Gruppenfoto vieler Ordensoberer mit dem Bischof im Ordinariatsgarten

Bischof Voderholzer sprach mit Höheren Ordensoberen über die pastorale Entwicklung bis 2034

Regensburg setzt auf den Erhalt seiner Pfarreien


Regensburg, 14. Oktober 2026

Einmal im Jahr lädt Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Höheren Ordensoberen zum persönlichen Gespräch nach Regensburg ein. Dabei nimmt er sich Zeit, um mit ihnen über die Situation ihrer Gemeinschaften, ihre Anliegen und Probleme zu sprechen. Bei der diesjährigen Begegnung dankte er den Ordensleuten für die gute Zusammenarbeit und ihre Arbeit, die das kirchliche Leben im Bistum seit vielen Jahren mitprägt.

Am Mittwoch, 14. Oktober, kamen Vertreter von zwölf Ordensgemeinschaften im Bischöflichen Ordinariat in Regensburg zusammen. Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Leiter der Hauptabteilung IV „Orden – Geistliche Gemeinschaften“, begrüßte die Teilnehmer herzlich. Vonseiten der Hauptabteilung nahmen außerdem Domvikar Msgr. Johannes Hofmann, der zum 1. September 2026 die stellvertretende Leitung übernommen hatte, sowie Stefanie Hecht teil.

Pastorale Entwicklung und Zukunft der Ordensgemeinschaften

Der diesjährige Austausch stand unter dem Thema „Einsatz und Einkehr – Pastorale Entwicklung im Bistum Regensburg (PE 34) im Einklang mit dem Gemeinschaftsleben der Ordensgemeinschaften“.

Zunächst berichtete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer über den Besuch von Kardinal Désiré Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina auf Madagaskar, und erinnerte an seine eigene Reise im April. Nach den schweren Verwüstungen durch einen Zyklon hätten ihn vor allem die Glaubensfreude und Zuversicht der Menschen beeindruckt. Am Sonntag, 25. Oktober, wird im Regensburger Dom um 10 Uhr der zentrale Festgottesdienst zum Weltmissionssonntag gefeiert, zu dem auch Gäste aus Madagaskar erwartet werden. Bischof Dr. Voderholzer wird die Messe gemeinsam mit missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber feiern.

Anschließend erläuterte der Regensburger Oberhirte die pastorale Entwicklung im Bistum Regensburg bis 2034. Anders als in anderen deutschen Diözesen werden in Regensburg keine Pfarreien aufgelöst. Auch die bestehenden Pfarrkirchenstiftungen bleiben erhalten. Gerade die Pfarr- und Filialkirchen seien den Menschen vertraut und für viele ein Stück Heimat. Dabei verwies er auf das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre, wonach Aufgaben möglichst dort wahrgenommen werden sollten, wo die Menschen lebten und Verantwortung übernähmen. Erst wenn die örtlichen Kräfte nicht mehr ausreichten, müssten größere Strukturen helfen.

Da künftig weniger Priester zur Verfügung stehen, müssen die Pfarreiengemeinschaften schrittweise vergrößert werden. Vorgesehen sind in der Regel sechs, höchstens sieben Pfarreien mit insgesamt möglichst nicht mehr als 7.000 bis 8.000 Katholiken. Jede Gemeinschaft soll einen Pfarrer und einen weiteren Priester erhalten, unterstützt von pastoralen Mitarbeitern und ehrenamtlich Engagierten. Die Neuordnung erfolgt nicht zu einem festen Stichtag, sondern jeweils dann, wenn etwa ein Pfarrer in den Ruhestand geht oder eine andere Stelle übernimmt. Niemand solle gegen seinen Willen zum Rücktritt gedrängt werden, betonte der Regensburger Oberhirte. Die betroffenen Gemeinden und Gremien konnten sich an den Planungen beteiligen und eigene Vorstellungen einbringen. Mehrere Vorschläge aus den Gemeinden seien daraufhin übernommen worden. Er betonte außerdem, dass man mit dem dualen Ausbildungssystem in der Priesterausbildung die künftigen Priester schon gut auf das Leben in den Pfarreien vorbereite.

