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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Valentin – der Patron der Liebenden
Liebesorakel und Unglückstag
Regensburg, 13. Februar 2026
Rosen, Tulpen, Marzipan und rote Herzen. Der heilige Valentin ist einer der populärsten Heiligen unserer Zeit. Verehrt wird er als Patron der Liebenden und der Freundschaft. Im Volksglauben war mit dem Valentinstag schon in früherer Zeit zahlreiches Brauchtum verbunden.
So glaubten die Mädchen, dass der Bursche, der ihnen am Morgen als erster begegnet, ihr zukünftiger Ehemann würde. Und wer sich in der Nacht Lorbeerblätter an die Zipfel seines Kopfkissens steckt, der könne im Traum seinen Zukünftigen sehen. Der Valentinstag galt aber auch als Unglückstag für das Vieh, deshalb sollten Arbeiten mit den Tieren an diesem Tag vermieden werden.
Die drei Valentins
Doch was ist das für ein Heiliger, dessen Gedenktag zum „Tag der Liebenden“ wurde? Eigentlich gibt es mehrere Heilige mit Namen Valentin, was schon früher nicht selten zu Verwechslungen führte. Vor allem in Bayern wurden die drei Valentins gerne „in einen Topf geworfen“: Valentin von Terni, Valentin von Rätien und Valentin von Rom.
Valentin von Terni feiert am 14. Februar seinen Gedenktag, hat aber mit Bayern wenig zu tun, außer, dass angeblich Reliquien von ihm in Krumbach in Schwaben liegen. Valentin von Rom starb im 3. Jahrhundert den Märtyrertod. Valentin von Rätien kam im Jahr 425 nach Passau. Vom Papst zum Bischof ernannt, sollte er das Gebiet zwischen Donau und Alpen missionieren. Er ist einer der Bistumspatrone von Passau und dort, im Hochaltar des Passauer Doms, werden auch seinen Reliquien aufbewahrt. Sein Gedenktag ist der 7. Januar.
Valentin von Terni
Der Legende nach wurde Valentin von Terni im 3. Jahrhundert nach Christus bereits in jungen Jahren Bischof in Interamna, dem heutigen Terni, wo er zahlreiche Wunder wirkte. Als er in Rom einen Kranken heilte und dadurch viele Menschen für den christlichen Glauben gewinnen konnte, ließ ihn Kaiser Aurelian verhaften, einkerkern und schließlich am 14. Februar 268 enthaupten.
Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Heilige vom Volk – ebenso wie Valentin von Rätien – vor allem als Helfer der Behinderten, Gichtkranken und Epileptiker verehrt. Deshalb ist er auf Darstellungen häufig mit einem fallsüchtigen Knaben abgebildet.
Valentin von Rom
Warum aber der heilige Valentin zum Patron der Liebenden wurde, lässt sich nicht genau erklären, zumal es ja noch einen weiteren Valentin gibt, dessen Gedenktag ebenfalls am 14. Februar gefeiert wird. Valentin von Rom soll der Legende nach als Priester Liebespaare trotz des Verbots christlich getraut haben. Die frisch verheirateten Paare beschenkte er mit Blumen aus seinem Garten. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Dieser Valentin von Rom soll am 14. Februar 269 – also genau ein Jahr nach Valentin von Terni – hingerichtet worden sein. Durch den gemeinsamen Todestag kam es vermutlich zu einer Vermischung der Legenden des Valentin von Rom und des Valentin von Terni.
Junger Brauch
Heute feiern vor allem verliebte Paare am 14. Februar den Valentinstag. Und während unzählige alte Heiligengedenktage im Lauf der Zeit aus dem Bewusstsein verschwunden sind, erlebt der heilige Valentin in jüngster Zeit einen enormen Aufschwung. Doch im Gegensatz zu anderen Ländern ist es bei uns ein relativ junger Brauch, dass sich Verliebte am Valentinstag gegenseitig kleine Aufmerksamkeiten schenken. Der Valentinstag wurde in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch US-Soldaten bekannt. Populär wurde er dann in den 1950er Jahren, vor allem durch die Werbung der Blumen- und Süßwarenindustrie. Ganz anders in England, Frankreich und Belgien. Hier schickt man der Angebeteten an diesem Tag einen Kartengruß, eine „Valentine“ – und zwar nachweislich schon seit dem Mittelalter.
Tonköpfe und Kröten
Zahlreiche Kirchen in Altbayern sind dem heiligen Valentin von Terni geweiht. Die Wallfahrt zum heiligen Valentin im niederbayerischen Diepoltskirchen ist eine der ältesten Gnadenstätten im Bistum Regensburg. Bis aus Kelheim und Passau kamen die Pilger früher in den kleinen Ort bei Eggenfelden. Und noch heute kommen immer wieder Gläubige zur Wallfahrtskirche.
Das von 1420 bis 1699 geführte Mirakelbuch in der Diepoltskirchener Wallfahrtskirche, zum Teil mit vergoldeten Initialen geschrieben, erzählt von Tausenden von Wundern, die sich in dieser Zeit hier ereignet haben sollen. Die Votivgaben reichen gar von 1308 bis über das Jahr 1800 hinaus. In früherer Zeit wurden vor allem mit Getreide gefüllte Tonköpfe geopfert, sie sollten Hilfe bei Kopfschmerzen bringen. Daneben brachten die Gläubigen Kröten aus Ton, schwarze Hennen, Rohseide und Kleider oder auch riesige Wachsklumpen, geformt und ungeformt, die das Gewicht des Spenders hatten. Auch zahlreiche Votivtafeln, einige noch aus dem 17., die meisten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zeugen von wundersamen Heilungen. Sie sind allerdings inzwischen außerhalb der Kirche untergebracht, ebenso wie eine aus Silber getriebene Figur des heiligen Valentin mit einer auf der Brust eingelegten Reliquie.
Text: Judith Kumpfmüller

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