News Bild Bundesversammlung der Landvolkbewegung in Freckenhorst - "Auch Kirche ist für ländlichen Raum verantwortlich"

Bundesversammlung der Landvolkbewegung in Freckenhorst - "Auch Kirche ist für ländlichen Raum verantwortlich"

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Farbe bekennen, sich in pastoralen und politischen Fragen einmischen - das ist die Botschaft der Bundesversammlung der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), die am Sonntag (26.04.2015) im münsterländischen Freckenhorst zu Ende ging. Dazu waren rund 80 Delegierte aus 12 deutschen Diözesen angereist. Die KLB Regensburg wurde durch die ehrenamtliche Diözesanvorsitzende Elisabeth Gassner, dem Beisitzer im Diözesanvorstand Max Hastreiter und Diözesanlandvolkpfarrer Christian Kalis vertreten. Der gastgebende Diözesanverband Münster bot ein ansprechendes regionales Unterhaltungsprogramm.

Im Vordergrund der dreitägigen Veranstaltung stand der Abschluss der Jahreskampagne "Land.Leben.Glauben.", die im April 2014 im Haus Werdenfels eröffnet wurde. Das Kampagnenjahr sei ein Erfolg gewesen, bilanzierte die Bundesvorsitzende der KLB, Nicole Podlinski. Vor allem durch das Spiel „Accredo“ sei es gelungen, spielerisch die Hemmschwellen, über Glauben zu reden, zu überwinden. "Das pastorale Thema war ganz klar der Wunsch der Mitglieder", erklärte der Bundesvorsitzende, Korbinian Obermayer. Vor dem Hintergrund des Umbruchs in der katholischen Kirche auch in ländlichen Gebieten war es das Ziel, tragfähige Konzepte zu entwickeln, "den Glauben in das Leben der Menschen zurückzubringen", betonte die stellvertretende Bundesvorsitzende, Elisabeth Konrad.

Im Gottesdienst am Samstagabend verwies der münstersche Bischof Dr. Felix Genn auf den Zusammenhang von Land und Leben. "Wie viel hat der Bauernstand dazu beigetragen, dass Menschen leben können!" Brot und Wein seien landwirtschaftliche Produkte und zugleich christliche Symbole des Lebens. "Sagen Sie uns Bischöfen, wo wir Schwerpunkte in unseren Veröffentlichungen setzen sollen", ermutigte Genn die Delegierten zu einem selbstständigen und selbstbewussten Handeln: "Wir interessieren uns für die grundlegenden Dinge aus der Kraft des Glaubens."

Zehn Leitsätze

Die Bundesversammlung verabschiedete zehn Leitsätze zur Landpastoral. Darin fordert die KLB unter anderem, die Leitungsaufgaben in der katholischen Kirche neu zu beschreiben. In jedem Dorf brauche es Ansprechpartner, denen Aufgaben verbindlich übertragen werden. "Die wesentliche Aufgabe der Hauptberuflichen wird es sein, die Laien an die Hand zu nehmen", betonte Konrad. Die KLB fordert, Laien verstärkt zu qualifizieren, zu begleiten sowie Vielfalt und eigenständiges Handeln vor Ort zu fördern. Vor dem Hintergrund einer sich verändernden Infrastruktur auch im kommunalen Bereich ermutigt die Landvolkbewegung die kirchlich Engagierten, aktiv mit den Kommunen zusammenzuarbeiten, denn "Kirche und Kommune tragen eine gemeinsame Verantwortung für den ländlichen Raum", so Konrad. Wenn diese Vernetzung, in der alle Gruppierungen in einer Kommune berücksichtigt werden, gelingen solle, brauche sie Verantwortliche, "die mit dem nötigen Zeit- undFinanzbudget ausgestattet Vernetzung in Gang bringen und sie auch längerfristig lebendig halten."

Großen Raum nahmen weitere politische Fragen ein. Die Versammlung verabschiedete Stellungnahmen zur Integration von Flüchtlingen, zur Ethik in der Nutztierhaltung und zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP. Der Verband ermutigt seine Mitglieder, die Bürger und die Verantwortlichen in Kirche, Politik und Gesellschaft, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen und aktiv für ein gastfreundliches Deutschland einzutreten.