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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Weltenburg – die älteste Klosterbrauerei der Welt
Bier und Barock
Weltenburg, 5. Juni 2026
Er ist unbestritten einer der schönsten Biergärten Bayerns: der Biergarten in der barocken Klosteranlage von Weltenburg an der Donau. Und am besten ist er mit dem Schiff von Kelheim aus zu erreichen, mitten durch die wildromantische Schlucht des Donaudurchbruchs.
An der „wilden“ Donau
Die Benediktinerabtei Weltenburg liegt an den südlichen Ausläufern des Fränkischen Jura auf einer malerischen Donauhalbinsel. Hier treffen Natur und Kultur in beeindruckender Weise aufeinander. Das Kloster steht im Naturschutzgebiet „Weltenburger Enge“, dem letzten Wildflussabschnitt der Donau in Bayern. Hier hat sich der Fluss in Jahrtausenden durch den Jurakalk gearbeitet, heute säumen an beiden Seiten felsenreiche Steilhänge das Ufer.
Seit der Steinzeit ist die Landzunge besiedelt, bereits Kelten und Römer hatten hier ein Heiligtum errichtet. Schon im Jahr 45 n. Chr. begann bei Weltenburg auf dem Südufer der Donau eine römische Grenz- und Militärstraße, die bis zum Kastell Hüfingen bei Donaueschingen führte. Diese von Historikern „Donausüd“ genannte Straße war lange Zeit eine der beiden wichtigsten Ost-West-Verbindungen nördlich der Alpen.
Das älteste Kloster Bayerns
Das Kloster Weltenburg wurde Anfang des 7. Jahrhunderts von iro-schottischen Mönchen gegründet, vom heiligen Bonifatius in ein Benediktinerkloster umgewandelt und von Herzog Tassilo zur Abtei erhoben. Weltenburg, das älteste Kloster Bayerns, wurde zur Missionszentrale für diese Region.
Der erste Hinweis auf eine Klosterbrauerei in Weltenburg findet sich im Weltenburger Totenverzeichnis. Hier ist 1035 der Tod des Braumeisters vermerkt. Eine weitere wissenschaftlich anerkannte Quelle ist ein protokollarischer Eintrag in dem über 900 Jahre alten „Libellus Traditionum“ aus der Zeit um 1050. Er besagt, dass in diesem Jahr eine Güterschenkung an das Kloster erfolgte: Eine jährliche Lieferung von sieben Scheffel Malz zwischen Weihnachten und März, also in der Zeit, in der man das Fastenbier braute. Deshalb gilt das Jahr 1050 als offizielles Gründungsdatum für die damit älteste Klosterbrauerei der Welt – obwohl mit Sicherheit hier schon länger Bier gebraut wird.
Weltbestes Bier
Unterbrochen wurden die fast 1000 Jahre klösterlicher Bierherstellung in Weltenburg nur in der Zeit der Säkularisation von 1803 bis 1846. Im Jahr 1842 wurde das Benediktinerkloster von König Ludwig I. als Priorat und 1913 von König Ludwig III. als Abtei wiedererrichtet. Schon 1846 ging die Brauerei wieder in das Eigentum des Klosters über. Seitdem wird in Weltenburg wieder Bier gebraut – und bis heute genießt das Weltenburger Klosterbier einen hervorragenden Ruf. So wurde das Weltenburger Kloster Barock Dunkel bereits zweimal mit dem „World Beer Award“ als bestes Dunkelbier der Welt ausgezeichnet.
Weltenburger Asamkirche
Und nirgends schmeckt es so gut wie im Biergarten des Klosters, mit Blick auf die herrliche Barockkirche, ein Werk der Gebrüder Asam, das jährlich Besucher aus der ganzen Welt in seinen Bann zieht. Sie wurde 1716 bis 1739 zusammen mit der barocken Klosteranlage errichtet. Heute betreuen die Mönche vom ältesten Kloster Bayerns aus mehrere umliegende Pfarreien.
Weit über die Region hinaus bekannt ist die auch die Weltenburger Akademie, die 1986 als gemeinnütziger Verein gegründet wurde und mit der das Kloster die über 1400-jährige Tradition seines Wirkens in Altbayerischer Geschichte und Kultur weiterführt.
Text: Judith Kumpfmüller




