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Zur Neuigkeit
Brauchtum und Aberglaube am Aschermittwoch
Am Aschermittwoch ist alles vorbei
Regensburg, 18. Februar 2026
Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. In den katholischen Kirchen bekommen die Gläubigen ihr Aschekreuz auf die Stirn mit der Ermahnung: „Bedenke oh Mensch, dass du aus Staub bist und zum Staub zurückkehrst!“
Der Mittwoch als Unglückstag
Der Aschermittwoch – der „äschrige Migga“ – galt in früherer Zeit als doppelter Unglückstag. Schon der gewöhnliche Mittwoch verhieß kein Glück, weil Judas an diesem Tag den Verrat Jesu ausgehandelt haben soll. Mittwochs durfte bei abergläubischen Zeitgenossen nicht gesät und nicht gedüngt werden und Mittwochskinder galten als Unglückskinder. Wem an einem Mittwoch ein Unglück begegne, den würde es die ganze Woche verfolgen. Allgemein sollte man an einem Mittwoch nichts beginnen, das galt vor allem für Hochzeiten, denn Mittwochshochzeiten würden ins Unglück führen, glaubte man.
Verbote und Aberglaube
Kein Wunder, dass der Aberglaube am Aschermittwoch noch so manch andere Blüten trieb: So sollte man an diesem Tag das Haus nicht saubermachen, nicht spinnen, nicht düngen und auch kein neues Kleid anziehen, sonst bekäme man Kopfschmerzen. Überhaupt sei es besser, das Haus an diesem Tag gar nicht zu verlassen, glaubte man. Sogar Jäger und Waldarbeiter mieden den Wald – denn der Teufel sollte hier an diesem Tag sein Unwesen treiben. Am Aschermittwoch durfte keine Kuh geputzt und kein Haar geflochten werden, sonst gebe es Läuse, fürchteten die Menschen. Doch es gab auch gute Seiten. So durfte am Aschermittwoch vor der großen österlichen Fastenzeit noch einmal kräftig Schnaps und Bier getrunken werden. Das Bier sollte für eine gute Ernte sorgen und der Schnaps im Sommer die Mücken vertreiben, so der Volksglaube.
Ein bisschen Aberglaube hat sich bis heute erhalten, wenn sich die Menschen am Aschermittwoch zum Geldbeutelwaschen treffen, damit der Beutel das ganze Jahr über nicht leer werde.
Grob´m man ei, den Fasching
Ein alter Brauch zum Ende der Faschingszeit war das „Faschingseingraben“. Noch immer findet es mancherorts in der Nacht vom Faschingsdienstag zum Aschermittwoch statt. Schlag Mitternacht begann früher traditionell das makabere Spiel. In einigen Orten wurde ein Mann in einem langen Nachthemd und Zipfelmütze auf einen umgedrehten Tisch gelegt. Vier Männer, alle in schwarzen Anzügen, trugen den Tisch dann mit ernster Miene durch den Saal. Alle anwesenden Gäste hatten sich mit Kerzen in den Händen zu einer langen Reihe aufgestellt, und begleitet von den Klängen eines Trauermarsches ging der Trauerzug durch den Tanzboden. Es war ein rechtes Jammern und Wehklagen, gleichzeitig wurde der „Fasching“ mit Bier- und Weinresten begossen, ehe er aus dem Saal getragen wurde.
Wastlverbrennen in Luhe
Im Markt Luhe im Landkreis Neustadt an der Waldnaab trifft man sich am Aschermittwoch auf dem Marktplatz zum „Wastlverbrennen“. Mit Wehklagen und Geschepper von Topfdeckeln ziehen vor allem die jungen Bewohner durch den Ort auf den Marktplatz. Hier wartet schon der „Wastl“, eine mit Stroh gefüllte Puppe, die von den Jugendlichen liebevoll hergerichtet und eingekleidet wurde. Wenn alle am Marktplatz versammelt sind, geht der „Wastl“ in Flammen auf. Die 1500-Seelen-Gemeinde ist der einzige Ort in der Oberpfalz, in der dieser uralte Brauch heute noch gepflegt wird. Vor über 40 Jahren wurde die Tradition nach längerer Pause hier wiederbelebt. Der „Wastl“ soll die „Sünden“ während der Faschingszeit verkörpern, denen mit der Verbrennung am Aschermittwoch abgeschworen wird.
Schweigender Zug
Wohl einer der seltsamsten Bräuche wird in Schmidmühlen in der Oberpfalz gepflegt: der Fischzug durch den Markt und seine Wirtshäuser. Pünktlich um 13 Uhr erheben sich die Männer in Frack und Zylinder beim Ochsenwirt, Ausgangspunkt und Endstation des Schmidmühlener Fischzuges. Zuvor sind alle vom Zeremonienmeister in das strenge Reglement des althergebrachten Heischebrauches eingewiesen worden. Nur gestandene Mannsbilder sollen am Fischzug teilnehmen, denn zu trinken gibt es nur Bier, dazu wird Fisch und Brot gegessen. So um die 40 Pfund Brot und rund 1000 Heringe bilden die Unterlage für die rund 400 Maß Bier, die während des Fischzuges getrunken werden. Als Zeichen der Teilnahme wird jedem Mann mit Kreide ein großer Fisch auf den Rücken gemalt, und dann setzt sich der Zug schweigend in Bewegung.
Strenge Regeln
Nur in den Wirtshäusern darf gesprochen werden, Pfeifen und Singen wird sogar mit Strafe belegt. Für einen geringen Obolus dürfen sich jeweils in den Wirtshäusern neue Fischzügler anschließen, so dass der Zug gegen Ende oft auf über 70 Teilnehmer angewachsen ist. Typisch für den Fischzug ist das „Ecken-Gehen“. Da man sich jedem Wirtshaus von links nähert, macht der Fischzug häufig Umwege, indem er im rechten Winkel abbiegt. Dabei werden auch jene Wirtshäuser angedeutet, die heute nicht mehr existieren. Gegen 22 Uhr kehren die Männer wieder zum Ausgangspunkt zurück, um dann unter großem Jammern und Klagen die leeren Geldbeutel am „Kirwabaamloch“ einzugraben.
Übrigens, auch ein Blick in den Himmel soll sich am Aschermittwoch lohnen. Denn als Wetterlostag sollte der Tag das Wetter für die ganze Fastenzeit vorhersagen. Wenn sich die Sonne am Aschermittwoch nicht zeigt, dann bleibt sie bis Ostern unsichtbar, sagte man. Regnet es, dann hält der Regen die ganze Fastenzeit über an.
Text: Judith Kumpfmüller
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