News Bild Bischof zu Gast beim Leonhardiritt in Buchberg
Bischof zu Gast beim Leonhardiritt in Buchberg

Gottes Segen für Rösser und Reiter

Home / News

Buchberg, 6. November 2022

Sankt Leonhard ist nicht nur der Schutzpatron für Gefangene, deren Ketten er gesprengt haben soll. Er wacht auch über Pferde und das Vieh, über Fuhrmannsleute und Schmiede. Davon zeugen die Leonhardiritte, zu der sich Ross und Reiter jedes Jahr am Namenstag des Heiligen Leonhards am 6. November versammeln. Alle sechs Jahre – immer dann, wenn dieser Tag auf einen Sonntag fällt – findet auch in Sankt Leonhard in Buchberg (Landkreis Deggendorf) so ein Umritt statt. Erstmals begleitete ihn Bischof Rudolf Voderholzer, der zuvor den Patroziniumsgottesdienst feierte.

Nur alle sechs Jahre findet der Umzug statt

Akkurat im Takt der Blaskapelle, marschierten die zahlreichen Pferde beim Leonhardiritt in Buchberg in einem langen Zug. Das Klappern der Hufeisen auf dem Asphalt mischte sich unter die Bläserklänge, und hier und da war ein tiefes Schnauben oder ein fröhliches Wiehern zu hören. Das Pferdehaar auf Hochglanz gestriegelt, die Mähnen teils kunstvoll mit Blumen und Buchs eingeflochten, die Schweife seidig gekämmt, zogen die Rösser unter dem sachten Geleit ihrer Reiter oder Fahrer zur Kirche Sankt Leonhard. Großkalibrige Kaltblüter mit mächtigen Mähnen, wendige Warmblüter, gescheckte Westernpferde, aber auch eifrig trappelnde kleine Ponys mit ihren kleinen Reitern und der umsichtigen Mama am Führzügel und sogar ein mitgeführtes Fohlen gaben ein buntes Bild ab und begeisterten die zahlreichen Zuschauer, die die Straße säumten. So ein Bild ist nur alle sechs Jahren in Buchberg zu sehen. Und so ein Bild ließen sich viele nicht entgehen.

Segen für Ross und Reiter

Es war ein ganz besonderer Tag für die kleine Ortschaft. Das lag auch daran, dass sich Bischof Rudolf angekündigt hatte, um vor dem Umritt mit den Gläubigen die Heilige Messe zu feiern. „Herzlich willkommen in unserer Filialkirche, unserer Wallfahrtskirche Buchberg. Wir haben vorher beim Empfang im Rathaus festgestellt, dass der letzte Besuch eines Oberhirten aus Regensburg im Jahre 1688 stattfand“, begrüßte Pater Athanasius Berggold, Pfarrer von Neuhausen, den Gast aus Regensburg. Und schickte gleich hinterher, dass der Bischof schon vorher zugesagt habe, das nächste Mal wiederzukommen. Gemeinsam mit Wolfgang Hagl, Abt des Klosters Metten, mit Pater Athanasius Berggold und den Diakonen Willi Poiger und Karl-Heinz Seiler zelebrierte Bischof Rudolf den Festgottesdienst. „Alles ist herausgeputzt und geschmückt und alle freuen sich“, dankte der Bischof den vielen Helfern und ganz besonders Kirchenpfleger Josef Heigl. Sogar ein neues Messgewand sei angeschafft worden, das vorher gesegnet wurde. Der Altar im Freien vor der kleinen Wallfahrtskirche aufgebaut, verziert mit den Worten „Heiliger Leonhard bitt für uns“.

Und just in dem Moment, als Bischof Rudolf das Brot brach, brach auch die Sonne durch den Nebel und tauchte die Zelebranten und die vielen Gläubigen in helles Licht. Nach dem Gottesdienst stiegen die Geistlichen und die Ehrengäste in festlich dekorierte Kutschen und holten die übrigen Pferde, Reiter und Kutscher ab, um gemeinsam wieder zur Buchberger Filialkirche zu ziehen. Dabei hatten Bischof Rudolf und Abt Wolfgang einen sehr temperamentvollen Wallach vor ihrer Kutsche, den der Fahrer auf dem Kutschbock aber mit viel Geschick und seiner Stimme im Zaum halten konnte.

Kritik am Entfernen des Kreuzes bei G7-Treffen

„Ich habe eine spannende Fahrt hinter mir, aber es ist alles gut gegangen“, sagte dann auch der Diözesanbischof bei seinen anschließenden Worten zu den „Rosserern“ und ihren Tieren, die sich vor der Kirche versammelt hatten, mit einem Schmunzeln. Er sei dennoch ganz überwältigt von dem, was er erleben durfte. Der Leonhardiritt sei ein Zeichen gelebten Glaubens, ganz anders als das abgehängte Kreuz beim Treffen der G7-Außenminister in Münster. „Auch die Vertreter des Islams schämen sich für unsere Kulturlosigkeit“, kritisierte der Bischof. Dann segnete er jedes Pferd und jeden Reiter, jedes Gespann und jeden Fahrer einzeln mit Weihwasser und den Worten: „Der Herr segne und beschütze dich.“ Die Pferdehalter nahmen diesen Segen mit Freude entgegen.

Text und Fotos: Melanie Bäumel-Schachtner/jas