Neben den Pfarreien verwies Bischof Rudolf auf die Klöster und Wallfahrtsorte, die viele Gläubige regelmäßig besuchten. Er dankte den Orden für ihren seelsorglichen Einsatz und erinnerte daran, dass bei der Übernahme pastoraler Aufgaben auch das gemeinschaftliche Leben der Ordensleute berücksichtigt werden müsse. Ausdrücklich betonte er, wie wichtig die Arbeit der Frauenorden für die Diözese sei. Ihre Klöster und ihre caritative Arbeit bildeten eines der Fundamente des kirchlichen Lebens im Bistum Regensburg.

Von den Gläubigen wünschte sich der Regensburger Oberhirte mehr Bereitschaft, auch Gottesdienste in benachbarten Pfarreien zu besuchen, da nicht in jeder kleinen Kirche künftig an jedem Sonntag eine Eucharistiefeier stattfinden könne. Die Verbundenheit mit der eigenen Pfarrei solle erhalten bleiben, ohne dass sich die Menschen in der Nachbarpfarrei als Fremde empfänden.

Auch die Krankenhausseelsorge beschäftigte die Teilnehmer. Gemeinsam mit dem Bistum Augsburg hat Regensburg ein Qualifizierungsangebot für Frauen und Männer mit pflegerischer oder medizinischer Berufserfahrung geschaffen. Nach einer Weiterbildung und Prüfung können sie in der Krankenhausseelsorge tätig werden. Aufgrund des großen Interesses werde ein weiterer Ausbildungskurs erwogen. Für bereits ausgebildete Lehrkräfte bestehen außerdem zusätzliche Qualifizierungsmöglichkeiten, um Religionsunterricht erteilen zu können.

Zwölf Ordensgemeinschaften bei der Begegnung vertreten

Aus der Benediktinerabtei St. Georg in Weltenburg kam Abt Thomas M. Freihart OSB. Für die Carmelites of Mary Immaculate waren Delegations-Superior P. Dr. Tijo George CMI und P. Joseph Ponmany CMI anwesend. Das Oratorium des heiligen Philipp Neri in Aufhausen repräsentierte P. Abraham M. Ring C.O., der Präpositus P. Lazarus Uchman C.O. vertrat. Prior P. Martin Müller OPraem vertrat Abt Petrus-Adrian Lerchenmüller OPraem aus der Prämonstratenserabtei Windberg. Von den Barmherzigen Brüdern Bayerns war P. Thomas Väth OH anstelle von Provinzial Frater Rudolf Knopp OH gekommen. Für die Eucharistischen Missionare der Missionary Congregation of the Blessed Sacrament in Bad Gögging nahm BGR Dr. P. Alex Thekkekutt MCBS teil, für die Salesianer Don Boscos Provinzial P. Reinhard Gesing SDB. P. Matthäus Bochenski OCD war für die Unbeschuhten Karmeliten aus München und Regensburg gekommen und vertrat Provinzial P. Dr. Raoul Kiyangi OCD. Die Steyler Missionare entsandten Präses P. Yoseph Bugalit Barat SVD anstelle von Provinzial Dr. Peter Claver Narh SVD. Aus der Karmelitenprovinz St. Thomas Indien in Hirschhorn war Regionaloberer P. Cyril Thundathil O.Carm. angereist. Generalpropst Maximilian Korn CRV aus der Propstei St. Michael in Paring vertrat die Augustiner Chorherren der Kongregation von Windesheim. Für die Passionisten war P. Lukas P. Temme anwesend.

Mit einer gemeinsamen Vesper in der Bischöflichen Hauskapelle endete die Begegnung. Anschließend trafen sich die Höheren Ordensoberen zum Abendessen im Bischofshof.


Text: Dr. Dr. Stefan Groß

(kw)



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