News Bild Bischof Voderholzer feiert Jahrgedächtnis für Bischof Hubert Bucher
Bischof Voderholzer feiert Jahrgedächtnis für Bischof Hubert Bucher

Bote der Osterbotschaft in Südafrika

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Regensburg, 22. Juli 2022. „Danken wir dem Herrn für diesen weisen und klugen Hirten, der so viel Gutes bewirkt hat im Dienst der Verkündigung des Evangeliums.“ Mit diesen Worten hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Freitagabend seine Predigt zum Jahrgedächtnis für den am 23. Juli 2021 verstorbenen Bischof von Bethlehem in Südafrika, Dr. Hubert Bucher (1931-2021), geschlossen. Neben der Schwester des Verstorbenen und vielen Angehörigen war auch der Orden der Mallersdorfer Schwestern vertreten. Die Weihbischöfe Reinhard Pappenberger und Dr. Josef Graf, sowie zahlreiche Mitglieder des Domkapitels zählten zu den Konzelebranten.

Apostolin der Apostel

Die Kirche feiert am 22. Juli das Fest der heiligen Maria Magdalena, auch Maria von Magdala genannt. Im Jahre 2016 hatte die vatikanische Gottesdienstkongregation den gebotenen Gedenktag, so Bischof Rudolf in seiner Predigt, wieder zu einem kirchlichen Fest erhoben. Dabei kann man aber nicht von einer Neuerung, sondern von einer Wiederbelebung in der Verehrung der Erstzeugin der Osterbotschaft sprechen. Bereits im 3. Jahrhundert hatte Hippolyt von Rom ihr den Ehrentitel „Apostolin der Apostel“ verliehen, den später der heilige Augustinus und der heilige Thomas von Aquin aufgriffen. Im Tagesevangelium Johannes 20,1-2.11-18 wird berichtet, wie sie die erste Zeugin der Auferstehung am Ostermorgen war und dem Auftrag Jesu folgte, den Aposteln diese Botschaft zu bringen. Dieser Ehrentitel, betonte Bischof Rudolf, mache Maria Magdalena nicht zum 13. Apostel, sondern sei eine Wertschätzung ihres Dienstes an der Verkündigung der Osterbotschaft.

Zeuge der Osterbotschaft in Afrika

Wenn das Fest der heiligen Maria Magdalena gefeiert werde, solle es nicht kirchenpolitisch instrumentalisiert werden zum Themenkreis „Macht und Einfluss in der Kirche“, sagte der Bischof, sondern solle als „Werbung um ein gutes Miteinander von Frauen und Männern mit je unterschiedlichen Berufungen und Aufgaben in der Kirche“ verstanden werden. Dieser Aufgabe hatte sich auch der aus Regensburg stammende Missionsbischof Dr. Hubert Bucher in seiner Zeit als Bischof von Bethlehem in Südafrika von 1977 bis 2008 verschrieben. Bischof Rudolf griff bei seiner Predigt einen Abschnitt aus den Erinnerungen Buchers „Ein Leben für die Mission. Meine Erlebnisse in Afrika“ (erschienen im Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2017) heraus. Da berichtet Bischof Bucher in seiner Lebendigkeit und seinem eigenen Humor von der Gründung eines diözesanen Pastoralrates, zu dem er, in dem sehr patriarchalisch geprägten Stamm der Xhosa, auch Frauen eingeladen hatte. Da standen sich nun Jahrhunderte alte Tradition und der neue christliche Glaube gegenüber. Die Männer baten um eine Beratungszeit untereinander und nach 20 Minuten wurde das Ergebnis präsentiert, die Bibel in der Xhosa-Übersetzung offen vor sich liegend. Die alte Tradition verbiete eine Teilnahme von Frauen an einer Männerversammlung, so der Sprecher der Männergruppe. Da aber der neue christliche Glaube diesen Unterschied nicht kenne, werde man zusammen in diesem neuen Gremium arbeiten. Zur Untermauerung seiner Aussage zitierte er den Galaterbrief 3,26-28: „…es gibt nicht mehr Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“. Zwei Bitten hatte man aber noch, die Frauen dürften nicht lachen, wenn einer der Männer dummes Zeug redet, und sie sollten sie nicht unterbrechen. Soweit aus den Erinnerungen Bischof Buchers.

Oberpfalz – Südafrika und zurück

Hubert Bucher wurde 1931 in Regensburg in der Pfarrei St. Wolfgang geboren, an Peter und Paul 1957 dort im Dom zum Priester geweiht. Bereits während des Studiums reifte bei ihm und seinen beiden Mitbrüdern im Seminar, Oswald Hirmer (Bischof von Umtata 1997–2008) und Fritz Lobinger (Bischof von Aliwal 1987–2004), der Wunsch, in die Mission nach Südafrika zu gehen. Er selbst sollte fast 60 Jahre in Afrika als Seelsorger segensreich tätig sein, davon über 30 als Bischof der Diözese Bethlehem in Südafrika. Auch seine Promotion 1972 in Missionslehre „Jugendarbeit in Südafrika – Eine Herausforderung für die Kirche“ widmete er diesem Thema. Den ersten Teil des Ruhestandes verbrachte er bis 2017 im Priester-Altersheim in Mariannhill, dem Sitz der Mariannhiller Missionare. Ein schöner Zufall, im Liturgischen Dienst des Jahrgedächtnisses ministrierten auch zwei Studenten der Mariannhiller Missionare. Von den anwesenden Mallersdorfer Schwestern waren ebenfalls drei in Südafrika tätig gewesen, eine trug die Fürbitten vor. Die Lesung trug Dr. Thomas Rigl vor, Leiter der Fachstelle Weltkirche im Bistum Regensburg. In der Bischofsgruft, wo Bischof emeritus Dr. Hubert Bucher am 30. Juli 2021 seine letzte irdische Ruhestätte gefunden hatte, sprach Bischof Rudolf, begleitet von zwei Konzelebranten und den Angehörigen des Verstorbenen, ein Gedenkgebet. Das gemeinsame Vaterunser und Gegrüßet seist Du Maria sowie das gesungene Salve Regina bildeten den Abschluss des Jahrgedächtnisses für einen Regensburger, der die Osterbotschaft nach Südafrika brachte. Carl B. Prämassing