News Bild Botschafter des Papstes besuchte fünf Tage lang Niederbayern und die Oberpfalz - Erzbischof Nikola Eterovic´ zieht Bilanz

Botschafter des Papstes besuchte fünf Tage lang Niederbayern und die Oberpfalz - Erzbischof Nikola Eterovic´ zieht Bilanz

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„Papst Franziskus möchte Deutschland besuchen. Das Datum und ein konkretes Programm stehen noch nicht fest. In naher Zukunft sind andere Reisen geplant. Aber Deutschland ist ja nicht weit entfernt von Rom.“ Das hat Erzbischof Nikola Eterovic´, Apostolischer Nuntius in Deutschland erklärt, als er am Dienstagmorgen Bilanz seiner fünftägigen Reise durch das Bistum Regensburg zog.

 

In allen vier Himmelsrichtungen

Zwischen Freitag, 26. Juni, und Dienstag, 30. Juni, hatte der Vertreter des Heiligen Stuhles in Deutschland das Bistum Regensburg „kreuzförmig“ in allen vier Himmelsrichtungen bereist. „Ein Höhepunkt meines Besuches war die Priesterweihe im Regensburger Dom am Samstag. Was kann schöner sein, als die junge, aufbrechende Kirche zu erleben? Aber Bischof Rudolf hat mich auch zu den Peripherien des Bistums begleitet. Allerdings gibt es in der Kirche keine Randgebiete im geographischen Sinne: Der Mittelpunkt ist immer da, wo sich Christen in Christi Namen zusammenfinden und Eucharistie feiern.“

 

Begegnung mit den Flüchtlingen

Ein Leitmotiv des Besuchs des Apostolischen Nuntius war die Begegnung mit den Flüchtlingen. Mit Regierungspräsident Axel Bartelt hatte er die Erstaufnahmeeinrichtung in Regensburg besucht. Auch beim Treffen mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs kam das Thema zur Sprache. „Ich bin beeindruckt, wie sehr sich die Menschen hier für die Flüchtlinge einsetzen. Das gilt nicht nur für die Christen. Auch der Staat engagiert sich. Hier findet eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat statt. Man kann nur allen beteiligten Menschen von Herzen danken, die hier so großzügig wirken.“

 

„Gebt Zeugnis für euren Glauben“

Das Bistum Regensburg sei geprägt von einer lebendigen Glaubenstradition, erklärte der Erzbischof. Wer in einer durch und durch säkularen Stadt wie Berlin lebt, dem falle das auf. Aber die Säkularisierung sei auch in Ostbayern zu spüren. Es komme darauf an, einen guten und zukunftsweisenden Dialog zu führen zwischen der christlichen Glaubensüberzeugung und maßgeblichen Überzeugungen, die derzeit wirksam sind. Erzbischof Nikola Eterovic´: „Ich sehe gute Chancen für solch einen Dialog. Im Bistum Regensburg lebt eine offene Tradition mitten in der Welt. Überall habe ich junge Menschen getroffen. Ich denke in diesem Zusammenhang an die vielen Ministrantinnen und Ministranten und an die katholischen Schulen. Ich freue mich sehr, dass die jungen Menschen im Bistum Regensburg so aktiv sind - sie sind eine große Hoffnung für die Kirche. Ich möchte auch an dieser Stelle noch einmal dazu ermutigen: Gebt Zeugnis für euren Glauben. Dazu hat Papst Franziskus alle Christen aufgerufen.“ 

 

Mit den Domspatzen beten

Am Montag hatte der Erzbischof die Grundschule der Domspatzen und das Domspatzengymnasium sowie die Marienschulen besucht. Die CDs, die ihm die Domspatzen geschenkt haben, werden ihn begleiten: „Während ich das Brevier bete, höre ich stets geistliche Musik. Ich freue mich darauf, dass die Musik der Domspatzen während der kommenden Wochen in meinen Ohren bleiben wird – und in meinem Herzen.“ 

 

Vielfalt des Bistums Regensburg

Erzbischof Eterovic´ betonte auch die Bedeutung der vielen anderen Menschen und Themen, die ihm begegnet seien. Ausdrücklich nannte er die Ökumene und das Treffen mit Regionalbischof Dr. Weiss: „Es ist wichtig, den eingeschlagenen Weg der Einheit in Christus weiterzugehen.“ Bei der Eröffnung des Maria-hilf-Bergfestes in Amberg hatte der Nuntius die in lebendigen Traditionen verwurzelte Frömmigkeit der Oberpfalz erlebt, eine Tradition, die zu bewahren sei wie ein Schatz. Im Kloster Kladrau und im Zentrum Bohemia Bavaria/Schönsee hatte der Nuntius die freundschaftliche Nachbarschaft zwischen Tschechien und Bayern kennengelernt, eine Nachbarschaft, die Europa zusammenführe. 

In Selb stand der Besuch des Pozellanikons an. „Ich konnte dort auch die große kulturelle und ökonomische Tradition Bayerns erfahren. Das Museum und sein Zeugnis menschlicher Schaffenskraft muss man gesehen haben. Es wird mir im Gedächtnis bleiben.“ Die Rundreise des Erzbischofs endet am Dienstag mit einem Besuch bei den Mallersdorfer Schwestern.

 

Von Herzen Dank

Deutschland und ganz besonders Bayern seien für die Weltkirche wichtig. „Sie helfen in aller Welt mit Ihren Mitteln. Das ist großzügig und großartig.“ Dabei gehe es nicht nur um Geld, obwohl rund 550 Millionen Euro, die katholische Christen Jahr für Jahr aufbringen, eine gewaltige Hilfe seien. „Sie helfen aber auch, indem Sie zum Beispiel hier in Deutschland die Ausbildung von Priestern übernehmen, indem Sie Solidarität mit den Christen im Heiligen Land und im Nahen Osten zeigen. Für all das Gute, das Sie bewegen, kann ich Ihnen nur von Herzen danken.“

 

Schon fast zu Hause

Abschließend dankte der Erzbischof auch Regens Martin Priller für die Gastfreundschaft im Priesterseminar. „Nachdem ich bei Ihnen bereits während des Katholikentages 2014 wohnen durfte, fühle ich mich hier nach diesen Tagen schon fast ein wenig zu Hause.“