmeeinrichtung, aber auch in den Gemeinschaftsunterkünften die Grundlagen der deutschen Sprache vermitteln wollen. An der Uni gab es extra einen Kurs für Flüchtlinge mit akademischen Hintergrund. Viele von ihnen hatten in ihrer Heimat schon etwas studiert, vielleicht sogar einen Abschluss erworben.

Bei all der Arbeit – den Studierenden macht ihr Engagement auch Spaß. Vroni gehört zu den Studenten, die mit den Flüchtlingen Musik machen. „Ich war eigentlich von Anfang an begeistert und war auch seit der ersten Stunde, die wir hier Musik machen, mit dabei. Mir macht es sehr großen Spaß. Ich versuche, jede Woche zu kommen. Das, was man gibt, bekommt man tausendfach zurück“, sagt die 21-Jährige. Obwohl im Augenblick schon viele Projekte laufen, planen die Organisatoren um Hermann Josef Eckl weiter: „Eine ganze Reihe weiterer Projekte ist in Planung –vor allem etwas mit Kunst und Kochen.“


"In der Kirche gibt es keine Ausländer"

Studentenpfarrer Eckl unterstreicht die Bedeutung des Glaubens für die Flüchtlingsarbeit:„Zunächst einmal denke ich, dass wir das Wort 'katholisch' ernst nehmen sollten. Die Gemeinschaft der Christinnen und Christen ist ja eine weltumspannende Gemeinschaft. Der frühere Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat einmal gesagt: 'In der Kirche gibt es keine Ausländer.' Das fand ich ziemlich treffend.“ Alle Katholiken gehörten zu einer großen Gemeinschaft. Daraus könne man durchaus Konsequenzen für die Arbeit mit Flüchtlingen ziehen.

Obwohl sich CAMPUSAsyl schon nach einem halben Jahr zu einer großen und bunten Organisation für die Flüchtlingshilfe in Regensburg entwickelt hat, sieht Hermann Josef Eckl noch weitere Ziele auf dem Weg der studentischen Initiative: „Da sehe ich vor allem, dass CAMPUSAsyl ein eingetragener Verein ist. Im kommenden Jahr wollen wir zu einem Verein werden, um das ganze Projekt zu festigen und zu verstetigen. Dann hoffe ich, dass CAMPUSAsyl im nächsten Semester den Schritt schaffen wird, sich stärker in die Gemeinschaftsunterkünfte einzubringen. Das ist ein Feld, das auch in der Öffentlichkeit nicht so gesehen wird.“


Für die vielen Projekte benötigen die Studenten auch finanzielle Unterstützung. Verwaltung und Werbung kosten, besonders aber brauchen auch die Helfer vor Ort ein bisschen Geld. Etwa Vroni und ihre Musiker: Sie wollen auch in Zukunft Rasseln und Trommeln für die Kleinsten der Flüchtlinge bereithalten. Um ihnen so ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.